Archiv für November 2004

How to make a…

Backloop:
Für einen Backloop braucht man erstmal eine schöne, steile Welle. Auf diese hältst du dann ordentlich raumschots drauf und luvst kurz vorm Absprung an. Sobald du in der Luft bist, schaust du in Rotationsrichtung und drehst mit deinem Material in den Wind. Soweit ist das alles recht easy und probieren kann es eigentlich jeder. Im Grunde kann dir bei einem Backloopversuch nicht viel passieren, denn man landet ja unter dem Material. Absprung und Rotation sind leicht, der Knackpunkt ist die Landung. Um den Sprung so kontrolliert wie möglich zu gestalten, sollte man mit dem Körper so eng wie möglich an der Gabel bleiben. Also Arme und Beine anwinkeln. Am Scheitelpunkt des Sprunges kippt das Brett mit der Nose sozusagen vom Steigflug in den Sinkflug. Ab diesem Moment schaust du über die Schulter aufs Wasser und visierst schon mal den Landeort an. Nach wie vor hältst du das Segel dicht. Wenn du in der Luft auffierst, ist die Gefahr groß, dass du überrotierst. Und das hat in der Regel eine harte Landung zur Folge. Also halte das Segel dicht und zieh die Beine an, nur so bleibt das Brett steil genug für den Nosedive. Sobald die Brettspitze das Wasser berührt, streckst du die Beine, um die Landung abzufedern, und fiere das Segel ein klein wenig auf. Bei der Landung wirst du ziemlich viel Druck im Segel haben, also halte die Gabel fest, als ginge es um dein Leben. Je nachdem, wann du die Beine streckst und etwas auffierst, kannst du den Style deines Backloops beeinflussen. Machst du es wirklich in dem Moment, in dem das Board das Wasser berührt, wirst du bei der Landung so gut wie gar nicht nass. Du kannst dir aber auch Zeit lassen und deinen Sturzflug bis unter die Wasseroberfläche fortsetzen.

{GALERIE} howto_3.jpgGoiter:
An einen Goiter kann man sich nicht rantasten und es gibt auch keine Vorübungen. Entweder man macht ihn oder man lässt es. Wenn du dich nun entschieden hast, es zu probieren, dann suche dir am besten eine 1 bis 1,5 Meter Welle aus. Ganz wichtig ist, dass sie nicht closed-out bricht. Am besten ist es, wenn sie schon zum Teil gebrochen ist. Der Goiter ist ein Aerial mit noch etwas Gedrehe in der Luft, also spring auch ab wie zu einem Aerial. Benutzt du den brechenden Teil der Welle nur als Rampe für einen schothornvoraus-switchstanced Sprung, wirst du hinter der Welle landen. Visier den brechenden Teil der Welle an und fahre den Botton Turn kraftvoll mit dem Segel weit runtergelegt. Für einen Aerial würdest du das Segel wieder aufrecht stellen und dich in Richtung Strand von der Welle abdrücken. Das machst du auch beim Goiter, aber du stellst das Segel nicht nur aufrecht, sondern drückst es mit aller Gewalt und dem Schwung aus dem Botton Turn an dir vorbei ins Wellental. Bleib die ganze Zeit leicht in der Hocke und sobald das Segel talabwärts unterwegs ist, springst du kraftvoll ab und schmeißt dich auf dein Segel. Wenn dein Timing gut war, bekommst du noch einen Kick von der brechenden Lippe. Nicht wundern, wenn es jetzt laut knallt, das ist dein Mast, der in der Welle einschlägt. Keine Angst, das ist normal! Wenn du jetzt noch in den Schlaufen bist, hast du schon einen waschechten Goiter sehr gut eingeleitet. In der Luft musst du sofort die Beine hinterherziehen und mit aller Kraft mit der vorderen Hand an der Gabel reißen. Wenn du schnell genug warst und den Schwung vom Absprung mitnehmen konntest, sollte jetzt eigentlich alles glatt gehen. Möglicherweise kommst du nicht ganz rum und landest mit backgedrücktem Segel auf oder hinter der Welle. Lass dich davon nicht groß beeindrucken, sondern reiß das Segel einfach mit der vorderen Hand durch den Wind. So drehst du den letzten Teil im Wasser und du hast es geschafft. Der Goiter hängt fast nur von deinem Timing in der Welle ab. Bist zu früh, kommst du nicht rum und landest hinter der Welle. Kommst du zu spät an die Lippe, begräbt sie dich und du hast eine blutige Nase. Der Bewegungsablauf ist recht kompliziert, also bereite dich mental gut vor und sei dir bewusst, dass es ein „ganz oder gar nicht“-Move ist.

