Archiv für Januar 2005

Fuerte Islander: René Egli

{GALERIE} reneegli_1.jpg1982 „entdeckte“ ich anlässlich meiner Windsurflehrerausbildung auf Fuerteventura den Playa Sotavento beim Hotel Sol Gorriones. Der ganze Spot war fürs Windsurfen ideal. Der Wind blies stark und konstant und das Wasser bot Bedingungen von Flachwasser bis zu einem Meter hohe Wellen.

Insbesondere die Windsicherheit des Spots beeindruckte mich. Dafür sind zwei natürliche Effekte verantwortlich: Erstens wird der vorherrschende Nord-Ost-Passat auf Nord-West umgelenkt und muss sich durch zwei Bergzüge hindurchzwängen. Zweitens erwärmt die Sonne die Insel mehr als das Wasser, der kalte Passat muss sich unter der aufsteigenden Warmluft hindurchzwängen. Es kommt durch diese natürlichen Düsen, auch bekannt als die so genannte Sotavento-Düse, zu einer Doppelbeschleunigung und so hat der Spot wesentlich stärkeren Wind als die Umgebung. Ein weiterer wichtiger Punkt: Auch die nicht windsurfende Begleitung konnte sich an dem kilometerlangen, weißen Sandstrand bei perfektem Klima wohl fühlen. Ganzjährig angenehme Temperaturen, türkisfarbenes, glasklares Wasser und kurze Flugzeiten innerhalb Europas rundeten meinen Eindruck ab.

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1984 kam ich dann mit acht Boards und 30 Riggs im Gepäck auf Fuerteventura an. Vorher musste ich allerdings noch die Gemeinde davon überzeugen, dass am Strand in größerem Maßstab Wassersport betrieben wird und daher auch große Änderungen in der Infrastruktur notwendig werden würden, wie zum Beispiel neue Zufahrtswege, Parkplätze, etc. Als staatlich geprüfter, spanischer Segellehrer bekam zwar ich persönlich die Bewilligung, eine Schule zu eröffnen, hatte aber Probleme, Arbeitsbewilligungen für nicht spanisch sprechende, ausländische Mitarbeiter zu bekommen, da es die heute bekannte EU noch nicht in dieser Form gab. Die internationalen Reiseveranstalter mussten davon überzeugt werden, dass mein Produkt ausreichend Platz für eine gute Ausschreibung braucht statt eines kleinen Infosatzes „Sport vor Ort möglich“. Mein Konzept war nicht einfach nur, eine Windsurfschule aufzumachen, wo zufällig ein Urlauber vorbeikommt und eventuell Material ausleihen oder einen Kurs besuchen möchte, sondern ich wollte von zu Hause komplett buchbaren Windsurfurlaub anbieten. Das bedeutete, dass mein Programm in ihren Katalogen als viel Platz beanspruchende Sonderleistung veröffentlicht werden musste. Ständiger intensiver Kontakt zu internationalen Reiseveranstaltern verwirklichte meine Vision, sämtliche Leistungen bis ins Detail, wie die Buchbarkeit eines bestimmten Windsurfbrettes des Pro Center René Egli, weltweit buchen zu können. Da wir damals noch nicht bekannt waren, war es schwierig, andere von unseren perfekten Bedingungen zu überzeugen.

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1985 gelang es mir die englische Speedorganisation darauf aufmerksam zu machen, dass der Playa Sotavento viel Wind hat. Sie informierten die Windsurf-Profis und so organisierte ich im folgenden Jahr 1986 den ersten Worldcup. Seitdem organisiere ich nun jährlich die Worldcups auf Fuerteventura, welche mittlerweile bis zu 60 Millionen Fernsehzuschauer jährlich sehen. Im gleichen Jahr stellte Pascal Maka einen neuen Speedrekord mit 71,8 km/h auf. Seitdem treffen sich jedes Jahr die Windsurfprofis zum Kräftemessen direkt vor dem Pro Center I. Da Surfer bekanntermaßen auch gerne feiern, eröffnete ich 1996 die „Fuerte Action Bar“ in der Costa Calma, die sich zum Windsurf-Szene-Treff schlechthin entwickelte. 1997 ermöglichten wir während eines Super Grand Slam neben den Disziplinen Speed und Racing erstmals das Austragen eines PWA Freestyle Worldcups.

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Als das Pro Center I 1999 aus allen Nähten platzte, eröffneten wir mit dem Pro Center II einen für Anfänger und Fortgeschrittene gleichermaßen geeigneten Spot. Anfänger und Aufsteiger können in der großen, stehtiefen Lagune optimal zurechtkommen, während sich die Fortgeschrittenen an den Sandbänken vor der Lagune mit bis zu zwei Meter hohen Wellen vergnügen können. 2001 erweiterten wir das Angebot und integrierten im Pro Center I das Kite Center und veranstalteten im gleichen Jahr den ersten Kiteboard Worldcup, bei dem ebenfalls ein Rekord gebrochen wurde. Sebastien Cattelan stellte mit 8,87 Sekunden einen neuen Hangtime-Weltrekord auf.

Zwei Jahre später wurde mir von der kanarischen Regierung für die Organisation des Windsurfing- und Kiteboarding-Worldcups der Preis „Goldmedaille für die beste touristische Leistung 2003 auf den Kanarischen Inseln“ überreicht. Mittlerweile können unsere jährlich 10.000 Kunden zwischen 1.000 Segeln und 300 Windsurfbrettern sowie 180 Kites und 80 Kiteboards wählen, im Pro Center Hard Ware Shop und in sieben Fuerte Action Shops bummeln und sich in der „Fuerte Action Bar” stärken. Die Importfirma René Egli Canarias S.L. versorgt die Kanarischen Inseln mit dem neuesten Wind- und Kitesurfmaterial und etwa 70 Mitarbeiter sorgen in den unterschiedlichen Business Units dafür, dass alles reibungslos funktioniert.

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Fuerte Islander: Jürgen Hönscheid

{GALERIE} hoenscheid_1.jpgStundenlang stand ich als kleiner Junge im Alter von zwölf Jahren auf der Kurpromenade vor Westerland und schaute fasziniert den Rettungsschwimmern beim Wellenreiten zu. 1966 hatten die Lifeguards bereits Bretter aus Biarritz und netterweise durften wir Jungsurfer, so wurden unsere Gruppe von fünf Jungs damals genannt, sie ab und zu ausleihen. Wir erledigten im Gegenzug kleinere Aufgaben wie Gäste bei beschränktem Badeverbot aus den Nachbarbuhnenfeldern heraushupen oder abends die Mietschaufeln einsammeln. Eine weitere Bedingung, die sie an uns stellten, war, dass wir nicht rauchen, sonst hätten wir keine Bretter bekommen. Nebenbei, ich rauche bis zum heutigen Tag nicht, wahrscheinlich aufgrund dieser unterschwelligen Angst, dann kein Board mehr zu bekommen.Mit ihren VW-Bussen waren die Sylter Surfer bereits in den sechziger Jahren auf den Kanarischen Inseln. Im Frühjahr kehrten die Zugvögel braungebrannt wieder nach Sylt zurück und erzählten uns kalkweißen Wellenbad-Bodysurfern Geschichten von den perfekten Wellen, wo „kein Tropfen Wasser am falschen Fleck“ war. 1970 ging für mich ein Traum in Erfüllung: Vier Wochen Gran Canaria und ich durfte mit Walter Viereck, von den Canarios mittlerweile „Don Quadrado” genannt, in dessen Bus wohnen. Es war das Jahr der Shortboardrevolution, die Longboards wurden abgelöst durch kürzere SingleFin Pintails und die ersten Leashes tauchten auf. Vorher war Surfen mehr Schwimmen als alles andere, nach jedem Wipeout musste man sein Board wieder einsammeln, Felsenufer waren absolut tabu. Walter hatte sich für die handfeste Lösung entschieden. Er nahm sein sechs Meter langes und bestimmt drei Zentimeter dickes Abschleppseil, bevor er sich mit seinem berüchtigten „Aganaga-Schrei” die Wellen von Maspalomas oder Arguinigen herunterstürzte. Andere benutzten Gummiseile, mit denen die Boards wie eine Rakete zurückgeschossen kamen. Ich bastelte mir mit Harpunengummi, in das ich eine dünne Nylonschnur einfädelte, eine gut funktionierende Leash. Gran Canaria {GALERIE} hoenscheid_2.jpgwar damals noch nicht so stark bebaut. In Maspalomas am Leuchtturm gab es nur ein Hotel, in Arguinigen überwinterten ein paar Hippiesurfer in Plastikzelten. Es gab noch richtig originelle Tapa-Kneipen, in denen das Bier umgerechnet nur Pfennige kostete. Dazu die immer sonnig aufgelegten Canarios, die guten, konstanten Swells, das Klima – diese „Insel des ewigen Frühlings” gefiel mir schon sehr gut. Als auf Gran Canaria mit den Jahren stärker gebaut wurde und es für die Schwimmer mit ihren Bussen immer weniger gute Stellplätze gab, hielten sie nach Alternativen Ausschau. Wieder war es Don Quadrado und die Schwimmercrew, die Pionierarbeit leisteten, indem sie Fuerteventura erkundeten. Uwe Arndt vom damaligen „Haus am Watt” in Keitum gab mir mit seinen Schilderungen von unberührten Stränden, türkisem Wasser und der kontrastreichen Landschaft den Rest – da musste ich hin. Inzwischen waren wir mehrfach auf Hawaii gewesen. Uns gefiel es dort für eine Zeit lang auch gut, aber es war nicht das, was wir suchten.