{GALERIE} howto_1.jpgCheeseroll:
Na klar, die Cheeseroll ist total oldschool, aber es gibt kaum einen Move, bei dem man vertikaler rotiert und eine krassere Upside-down-Bewegung vollzieht. Das wissen die meisten Leute nur leider gar nicht … Der Move, der von Surfern wie Cesare Cantagalli und Mike Waltze bekannt gemacht wurde, war etliche Jahre völlig in der Versenkung verschwunden. Damals wurde er seitlich über das Segel rotiert. Jetzt ist die Newschool-Cheeseroll wieder da. Wer sie hervorzaubert, hat den Überraschungseffekt auf seiner Seite und eine Menge Spaß in der Luft! Suche dir eine steile Rampe, die sich auch für einen Backloop oder Tabletop eignen würde. Dann springe mit Vollgas leicht nach Luv auf Höhe (nicht zu früh rotieren!). Währenddessen kippst du das Rigg nach hinten und schaust vorne am Mast vorbei. Durch die Rücklage des Segels schraubst du dich senkrecht in den Himmel, die Kopfdrehung leitet die Rotation ein. Eine Sekunde lang denkst du nun, du musst in genau dieser Position im Wasser einschlagen, doch dann dreht das Achterliek durch den Wind und der Wind „flippt“ dich regelrecht herum. Nun beginnt die für Sieg oder Niederlage entscheidende Phase der Cheeseroll: Vergiss bloß nicht, den hinteren Arm zu strecken und das Segel zu öffnen, sonst folgt direkt die zweite Rotation. Entscheide dich lieber für die gesunde Variante: Über die Schulter die Entfernung zum Wasser peilen und den Touchdown vorbereiten. Wenn alles passt, hast du jetzt bereits wieder Wind im Segel und schwebst sanft zur Wasseroberfläche zurück. Naja, zumindest fühlt es sich nach der blitzschnellen Rotation sanft an! Viel Spaß bei meinem neuen Lieblingsmove, der schockt garantiert richtig!!!

{GALERIE} howto_2.jpgPushloop:
Den Pushloop fängt man am besten schon direkt beim Absprung an. Du suchst dir eine schöne, steile Rampe und drehst beim Absprung in den Wind. Dadurch wird der nächste Schritt um einiges einfacher, da du schon in die richtige Richtung unterwegs bist. Als Nächstes guckst du steil über deine Schulter in Richtung Wasser und dein Körper folgt dann je nach Entschlossenheit. Wichtig in diesem Moment ist nur, dass du dir die Geschichte nicht wieder anders überlegst, denn damit stoppst du die Drehung und bleibst über deinem Segel hängen. Das ist kein schönes Gefühl, daher also immer ordentlich rumwirbeln. Hast du diesen Knackpunkt gemeistert, leitest du auch schon fast die Landung ein, indem du das Segel öffnest und nach vorne schiebst. Je nachdem, wie extrem du dich während der Drehung streckst, kannst du die Rotationsgeschwindigkeit kontrollieren und ein Überdrehen verhindern. Allerdings dauert es ein paar Versuche, um das richtige Gefühl dafür zu bekommen. Also viel Spaß beim „Pushen“…

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DWC - Behind the Scene

{GALERIE} dwcbehind_1.jpgDer DWC 2004, die Zeit der hoffentlich geilen Rennen und der heißen Partys. Letztes Jahr war schon er aufregend und dieses Jahr sollte es noch wilder werden. Doch am Anfang der Saison befanden sich die meisten wohl noch im Winterschlaf. In Dranske auf Rügen startete der erste DWC. Viel Wind hielt die Partylaunen der Fahrer jedoch im Zaum. Außer einer Zeltparty im Dorffeststil passierte nichts. Die „Dorfschönheiten“ genossen es jedenfalls, mal echte Sportler zu sehen.Auf Fehmarn ging die Saison dann endlich so richtig los. Das Surf-Festival, Kitesurf-Trophy und DWC parallel füllten die Disco „Joy“ bis zum Anschlag.

Wir durften uns über hohen Besuch der Surf-Prominenz erfreuen. Dunki stellte sein neuestes Video vor. Wir haben schon mehr Action gesehen, vor allem weniger Gequatsche hätte dem Film gut getan. Aber wir gratulieren zu den 34 Wodka-Red Bull, die er an diesem Abend bestellt hat. Mit einigen von denen gurgelte wohl Laufer seine Kehle, schickte zwischendurch seine Freundin Niki nach Hause und ließ es dann mit seinen alten Kumpels Bernie Hiss, Sebastian Wenzel, Ingo Meyer und Klaas Voget so richtig krachen. Letzterer verpasste dadurch am nächsten Morgen seinen Freestyle Heat. Schade, wo es doch der einzige im Jahr bleiben sollte. Am Mittag schaute Andy dann mal am Strand vorbei und kam auch noch zufällig genau zum Start des Slaloms. Den gewann er mit schätzungsweise zwei Promille. Respekt.

Ein kleiner Vorfall im Materiallager sorgte dann für Aufregung. Da setzte sich die Frau eines Regattacrewmitgliedes ahnungslos auf den Motorroller von Vincent Langer. Dieser fuhr plötzlich los und krachte direkt in den Materialberg von Chris Hafer. Bilanz: vier Segel schrott. Da schmerzt das Surfer-Herz. Das kann jeder verstehen. Die Frau blieb erst mal bewusstlos liegen, sodass sogar der Rettungshubschrauber anrückte. Glücklicherweise stellte sich schnell heraus, dass sie nur einen Schock hatte. Sehr kollegial die Aussage von Dennis: „Hoffentlich hat sie sich richtig weh getan.“

Nächster Termin, das White Sands Festival auf Norderney. Die Insel war an diesem sonnigen Pfingstwochenende wegen Überfüllung geschlossen. 50.000 junge Menschen drängelten sich am Strand, in Kneipen und auf Partys. Heiße Körper in heißen Bikinis. Und auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn (zumindest auf die momentane sportliche Leistung bezogen). Mit frisch bestandener Meisterprüfung als Elektroinstallateur wollte Thade Behrends sich mal etwas ganz Besonderes gönnen. Warum nicht mal einen Pornodreh nachstellen, zumindest was den Inhalt angeht. Sein Kumpel aus Bremen machte die Sache klar und schnappte sich ein brauchbares Huhn. Zu dritt im Appartement angekommen, zog er allerdings wortwörtlich den Schwanz ein. Thade hatte aber auch alleine nicht nur alle Hände voll zu tun.

Auch unser äußerst attraktiver Finne im Feld kann sich nicht beschweren. Die Auswahl war groß. Und es war wirklich nicht schwer. Gratulation! Da würde aber auch keine Nein sagen.

Und dann kam eine Premiere. Zum ersten Mal hat ein DWC an einem Binnengewässer stattgefunden. Der Wolle Ricke Cup (1954 – 2004). Von dem tragischen Unfall haben wohl die meisten gehört. Es war ein wirklich ergreifender Moment, als der erste Tagessieger den Wolle-Ricke-Gedächtnispokal überreicht bekam. Umso mehr, weil es sich um Helge Wilkens handelte. Für Helge war dieser Sieg also in mehrfacher Hinsicht wichtig. Als Lokalmatador und Wolles Freund hatte er sein Ziel der Regatta erreicht. Bei diesem Ergebnis ist es dann auch geblieben, zum Leid von Flessi, der erstmalig in dieser Saison nach einer Blinddarmoperation wieder am Start war. Für ihn lief es allerdings eher beschissen, was er lauthals am Ufer verkündete. Trotz vieler Zuschauer dachte er wohl, er sei alleine auf weiter Flur.

Für eine Premiere verlief hier alles recht gut. Nur die Partys waren eher durchschnittlich.

Aber es ist nur eine Frage der Motivation, sich auch auf einer langweiligen Party zu amüsieren und genug zu tanken. Darin ist Andy Abendrot Sieger in jeglicher Disziplin. Schön, dass es dich gibt, Andy. Nächstes Jahr wollen wir an dieser Stelle auf jeden Fall eine Fortsetzung in Steinhude sehen …

Blitz und Donner versetzte die Surfergemeinde in Heiligenhafen nicht nur auf dem Wasser häufig in den Ruhestand. Es war eher eine frustrierende Veranstaltung, keine besonderen Vorkommnisse, also auch nicht der Rede wert.

Leider gibt es auch über Büsum nicht viel zu lästern. Wenig Wind, aber ausreichend, um Dennis wieder mal in den Protestwahn verfallen zu lassen und seinem Ruf als DWC-Polizist alle Ehre zu machen. Diesmal war Helge das Opfer oder der Täter? Exakt beim Startschuss crashte es direkt vor dem Judge-Boot zwischen den beiden. Beim ersten Anlauf wurde der Protest abgewiesen. Doch was ein echter Standhart ist, der gibt nicht auf und stellt einen Antrag auf Wiederaufnahme des Verfahrens. Wieder abgewiesen! Dumm gelaufen!

Zum Start der Beachparty kam leider mal wieder eines der unzähligen Gewitter und fegte die Bühne weg. Die Büsumer Stammkneipe schaffte da keinen Ersatz.

Sylt 2004. DWC und Deutsche Meisterschaft. Auf jeden Fall die erste richtige Sommerwoche 2004. Und wer sich vorher in Dänemark beim Campen den Arsch abgefroren hatte, wie die Lorch Bande um Günter, hielt ihn jetzt umso länger in die heiße Juli-Sonne und gaffte den minderjährigen Weibern schön auf die Titten. Und ob nun Single oder nicht, Sonne satt macht geil und glücklich. Für den Hariboverkäufer lohnte es sich auf jeden Fall. Sein Stand wurde bis drei Uhr nachts von Paaren stark frequentiert, die vom Strand oder auf dem Weg dorthin nach Stärkung suchten. Thade Behrends, Oxbow Team Rider, leistete ihm dabei Gesellschaft und geriet mal wieder an eine Lehrerin, wie auch aktuell. Angeblich lief da nichts, hoffentlich lässt ihn dafür die Neue mal ran. Ich höre gerade, die lässt ihn ran … Das freut mich jetzt aber. Da kein Wind war, gab es auch keine Rennen, also ging das allabendliche Vorglühen regelmäßig um 19.30 Uhr los. Beim Cocktail of the Day bewiesen die Fahrer eine ihrer vielseitigen Begabungen. Es wurde im Team gemixt, was das Zeug hält. Der ein oder andere ist hierbei schon auf der Strecke geblieben. Die anderen zogen weiter ins „American“. Mozart blieb auf der Strecke und schaffte es meistens nur noch in seinen Bus.