Zusammen mit meiner Frau Ute und meinen Töchtern Bitsy und Sonni war es dann im Winter 1981/1982 soweit: Wir flogen das erste Mal nach Fuerteventura. Die Insel war kaum erschlossen. Uns verschlug es in den Norden der Insel. In dem kleinen Fischerdorf Corralejo gab es gerade mal eine asphaltierte Hauptstrasse, die Calle Principal. Alle anderen Straßen waren Schotterpisten, selbst die letzten 100 Kilometer in den Süden der Insel, nach Morro Jable, war aufgrund der unbefestigten Piste eine Tagesreise. Als Fortbewegungsmittel konnte man entweder einen Daihatsu Jeep mit ausgelatschten Federn oder einen schrottreifen Fiat Panda mieten. Aufgrund der Straßenbeschaffenheit erschien uns das teurere Allradfahrzeug sinnvoller und wir erkundeten damit die Strände im Norden. Einigermaßen bekannt war im Prinzip nur Cotillo. Wir benannten {GALERIE} hoenscheid_3.jpgden „Glass Beach” nach dem Haufen von Scherben am Strand. „Shooting Gallery” bekam seinen Namen aufgrund der leeren Patronenhülsen, die dort überall herumlagen. Die Surfer/Windsurfer waren damals die Majorero-Locals Sergio und Blas, der Belgier Leon hatte zwischen den Hotels „Oliva Beach” und „Tres Islas”, den Bausünden der sechziger Jahre, bereits eine Surfschule mit sehr relaxtem Ambiente eröffnet. Von Leon mieteten wir auch ein Apartment mit Basisausstattung am Strand. Einkaufen konnte man in den zwei „supermercados”, die nur ein kleines Warenangebot hatten. Der Überfluss wie zum Beispiel in den amerikanischen Supermarktketten auf Hawaii war hier nicht zu finden. Gab es Yoghurt, war es fast schon ein Feiertag für uns. Abends konnte man zwischen einer Hand voll Fischrestaurants wählen, in denen es keine deutsch- oder englischsprachige Speisekarten gab und man auf Spanisch bestellen musste. Die Welt war noch in Ordnung.

Vor allem die superbreiten, weißen Strände kombiniert mit dem türkisen Wasser hatten es meiner Familie und mir angetan – Fuerteventura war unsere Trauminsel. Wir hatten sehr gute Surf- und Windsurfbedingungen und flogen mit dem festen Wunsch, hier hin wieder zurückzukommen, nach Hause. Inzwischen war ich Windsurfprofi bei F2. Die Firma hatte ein Händlermeeting auf „heißen“ Tipp von Björn Schrader in Tunesien geplant. Parallel dazu sollte ein Werbefilm gedreht werden. Das Unternehmen endete jedoch in einer einzigen Katastrophe. Natürlich war kein Wind, es war saukalt und wir wohnten in einer Anlage an einem Nordhang, der den ganzen Tag den wärmenden Sonnenschein abschirmte. F2-Firmenchef Peter Brockhaus konnte sich im Krisenmanagement beweisen, die Stimmung unter den angereisten Händlern war bis aufs Äußerste gespannt. Das Essen war miserabel, einer biss sich im Speisesaal mit einem im undefinierbaren Reste-Couscous versteckten Korken einen Zahn aus. Es fehlte nicht viel zu einer Massenkeilerei. Zeit für uns, sich hier aus dem Staub zu machen. Ich schlug Peter vor, mit dem Kamerateam nach Fuerte zu fliegen, um den Film dort unter voraussichtlich besseren Bedingungen zu drehen. Fuerte sollte uns nicht enttäuschen, es gab Wind und Welle vom feinsten. Auf der Bootsmesse in Düsseldorf im Januar 1982 war der Film der Bringer, die Leute waren begeistert von „Europas Hawaii“. Auf der Messe war überall mein Konterfei auf riesengroßen Plakaten aufgehängt, sodass es mir schon peinlich war. „Das sieht ja hier aus wie bei Khomeni.“ Die Charchulla-Twins hatten doch immer den richtigen Kommentar zur richtigen Zeit parat.

{GALERIE} hoenscheid_4.jpgNach der Messe brach ein regelrechter Run auf Fuerte aus. Peter organisierte Händlerreisen dorthin, er plante zudem eine Profiworldcuptour und fragte mich nach den geeigneten Stationen. La Torche, Fuerte, Sylt, San Francisco, Hawaii nannte ich ihm. Beim Lauf auf Fuerteventura erwies sich der Wind als störrisch und es reichte nur zum Kursrennen. Genau einen Tag vor dem Wettbewerb waren allerdings Sideoffshore an der Shooting Gallery mit sauberen Wellen. Alles, was Rang und Namen hatte, ritt die masthohen Peaks: Robby Naish, Pete Cabrinha, Mike Eskimo, Phillip Pudenz, Kai Schnellbacher, Charly Messmer … Allerdings war es das dann auch. Der Rest der Zeit konnte nur zum Surfen ohne Segel genutzt werden. Der fehlende Wind brachte Fuerte den Namen „Flauteventura” ein. Zu meiner Erleichterung war das Gleichgewicht wieder hergestellt, indem die anfängliche Begeisterung für Fuerte abebbte, sodass wir wieder unsere Ruhe hatten. Ich konnte während unserer Langzeitaufenthalte wieder allein surfen, was allerdings fast ein bisschen langweilig wurde oder bei Monster-Bedingungen beängstigend war.