Andere sorgten für Nachwuchs. Manchmal sorgt der Nachwuchs aber auch für andere. Dominique Cordts, fünf Jahre, sorgte für Unterhaltung. Stehend auf dem Tresen, laut grölend, „Wir wollen die Hupen sehen!“, machte er seinem Vater, Uwe Cordts, alle Ehre und ließ die Menge toben.

Außer Funraces wurde noch ein Kanu Super X Wettbewerb ausgepaddelt. Unter vollem Körpereinsatz kämpften Windsurfer gegen Windsurfer um die Ehre. Schwergewicht Mozart, wieder nüchtern, kassierte bei dem Versuch, ihn aufzuhalten, einen Paddelschlag von Sam Ireland aufs Auge. Ein Veilchen blieb als Andenken. Die Youngster Norman Günzlein und Klaas Voget gewannen am Ende knapp. Und dann war da noch die Bacardi Night. Tausende Tanzwütige mitten in den Dünen bei Rantum. Sogar der Dieter Bohlen ließ sich blicken. Unentspannt waren einige Cupper wie Horn, Ireland und Brinkmann wegen der erstmalig guten Windvorhersage, welche sich abermals als Lüge entpuppte. Schade, denn die Musik war unfassbar gut und die Location ein Hammer.

Apropos Julian Brinkmann! Nach der schmerzlichen Trennung von seiner langjährigen Freundin Maike suchte auch er nach Abwechslung, geriet aber an ein bereits in der Vornacht abgelegtes Huhn von Norman. Somit konnten sie beide ihr Leid teilen, dass nämlich außer Fummeln nichts lief. Ist wohl bei 15-Jährigen so.

In Boltenhagen wurde einer der Top-Fahrer geoutet. Einige würden jetzt denken, es handelte sich um Denis und er würde endlich zu seiner Neigung zu Männern stehen. Falsch! Es ging zwar wieder um den Protestler, nur seine Neigung gilt nicht Jungs, sondern seinen Kuscheltieren. Affe, Camel und Teddy schlafen niemals ohne ihr Herrchen ein. Selbst bei Nächtigungen im Mercedes stehen sie fein säuberlich aufgereiht neben seinem Kopfkissen. Weiterer Blickfang war sicherlich das Dekolleté der Freundin von Marius Keckeisen. Danke Marius. Die Belastungsprobe seiner Stoßdämpfer führte unser finnischer Freund Jani Paju mit seiner erstmalig mitgebrachten schönen Freundin durch. Auch die Dusche blockierte er ungehemmt für längere Zeit. Eben ein echter Finne. Für eine familiäre Stimmung sorgten unsere Master um Jörg Volonec mit einigen spendierten Fässern Bier und einem Spanferkel.

Das Finale fand auf Rügen in Dranske statt. Flessner in bester Laune, wie immer, wenn er vorne liegt, erinnerte sich an die Kuscheltiere im Benz von Denis und band sich ein großes Tier an sein Frontstück, um ihn damit im letzten Kursrennen des Jahres über den Kurs zu jagen. Bevor der Spaß losgehen konnte, schritt die humorlose Jury ein und drohte Flessi mit einer Strafe wegen Unsportlichkeit. Bei der Siegerehrung übergab ihm Bernd dann das Tier feierlich, bevor die Sieger eine Sektdusche von Mozi erhielten.

Übrigens ging diese Runde an Helge Wilkens. Er hat vor Bernd Flessner und Denis Standhart den Deutschen Windsurf Cup 2004 souverän gewonnen. Der Preis für das beste Kostüm ging jedoch an Flessi: Als Kermit, der Frosch, in seinem giftgrünen Neo hat er seine Gegner nicht nur verunsichert … très chic.

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Meeting a star (Robby vs. Ole)

{GALERIE} meetingrobbie_1.jpgDass man bei Fernsehleuten immer ein bisschen vorsichtig sein muss, war mir schon immer klar. Was ein verdecktes Casting ist, wusste ich leider bis vor kurzem noch nicht. In der Hoffnung, meinem Bruder Ole einen großen Wunsch erfüllen zu können, hatte ich mich an eine Casting-Agentur gewand, ohne zu wissen, dass die letztendlich gesendete Show „Für Dich tu ich alles“ heißen würde und montagabends um 20:15 Uhr in der ARD ausgestrahlt wird. Selbstverständlich musste ich etwas für Oles Traum tun – damit konfrontierte mich der Moderator der Show, Sebastian Deyle, dann überraschenderweise eines Tages bei mir zu Hause. Einige Wochen später flog ich dann in die Schweiz, um mit einer Kopflampe bewaffnet durch eine Kilometer lange Höhle zu klettern, in der ich mich auch noch das ein oder andere Mal abseilen durfte. Dass mir das mehr als alles andere auf der Welt Angst machen würde, hatte ich leider in einem Vorgespräch über meine Phobien selber zugegeben. Doch so dramatisch wie es dann später im Fernsehen zu sehen war, war es dann doch nicht. Nachdem ich es schließlich nach einer Stunde Kletterei durch enge Felsspalten und glibbschige Steine bis in die so genannte Teufelsgrotte geschafft hatte, wurden mein Bruder und ich nach Köln eingeladen. Der Stimmungsmacher hatte bereits sein Bestes getan, um die gelangweilten Zuschauer anzuheizen. Dann ging die Sendung los. Und meine Güte war mein Bruder überrascht, als der Moderator ihn mit den Worten ansprach: „Hi Ole, kennst du mich nicht mehr? Wir haben doch mal während der Kieler Woche zusammen gesoffen!“ In diesem Moment war Ole dann aber wirklich überrascht. Kieler Woche bedeutet für ihn Ausnahmezustand und Saufen ohne Reue. Und ohne Erinnerung. Konnte es also wirklich sein, dass er mit dem Moderator schon mal einen gehoben hatte?! In diesem Moment entschloss er sich, in Zukunft nach den neun Tagen der größten „Segel“-Veranstaltung der Welt nicht mehr sein Gehirn zu resetten. Ole und ich wurden auf die Bühne geholt und nach einigen gestellten Umarmungen und Kommentaren, warum Robby der Größte sei, hatten wir es dann hinter uns. Ole durfte mit Robby Naish zusammen Windsurfen gehen.Wir wachten von einem ungewöhnlichen Geräusch auf und das waren weder jaulende Wüstenhunde noch nervige Grillen, die man in Ägypten eigentlich gewohnt ist, nein, es war tatsächlich {GALERIE} meetingrobbie_2.jpgWind! Nach einem kurzen Katerfrühstück trafen wir ihn dann endlich. Wir sagten Robby unser tausendmal geübtes „Hi, nice to meet you!“ und er antwortete auf Deutsch: „Ich freue mich auch!“. Einige Aufnahmen fürs Fernsehen noch am Strand und schon waren Robby und Ole am Horizont verschwunden. OK, zugegeben: Ole war noch etwas länger zu sehen. Aber selbst der Kameramann und ich kamen mit dem Motorboot kaum hinterher. Nach einer halben Stunde Bootfahrt über Korallen und türkises Wasser traf ich die beiden in einer einsamen Bucht beim Tricksen wieder. Sie fuhren Rennen, sprangen und ritten die Wellen von dem Motorboot ab. Nach einigen Stunden schienen die beiden nicht mehr zu können und kamen ans Land, doch Robby wollte nur seinen Kite aus dem Boot holen, um zu zeigen, dass er nicht nur surfen kann. Bei konstant starkem Wind konnten wir Sprünge beobachten, die er wohl vorher beim Flugamt anmelden musste. Das war das Beeindruckenste, was ich je gesehen habe. Leider kam ich vor lauter Staunen nicht dazu, es zu fotografieren. Am Abend ließen sich Ole und Robby sichtlich erschöpft in den Sandstrand fallen. Und um den Tag für Ole noch zu toppen, schenkte Robby ihm seine komplette Windsurfausrüstung, die er tagsüber gefahren war. Obwohl Ole ziemlich kaputt war, trafen wir uns alle abends an der Allinklusive-Bar wieder. Zwei Bier später war sein {GALERIE} meetingrobbie_3.jpgAkku wieder voll. Beim Abendessen am gemeinsamen Zehn-Mann-Tisch mit vielen anderen Robby-Fans und noch viel mehr Surfgeschichten später, sinnierten wir darüber, ob wir wohl diejenigen seien, die am häufigstens am Zapfhahn stehen. Zu späterer Stunde verabschiedeten wir uns dann schließlich von dem nun auch nicht mehr ganz nüchternen Robby, da er am nächsten Morgen schon sehr früh fliegen musste. Unser schottischer Kameramann Neil und Ole stiegen in den folgenden vier Tagen auf Sambuca um und verbrachten die Nächte im Nightclub. Über die frühmorgendlichen Touren durch unseren Robinson Club schweigen wir an dieser Stelle lieber, da der ohnehin von uns etwas angenervte Clubmanager nicht alles wissen muss … Zurück bleibt das Gefühl, mit dem größten Windsurfer aller Zeiten einige Stunden gemeinsam auf dem Wasser verbracht zu haben. Vielen Dank Robby!!!

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Der Aussteiger

{GALERIE} aussteiger_1.jpgPhilip Horn, eines der Urgesteine der Deutschen Regattaszene, beendet seine Laufbahn und steigt in die Windsurfindustrie ein. Im Interview spricht er über die Gründe, die Hochs und Tiefs in seiner Laufbahn und über den Unterschied zwischen World Cup und DWC …

FM: Wie lange bist du beim DWC dabei?

PH: Ich fahre seit zehn Jahren den DWC mit. 1994 habe ich meine ersten Regatten im B-Cup bestritten und mich langsam nach vorne gearbeitet.

FM: Wieso hörst du jetzt auf?

PH: Weil ich ein gutes Jobangebot in der Windsurfbranche bekommen habe. Das ist, glaube ich, für viele Regattafahrer ein großer Traum. Deshalb nehme ich natürlich diese Superchance wahr!

FM: Jaja, und wieso hörst du wirklich auf?