Es gab eine kleine internationale Gruppe, die sich nach und nach auf der Insel ansiedelte: Uli Cop, Morten, Gecko, Marco, Michel, Gerry, Mark, Mauro und Toto vom „Noworkteam“, Stefan und Adi von „SurfLife“, Mauro 2, der viele Spots mitentdeckte. Unser Freund, der Fotograf Charly Lang, hat bestimmt das größte Fuerteventura-Bilder-Archiv und war bei guten Bedingungen meist mit seiner Kamera dabei. Bei uns war es dann 1986 soweit. Ich hatte vom Worldcup und der vielen Reiserei mit 300 Kilogramm Windsurfgepäck rund um den Erdball die Schnauze voll. Meistens saß ich, alle Riggs aufgebaut, auf irgendeiner Veranstaltung. Nur fehlte sehr oft ein kleines Detail: der Wind, was auf Dauer doch sehr unbefriedigend war und als Ersatzprogramm immer nur Tauziehen mit der Regattaleitung – das konnte es doch nicht gewesen sein. Entscheidungen standen an. Obwohl ich immer noch vorne mitfuhr, kündigte ich meinen noch mehrere Jahre gültigen Profivertrag auf und wandelte ihn in einen Beratervertrag um.

Mein Geschäftspartner auf Sylt, Thomas Herz (Surf Line Sylt), wollte nach Teneriffa ziehen. Die Entscheidung, das Geschäft weiterführen zu wollen, hätte bedeutet, in der Hauptsaison im Sommer voll zu arbeiten, die langen Ferien der Kinder nicht zum Reisen nutzen zu können und im Winter, der geschäftlich flauen Jahreszeit, mit den wenigen Ferientagen der Kinder nichts anfangen zu wissen. So fiel unser Entschluss, erstmal nach Fuerte zu gehen. Surfbares Klima, auch im Winter, und dazu fast vier Monate Sommer-Schulferien für die Mädchen. Wir verkauften unsere Surfschule am Brandenburger Strand, den Surf Shop Sylt inklusive Custom-made-Werkstatt und Segelmacherei. Unser Toyota Landcruiser wurde mit dem Nötigsten beladen, darunter schwere Hanteln, ein besonders sperriger Bauchtrainer, Schreibmaschine, Diaprojektor, Kinderspielzeug und was man noch so alles braucht auf einer einsamen Wüsteninsel. Natürlich durfte das ganze Surfgerödel nicht fehlen. Der Landcruiser war bis zum Anschlag beladen. Unser Haus in Westerland wurde verpachtet. Wir wollten ja nicht aussteigen, uns gefiel es auf Sylt nach wie vor super, wenn da nicht der lange Winter gewesen wäre. Der Abschied fiel uns nicht schwer, denn er kam uns wie eine etwas längere Reise vor. Auf Fuerte bot mir unser Freund Ulli Cop eine Teilhaberschaft für mehrere Windsurfschulen an. Sehr schnell merkte ich allerdings, dass mir etwas fehlte. Ich brauchte eine handwerkliche Betätigung. Was lag da näher, als wieder mit dem Bretterbauen anzufangen. In Californien (Hawaii) und auch auf Sylt hatte ich von den damals bekanntesten Shapern wie Dick Brewer, John Hall, Peter Trombly, Tim Hupe, Harrold Iggy viel zu dem Thema gelernt. Den F2 Strato hatte ich selbst geshaped, Boards wie der Comet, Sunset, Starlit, Bullit, Point Rainbow waren von mir designt worden. Nun juckte es mich wieder in den Fingern: In Lajares fanden wir ein großes Haus, direkt an der Hauptstrasse. Eigentlich viel zu groß für eine Werkstatt, aber die Immobilie war günstig zu kaufen. Ich verbrachte Monate, nur um alles perfekt einzurichten. Das sollte kein „Chaoten-Schuppen” werden, sondern ein Hightech-Labor wie die Formel-1-Werkstätten, in denen man „vom Boden essen kann”. Glaubt einer nun, einzig und allein ein bekannter Name würde schon ausreichen, um Boards zu verkaufen, der irrt gewaltig. Ich musste bei Null anfangen und die Leute durch handwerkliche Qualität überzeugen. Nach und nach fingen die Locals an, sich Surfboards und Windsurfboards bei mir zu bestellen. Auf Fuerte gab es unter den Majoreros nur eine Hand voll Surfer, die dann die Werkstatt auscheckten und die Boards probierten.Wir lernten die Herzlichkeit und Gastfreundschaft der Einheimischen kennen, die uns oft zu großen Familienfesten einluden. Meist gab es Ziege aus dem Ofen, davor Gazpacho, eine typische Gemüsesuppe. Ab und zu schenkten sie uns Fisch, Thunfisch (Atún) oder Papageienfisch (Vieja). Wir gingen auch selbst viel angeln. Manchmal warf Ute vor dem Haus die Angel aus, wenn wir abends Gäste eingeladen hatten. Ein Majoreo nahm mich einmal mit zum Harpunieren. Das war nun gar nicht meine Welt, zudem ich es vorher noch nie gemacht hatte. Er rüstete mich mit Taucherbrille und Schnorchel aus, dazu bekam einen dicken Bleigürtel und auf gings. Allerdings schluckte ich durch das aufgewühlte Meer reichlich Salzwasser, zu viel Ballast zog mich nach unten und mir wurde so schlecht, dass ich mich durch den Schnorchel übergab. Dazu drückte mir der Bursche immer seine geschossenen Fische, die er durch die Augen gepiekst auf einen Ring zog, in die Hand. Für mich war an Harpunieren nicht zu denken. Ich schwamm durch die Brandung zum Ufer zurück, kroch an Land wie Robinson Crusoe. Der Typ hatte sich noch einen zweiten Härtetest ausgedacht, wenngleich dieser eigentlich eine Ehre für mich bedeutete. Er wollte mir den „Ultrasecreto Spot“ auf einer kleinen, vorgelagerten Insel zeigen. Dieses Geheimnis war mir aber bis dahin verborgen geblieben. Mit einem kleinen Fischerboot fuhren wir in eine Bucht, von wo aus es barfuß meilenweit über spitzen Lavastein ging, bis wir an die besagte Welle kamen. Dann mussten meine vom feinen Syltsand verwöhnten Füße noch über mit Seeigeln bestücktes Ufer einsteigen. Im Nachhinein betrachtet hätten wir direkt am Spot ankern können … Meine „Rache” hatte ich an einem Tag, an dem mein Expeditionskumpel als Windsurflehrer direkt vor unserem Haus mit einer Gruppe von zehn Anfängern unterwegs war. Er mit Jeansjacke bekleidet, Zigarette im Mundwinkel, im Schlauchboot sitzend, seine Herde von Anfängern mit ihren kleinen Segeln umkreisend. Einmal hat er zu viel Gas gegeben, denn das Boot warf ihn plötzlich in wilder Rodeomanier ins Wasser. Das ergab nun folgendes kurioses Bild: Er, mit nasser Jeansjacke und abgeknickter Zigarette, und eine verschreckte Gruppe auf den Brettern sitzend, werden von einem relativ schnell gleitenden, leeren Schlauchboot umzingelt. Wir lagen auf unserer Terrasse flach vor Lachen. Dann startete er einen zaghaften Versuch, ein Board als eine Art Bremsklotz zu benutzen. Nach einer halben Stunde hatte er es irgendwie geschafft. Rein ins Boot, Vollgas und die kleine arme Welle, die ahnungslos am Ende der Bucht dahinschlapperte, musste dran glauben und wurde bis zum letzten harten Turn auseinander gerippt. Man darf seine Autorität gegenüber den Schülern schließlich nicht verlieren.