PH (lacht): Nein, ehrlich, das ist der wirkliche Grund! Und nach zehn Jahren muss man auch mal Abschied nehmen. Ich bin jetzt 31 und habe schon 1.000 Stunden auf dem Wasser verbracht oder an den Wochenenden am Strand auf Wind gewartet. Meine freie Zeit möchte ich jetzt ausschließlich in der Welle verbringen. Und ich glaube einfach, wenn ich nächstes Jahr weniger zum Windsurfen und zum Racen komme, dann würde ich immer schlechter werden. Ich könnte halt schlecht damit umgehen, wenn ich irgendwann nur noch Hundertster bin. Dann höre ich lieber auf, wenn es noch ganz gut läuft und setze da einen klaren Cut. Man hört dann mit einem guten Gefühl auf anstatt mit einem schlechten.

FM: Du bist jetzt seit zehn Jahren dabei und viele andere auch. Im Grunde ist das doch langweilig, dass immer die gleichen Leute vorne fahren, oder?

PH: Eigentlich nicht, da ja immer einige Neue nachkommen. Und andere, die länger dabei sind, werden dann auch besser. Dadurch durchmengt sich das. Bernd Flessner hatte dieses Jahr auch wieder ein gutes, starkes Jahr. Er ist immer jemand, den man schlagen kann, genau wie Andy Laufer. Langweilig wird das Ganze also nicht. Natürlich ist es immer derselbe Jahresablauf. Vorbereitung bis zu den letzten Regatten. Da ist man irgendwie froh, wenn dann mal nach zehn Regatten Feierabend ist. Aber richtig langweilig wird es nie.

FM: Aber man hört doch im Grunde genommen immer nur von Flessner, Laufer und Wilkens.

PH: Ja, klar, das sind ja auch die, die sich vorne matchen.

FM: Und das seit zehn Jahren!

PH: Helge noch nicht so lang. Der ist erst die letzten drei, vier Jahre so gut geworden. Aber dann muss man halt besser sein, das muss man mal ganz klar so sagen. Wenn keiner besser ist, dann haben die es auch verdient, oder? In der Marketing-Strategie oder der Vermarktung könnte man was ändern. Aber das hängt dann auch an den Magazinen, andere Fahrer zu präsentieren. Aber wenn man über den DWC berichtet und über die ersten drei, was ja auch oft viel interessanter ist, dann sind das eben Flessner, Wilkens und Laufer. Das muss man anerkennen, dann sind wir anderen halt zu bräsig. Es ist schon traurig genug, dass es so ist!

FM: Wenn du jetzt zehn Jahre zurückblickst auf die Regattazeit, was waren denn so die schönsten Erlebnisse?

{GALERIE} aussteiger_2.jpgPH: Also, sehr witzig war die Formel 25. Das war früher der B-Cup, eine Einsteigerregatta zum A-Cup. Da ich gerade die erste Saison mitgemacht hatte, als das Ganze aufkam, waren alle neu im Regattageschäft. Keiner hatte irgendeinen Plan. Am Tag sind wir alle über die Bahn geschossen und abends durch die Partyzelte. Das war eigentlich eine recht witzige Zeit, in der wir teilweise in Zelten übernachtet haben. Mit allem, was dazugehört. Und die schönste Zeit hatte ich bei Regatten, bei denen alle von Amrum nach Föhr gewechselt haben, und es dann so eine richtige Abschlussparty gab, wo man nach der Regatta mal richtig kräftig gefeiert hat! Die schönsten Regatten waren also die, bei der ein bisschen Gemeinschaftsgefühl aufkam und alle miteinander Spaß hatten.

FM: Ist das mit der Gemeinschaft heute nicht mehr so dicke?

PH: Doch, ist eigentlich besser geworden. Als ich gerade in den A-Cup kam, da gab es viele kleine Cliquen. Der hat mit dem nicht geredet und den durftest du nicht ansprechen und das ist jetzt eigentlich schon eine große Gemeinschaft geworden. Gerade dieses Jahr in Boltenhagen haben die Master aus der eigenen Master-Serie ein Spanferkel gestiftet. Da kamen dann alle an einer großen Tafel zusammen. Das war schon ein Super-Ding, war ’ne geile Feier! Also, der Zusammenhalt ist größer geworden, da ja die Gruppe auch kleiner geworden ist und man sich schon seit vielen Jahren kennt.

FM: Glaubst du, es ist schwierig, da so als Außenseiter reinzukommen? PH: Nee, das glaube ich nicht. Es gibt wohl immer noch das Vorurteil, dass der DWC was Unerreichbares ist oder man da ganz schwer rankommt und dass alle super arrogant sind. Aber man kann erstens ganz schnell vorne mitfahren und zweitens gibt es auch keine Probleme mit den anderen klarzukommen. Dass es Leute gibt, die arrogant sind, wird es überall geben. Aber im Grunde genommen gibts da kein Problem.

FM: Was waren denn die beschissensten Erlebnisse in deinen zehn Jahren DWC?