Ähnliches war mir selbst einmal passiert, als ich einige Jahre zuvor zu dieser besagten perfekten Rechtswelle auf die geheime Insel wollte. Ich hatte nur einen Außenborder, Boote waren Mangelware und von unserem Haus über die Steine ins Meer zu schwer zu bewegen. So musste ein F2 Lightning-Windsurfboard daran glauben, es wurde abgesägt und eine Holzplatte als Spiegel für den Motor angeglasst. Die erste Testfahrt endete im Fiasko: Das Brett hatte keine gute Gleitlage, guckte vorn einen Meter aus dem Wasser und saugte sich hinten fest. Als alter Surfer wusste ich natürlich: An die Spitze robben und die Nase belasten. Tatsächlich legte das Teil die Ohren an und ging ab wie Schmidts Katze: Mit bestimmt 80 km/h donnerte ich durch die Bucht von Corralejo, durchs Kappelwasser kräftig durchgeschüttelt und mich krampfhaft an den Rails festhaltend. Umdrehen, um den festgestellten Gashebel zu entriegeln, war einfach nicht drin. So zog ich zur allgemeinen Belustigung meine Runden und wäre der Sprit nicht irgendwann ausgegangen, würde ich wahrscheinlich noch immer die Bucht flitzen. Mit einem aus zwei ausrangierten Windsurfboards konstruierten Katamaran hatte ich dann mehr Glück. Das war das perfekte Transportmittel für meine Surftrips und ich hatte dadurch Hunderte Tagen perfekte Wellen, nur ich und der für meine Gesellschaft Auserwählte. Manchmal war ich auch ganz allein, heute unvorstellbar.