PH: Ein Scheißerlebnis hatte ich auf jeden Fall auf Sylt, wo ich mein neues Slalom-Board und -Segel ausgepackt habe und dann direkt in die Wand im Shorebreak gefahren bin und dann den ganzen Schrott wieder aus dem Wasser gezogen habe. Das war ein Erlebnis! Steinhuder Meer dieses Jahr war auch ein schlechtes Erlebnis, weil dann doch Wind war, obwohl wir richtig gefeiert hatten und kein Wind angesagt war. Da musste ich doch sehr gegen die Party ankämpfen … Und einmal musste ich mit Thade in Griechenland auf dem Flughafen zwei Tage übernachten, weil die unser Gepäck nicht mitnehmen wollten bzw. mehr Geld haben wollten, als wir jemals hatten! Aber ansonsten kann ich mich an so richtig schlechte Ergebnisse … ähhh … Erlebnisse nicht erinnern. Na ja, vielleicht noch die erste Regatta, bei der ich im Sitzen in meinem Audi 80 geschlafen habe.

FM: Glaubst du, dass der DWC ein gutes Sprungbrett ist, um in den Windsurf-Markt einzusteigen?

PH: Es gibt ja schon so einige bekannte Gesichter, die erst im DWC unterwegs waren und jetzt erfolgreich in der Windsurfbranche arbeiten. Ich glaube, der DWC ist nicht unbedingt eine Voraussetzung. Aber dass man diesen Sport exzessiv betrieben und sich mit den Produkten sehr beschäftigt hat, hilft natürlich. Knut Budig zum Beispiel ist ein sehr erfolgreicher Windsurfer gewesen und heute ist er ein erfolgreicher Importeur und macht Vertrieb. Sebastian Wenzel hat es als Shaper geschafft. Vielleicht werden nicht alle in der Windsurfbranche stinkreich, aber alle machen das aus Überzeugung und Spaß an dem Sport. Wenn man reich werden will, muss man was anderes machen. Und auf mich bezogen, hätten dann auch die letzten zehn Jahre anders laufen müssen.

FM: Hast du aus deiner Erfahrung heraus einen Tipp für Rookies, wie sie an Sponsoren kommen? Was ist das Geheimnis? Am besten man geht mit den Herstellern saufen, oder?

PH: Also, als Erstes ist es natürlich immer von Vorteil, wenn man gute Ergebnisse erzielt. Man kann sich darüber natürlich verkaufen. Dann ist es auch von Vorteil bzw. für viele Firmen wichtig, dass man viel in den Magazinen vertreten ist, und dafür muss man A mit den Magazinen Kontakt halten und sehen, was die so für Geschichten bringen, und B Kontakt zu Fotografen haben. Und so kann man sich gut verkaufen und seinen Marktwert gut darstellen. Mit guten Ergebnissen und viel Medienpräsenz. Es haben viele eine Schwelle, mit Magazinen zusammenzuarbeiten und es ist für die irgendwie etwas Unerreichbares, dabei ist das gar nicht so schwierig! Viele Magazine wären bestimmt glücklich, wenn sie zehn Geschichten hätten und sich zwei daraus aussuchen könnten. Es würden auch viel geilere Geschichten zustande kommen, wenn jede Gruppe mal aus ihrer Perspektive was erzählen würde. Nicht immer so was wie „Philip Horn hat jetzt das 100. Mal den Selenter See bereist und ist bei Flachwasser wieder richtig abgesoffen“. Sondern es muss auch noch andere Seiten geben und davon lebt dann der Sport.

FM: Gerade war ja wieder der Worldcup auf Sylt. Ist das ein großer Unterschied zum DWC?

PH: Ein riesengroßer!

FM: Inwiefern?

PH: Das Niveau ist ein ganz anderes. Ich weiß noch, als ich auf Gran Canaria das erste Mal beim Worldcup-Slalom mit einem Serien-Board gefahren bin. Da bin ich optimal gestartet, optimal gefahren und bin als Letzter ins Ziel gekommen! Und dann hatte ich einen Prototyp, damit ging es. Nur leider ist der im zweiten Rennen dann durchgebrochen, weil es ein bisschen windiger war. Racing ist nicht ganz so schlimm, aber Top 20 zu fahren, ist schon ganz schön anstrengend. Top 40 ist mittel-anstrengend und das ist der große Unterschied auf der Regattabahn. Dann sind die Partys beim Worldcup Sylt natürlich auch legendär und viel größer. Und die Verpflegung ist ein Wahnsinn. Man bekommt meistens Frühstück und Mittagessen. Dann bekommt man Gutscheine für Gosch, um abends seinen Teller Nudeln abzuholen. Das ist unglaublich. Von daher ist Worldcup Sylt für jeden Worldcupper und für jeden DWC-Fahrer einfach ein Traum. Allein, dass man ein Segel durch 150.000 Zuschauer durchträgt. Das ist der Hammer. Sportlich und vom ganzen Drumherum ist es ein Riesenunterschied.

FM: Nun ist es ja auch so, dass auf Sylt ein entsprechendes Rahmenprogramm geboten wird. Durch die Partymeile, durch das Zelt, durch die verschiedenen Schausteller, die ihr Essen anbieten, wird den Zuschauern ja auch immer etwas geboten und der DWC bekommt das im Grunde nicht hin?!