Bretter für solche Zwecke waren damals keine Mangelware, denn F2 richtete ein Test- und Entwicklungscenter ein. Dazu wurde ohne behördliche Genehmigungen ein Privathaus angemietet, mit Shapewerkstatt und Segelmacherei versehen. Dann schaffte man 40 komplette Testboards illegal ins Land. Segelmacher Reinhard Pascher und Hawaii-Shaper Brian Hinde ließen die Nähmaschine rattern beziehungsweise den Elektrohobel aufheulen. Das ging eine überraschend lange Zeit gut, bis eines Tages ein dunkler Typ mit schwarzer Lederjacke, Porsche-Brille und Lederhandschuhen vor der Tür stand. Er wollte sich die Hände nicht schmutzig machen, wenn er eine „dumme“ Frage von einem F2-Mitarbeiter mit einem Schlag ins Gesicht so „kräftig beantwortete“, dass der Betroffene, auf dem Rücken liegend, über den Kachelboden wegschlitterte. Natürlich wollte auch keiner mit ihm diskutieren, schon gar nicht angesichts der schwer bewaffneten Uniformierten im Hintergrund. Es waren die letzten Überbleibsel des Francoregimes. Der Laden wurde dicht gemacht, das Material konfisziert.

Ein anderes Mal gab der Dorfpolizist einen Warnschuss ab, als ein Italiener in der kleinen Corralejo-Bucht durch den Badestrand windsurfte. Ja, die Zeiten waren damals hart an der Küste. Diese Autorität hätte ich mir als Rettungsschwimmer an der Buhne 16 in Kampen auch gewünscht. Dafür gab es zu dieser Zeit kaum Diebstähle im Gegensatz zu heute, wo zahlreiche Mietwagen aufgeknackt werden. 1998 eröffneten wir unseren Shop in Lajares. Das Board-Geschäft lief sehr gut und was lag näher als auch eine gute Ausstellungsfläche zu schaffen und das ganz bewusst nicht im Touricenter Corralejo. In Lajares sondierte sich die Spreu vom Weizen, wir wollten den Shop für Surfer und Windsurfer und eine individuelle Beratung. Ute und Sonni macht die Arbeit im Shop sehr viel Freude. Surfer haben immer viel von ihren Reiseabenteuern zu erzählen und es wird nie langweilig. Heute haben wir fast immer einen Stock von 100 Surfboards, eine eigene Klamottenlinie und führen auch sämtliche Hardware, die zum Windsurfen und Surfen gebraucht wird. Wir haben relativ kurze Öffnungszeiten, um noch genug Zeit für unsere eigenen, fast täglichen Surfsessions zu haben. Da wir das Glück haben, direkt am Meer zu wohnen, merke ich meist nachts schon an den Wellengeräuschen, wo wir am nächsten Tag surfen können. Mittlerweile habe ich in meinen Töchtern gute Surfkumpels. Bitsy, 26, Sonni, 23, und Janni, 14, sind alle gute Surferinnen. Die beiden Älteren waren sogar Rettungsschwimmerinnen an „meinem alten Strand”, der Buhne 16 in Kampen. Heute, nach zig Brettern, gehe ich immer noch gern in meinen Shaperaum. In einem Garten mit viel Grün und Blumen habe ich meine Werkstatt installiert. Im Gegensatz zu früher schaltet sich bei mir heute der „Autopilot” ein. Ich muss nicht mehr großartig nachdenken, wie ich zu der Endform gelange. Hast du genug Erfahrung nach Jahrzehnten im Shaperaum, verbindest du fast schon instinktiv die richtigen Komponenten, um zum „magischen” Board zu gelangen. Ich klebe die Sandwichplatten noch unter Vakuum auf und mache später meist ein Airbrushdesign, Lamination und Lackierung überlasse ich meinem Mitarbeiter Jens.

In der isolierten Abgeschiedenheit der Shapekabine bleibt dir auch jede Menge Zeit für Gedanken. Es ist viel geschehen auf Fuerte Nord. Überall werden Wohnanlagen aus dem Boden gestampft. Warum bleibt man damit nicht im Zentrum? Auch wenn alles flach gehalten und relativ schön angelegt wird, es zerstört doch ein Kapital der Insel, nämlich die unberührte Wüstenlandschaft. Natürlich ist es auch auf dem Wasser voller geworden: Festlandspanier und Südamerikaner sind in Massen gekommen. Surfer aus allen Teilen Europas runden das Bild ab. Manchmal fehlt der Respekt untereinander, die Stimmung ist aggressiver geworden. Es gibt unendlich viele Surfschulen, die die Mengen an die Strände karren. Erfahrene, alteingesessene Schulen weichen sinnvoller Weise auf Strände aus, die weniger frequentiert werden. Andere wiederum schicken ihre Leute mit den BICs tatsächlich in die Peaks, die eigentlich den erfahrenen Surfern vorbehalten sein sollten. Die Surfanfänger beherrschen ihr Material nicht, fahren sich und andere über den Haufen ohne jede Kenntnis von Verhaltensregeln. Mit der Anzahl der Surfer und Windsurfer steigt natürlich auch der Umfang der lokalen Surfindustrie. Wir haben jetzt unseren eigenen Surfclub, „Mar Azul”, in dem mich die Locals zum Vizepräsidenten ernannt haben. Ab und zu richten wir kleinere, lokale Contests aus.