PH: Die Deutschen Meisterschaften dieses Jahr waren schon ein Schritt in die gleiche Richtung. Es war ein Festzelt da und es wurden auch abends Partys angeboten, die wirklich gut angenommen wurden. Wir hatten sensationelles Wetter …

FM: … nur keinen Wind! PH: Ja, nur keinen Wind. Aber das war den Leuten, die feiern wollten, relativ egal. Die finden das fast noch geiler. Bei Sonne schmeckt das Bier auch besser. Es wird schon viel versucht und in der Zukunft noch mehr gemacht. Natürlich hat sich der Worldcup Sylt, den es seit 20 Jahren gibt, so aufgebläht, dass die sich das auch leisten können.

FM: Komisch, trotzdem sind die Veranstalter jedes Jahr pleite, um es dann im nächsten Jahr noch mal zu versuchen.

PH: Ja, das spart Kosten! Brauchst keinen zu bezahlen und kannst im nächsten Jahr wieder bei Null anfangen.

FM: Weltklasse, oder?

PH: Das ist schon lustig gemacht … Weltklasse auf jeden Fall. Worldcup halt!

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Der Weltmeister - Scott McKercher

Zwanzig Jahre sollte es dauern und es hat all seine Haare gekostet. Scott McKercher nahm 1984 zum ersten Mal an Weltmeisterschaften im Waveriding teil. 20 Jahre, in denen er absolut zielstrebig und nach vorne blickend sein Profidasein perfektionierte. Das Resultat: PWA Weltmeister im Waveriding. Scott wusste immer, dass er zwar durch Fürsprecher auf den Weg gebracht wurde, er aber nur durch geduldiges Erarbeiten des richtigen Materials, Fahrkönnens und Timings ganz nach vorne kommen könnte. Kurz gesagt: Praxis ist besser als jede Theorie. Für ihn war der Weg immer mindestens genauso wichtig wie das Ziel. So war es auch nur konsequent, dass Scott irgendwann begann, das Material, das er fuhr, auch selbst zu entwickeln. Und er revolutionierte es ganz nebenbei. Wir stellten dem frisch gebackenen Weltmeister ein paar Fragen: Du bist nun permanent auf der ganzen Welt unterwegs. Wo ist dein Zuhause?
Einfache Antwort: Bin ich nicht unterwegs, bin ich am Margaret River in Western Australia. Der schönste Ort, den man sich vorstellen kann. Vor allem, wenn man wie ich viel unterwegs ist, bekommt der Name „Zuhause“ oder „Heimat“ eine neue Dimension.

Wie kamst du zum Windsurfen?
Durch meinen großen Bruder, wie viele andere auch. Es sind doch meistens Familienangehörige, die einen beeinflussen. Er überredete meinen Vater, mir beides zu ermöglichen: Segeln und Windsurfen. Wenn ich nicht mit meinem Dad auf seinem Hobie 16 segelte, war ich mit einem One Design Windsurfer draußen.

Was war dein erster Contest als Windsurfprofi?
Als Profi? Ich nahm an den Weltmeisterschaften teil, als ich 14 Jahre alt war, aber da nahmen keine richtigen Profis teil. Mein erster Event, bei dem es Preisgeld gab, war ein Contest in Lancelin.

Was ist der herausragendste Moment in deinem Windsurfleben, der dir immer in Erinnerung bleiben wird?
Da waren so unglaublich viele. Da waren ein großartiger Tag auf den Kapverdischen Inseln, einer auf Mauritius und ein wirklich geiler Tag auf Rottnest Island. Alle Tage hatten eines gemeinsam: Unendlich lange Wellen, auf denen man unendlich viele Turns machen konnte. Das ist das, was ich am Windsurfen am besten finde.

Auf Serienmaterial auf der Pro-Tour mitzufahren war eine Zeit lang fast schon unerhört. Wird sich das durch deinen Titel ändern?
Kann ich nicht mit Bestimmtheit sagen. Ich denke aber, es stärkt die Hersteller. Ich habe schon von einem Teamfahrer gehört, der im kommenden Jahr auch Serienboards fahren will. Kurz darauf kam er zu mir und fragte, ob ich nicht bei Starboard ein gutes Wort für ihn einlegen könne …

Was ist dein momentanes Lieblingsequipment?
4.2er Blade von Severne Sails und mein Evo 70 von Starboard. Die beiden Dinge funktionieren perfekt zusammen.

Dein zweiter Spitzname neben „Scotty“ ist „Gramps“ („Opa“). Warum?
Der stammt aus dem Jahr 1997, als ich mit zwei anderen World Cuppern in Griechenland war. Beide dachten den ganzen Tag nur an Party. Mir wurde das ein bisschen zu viel und ich wollte mal ein paar ruhige Nächte haben. Und schon hatte ich meinen Spitznamen weg. Leider.

Wie fühlt es sich an, Weltmeister zu sein?
Im Moment ist alles noch ein bisschen unheimlich und verrückt. Ich hatte im Traum nicht damit gerechnet.

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