Zumindest haben wir Surfer jetzt eine Lobby und können versuchen, bei eventuellen Baumaßnahmen am Strand Schlimmeres abzuwehren. Große kommerzielle Wettbewerbe sind nicht besonders erwünscht. Vielleicht ein wirklich großer, damit die Gemeinde glücklich ist, dann soll aber für den Rest des Jahres möglichst Ruhe sein. Das Problem ist, wie negative Beispiele in Biarritz, Portugal oder auf Hawaii zeigen, dass man die Anzahl der Contests kaum kontrollieren kann. Jedes Wochenende ist irgendeine Werbeveranstaltung, die bezahlten Pros zeigen ihr Können. Der Endverbraucher, also der normale Surfer, kann die Produkte entsprechender Firmen konsumieren. Selbst surfen ist nicht erwünscht, dafür sorgen schon die bezahlten Security-Guards, die das Wasser „sauber” halten. Da bleibt vielleicht noch ein bisschen Johlen, wenn ein mit Aufklebern behängter Pro durch die Tube brettert. Relaxtes Surfambiente wird dadurch zerstört.

Wenn sich auch vieles verändert hat, leben wir immer noch sehr gern auf Fuerteventura. Unsere jetzigen Nachbarn sind auf linker Seite Oskar, den wir schon ewig kennen und der eines der ersten Restaurants hatte, genauso wie Wasi vom ersten Supermarkt, die zu unserer Rechten wohnt. Durch sie werden wir täglich an das „alte” Corralejo erinnert. Auch der Sylter Don Quadrado verbringt einen Teil des Jahres in Lajares, der Kreis schließt sich wieder.

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Fuerte People: Patrick Kohl

{GALERIE} fuerteint_1.jpg1. Dein Name / Alter / Herkunftsland!
2. Wie lange bist du schon hier und wie lange willst du noch bleiben?
3. Was tust du hier beruflich?
4. Kreuze an: O Surfer O Windsurfer O Kitesurfer O T-Shirt-Surfer
5. Was tust du als Erstes nach einer Surfsession?
6. Welcher ist dein Lieblingsspot?
7. Welches ist dein Lieblingsrestaurant?
8. Was vermisst du an deiner Heimat am meisten?
9. Wieso lebst du gerade hier (in einem Satz!)?
10. Was stört dich an Fuerte am meisten?
11. Beschreibe Fuerte mit drei Worten!
1. Patrick Kohl/ 21 / Deutschland.

2. Mittlerweile lebe ich seit zwei Monaten in Corralejo.

3. Ich arbeite in einem kleine Szenecafé in der Hauptstraße von Corralejo: Secreto Energy Ice.

4. Surfer und Windsurfer

5. Ich setze mich an den Strand, genieße und rekapituliere meinen Surftag – wahrscheinlich, weil ich zu erschöpft bin, um mich anderweitig zu betätigen.

6. Fuerte bietet eine Menge pathetischer Spots mit tollen Buchten, Wellen, sauberen Stränden, klarem Wasser, die so im europäischen Raum, wenn man die Kanaren dazuzählen darf, kaum zu finden sind. Es gibt viele traumhafte Plätze, die beste Bedingungen zum Surfen bieten, da fällt es mir schwer, einen herauszugreifen. Einer meiner Lieblingsspots ist auf jeden Fall „punte de mujer“ – das ist aber mehr eine persönliche Geschichte.

7. Es ist gar nicht so einfach, hier eine gute, alttypisch-kanarische Küche zu finden – ich bin noch auf der Suche. Und eigentlich stehe ich mehr darauf, mit Freunden irgendwo an den Strand zu fahren und zu grillen oder in meinem „piso“ mit ihnen zu köcheln.

8. Ganz klar, meine Familie und meine Freunde, sie sind einfach superwichtig für mich und bieten mir den nötigen Rückhalt – schöne Grüsse von hier an dieser Stelle!

9. Ich hatte mal wieder Glück!

10. Das sich die Insel so vom Tourismus lenken lässt und immer noch mehr Hotelanlagen aus der Erde gestampft werden. Meiner Meinung nach wäre es wichtig, dass besonders in den Gebieten, die nach Tourismus schreien, eine gewisse Authenzität erhalten bleibt.

11. Dekadent – steinig – und auf keinen Fall langweilig!!!

Ab in die TonneNicht so gutGeht noch besserGanz gutEcht gut!Hammer!!!! (bisher keine Bewertungen)

Fuerte People: Nicole Boronat

{GALERIE} fuerteint_2.jpg1. Dein Name / Alter / Herkunftsland!
2. Wie lange bist du schon hier und wie lange willst du noch bleiben?
3. Was tust du hier beruflich?
4. Kreuze an: O Surfer O Windsurfer O Kitesurfer O T-Shirt-Surfer
5. Was tust du als Erstes nach einer Surfsession? 6. Welcher ist dein Lieblingsspot?
7. Welches ist dein Lieblingsrestaurant? 8. Was vermisst du an deiner Heimat am meisten?
9. Wieso lebst du gerade hier (in einem Satz!)?
10. Was stört dich an Fuerte am meisten?
11. Beschreibe Fuerte mit drei Worten!

1. Nicole Boronat, 42, Paris. Meine Eltern kommen jedoch eigentlich aus Spanien. Während des Bürgerkrieges sind sie nach Algerien geflohen, was damals eine französische Kolonie war. Nach der Unabhängigkeit Algeriens sind meine Eltern nach Paris gezogen, wo ich geboren wurde.

2. Ich lebe, zusammen mit Stephane, seit vier Jahren auf Fuerteventura und unser Plan für die Zukunft? Who knows? Fuerteventura ist für uns der perfekte Ort in Europa. Far enough – but still close!

3. Auch ich habe Glück mit meinen Windsurfsponsoren (Tabou, Guns Sails, Fuertwagen, Secreto Enery, Rip Curl)! Und wir haben zwei Appartements, die wir vermieten.

4. Ich windsurfe und surfe. Kiten habe ich ausprobiert und festgestellt, dass es nichts für mich ist.

5. Nach einem perfekten Windsurftag gehen wir oft noch mit Freunden einen Kaffee trinken oder Secreto Energy Eis essen, um wieder zu Kräften zu kommen! Nach einem perfekten Surftag bleiben wir oft noch gemeinsam am Wasser und genießen das Ambiente.

6. Fürs Windsurfen: Machanicho und La Caletta. Wenn die Spots funktionieren, ist es selbst bei großen Wellen einfach und nicht zu gefährlich. Beim Surfen hängt es absolut von den Bedingungen ab. Da muss man einfach rumfahren und schauen.

7. Ich mag das „El Horno“ in Villaverde.

8. An Paris vermisse ich eigentlich nur meine Familie. Viele unserer Freunde leben noch in Tarifa und deshalb vermissen wir wohl eher diesen Ort.

9. Die Kanaren haben einen gewissen afrikanischen Einfluss, aber ansonsten politisch, gesellschaftlich und wirtschaftlich stabile Verhältnisse.

10. Der massive Tourismus, wie er in den letzten beiden Jahren hier aufgebaut wurde, tötet die kulturelle Vergangenheit Fuerteventuras. Die Insel braucht zwar den Tourismus, aber nicht in dieser Form. Es ist eine Schande, dass die Verantwortlichen nicht aus den Fehlern gelernt haben, die sie auf Gran Canaria oder im Süden von Teneriffa bereits begangen haben. Es geht diesen Menschen nur ums Geld und nicht um die Insel. Auf Tarifa wurde mit diesem Massentourismus schon vor Jahren begonnen. Das war mit einer der Gründe, warum wir es verlassen haben.

11. Trocken – spirituell – wunderschönes Licht.

Ab in die TonneNicht so gutGeht noch besserGanz gutEcht gut!Hammer!!!! (bisher keine Bewertungen)

Fuerte People:Stephane Etienne

{GALERIE} fuerteint_3.jpg1. Dein Name / Alter / Herkunftsland!
2. Wie lang bist du schon hier und wie lange willst du noch bleiben?
3. Was tust du hier beruflich?
4. Kreuze an: O Surfer O Windsurfer O Kitesurfer O T-Shirt-Surfer
5. Was tust du als Erstes nach einer Surfsession?
6. Welcher ist dein Lieblingsspot? 7. Welches ist dein Lieblingsrestaurant?
8. Was vermisst du an deiner Heimat am meisten?
9. Wieso lebst du gerade hier (in einem Satz!)?
10. Was stört dich an Fuerte am meisten?
11. Beschreibe Fuerte mit drei Worten!

1. Stephane Etienne, 38. Ich bin zwar Franzose und auch in Frankreich geboren, lebte aber die ersten zehn Jahre meines Lebens in Tunesien. Dann ging meine Familie zurück nach Frankreich und mit 20 ging ich mit Nicole nach Tarifa.

2. Vier Jahre lang leben wir nun hier und wie lange wir noch bleiben werden, weiß ich nicht. Ich weiß nur, dass es wahrscheinlich der beste Platz zum Leben ist in Europa. 3. Man kann mich wohl immer noch Windsurfprofi nennen und dank meiner Sponsoren komme ich über die Runden (Tabou, Guns Sails, Fuertwagen, Secreto Enery, Rip Curl).

4. Windsurfer, Surfer. Kiten habe ich probiert, aber gleich wieder damit aufgehört. Ich mag es zwar, aber wenn man hier alle drei Sportarten ausübt, wird man irgendwann verrückt. Man weiß nicht, was man zuerst machen soll.

5. Wenn ich einen richtig guten Wellenreittag hatte, bleibe ich am Strand und schaue mir den Sonnenuntergang an. Das ist nichts Rituelles, sondern für mich das perfekte Ende einer tollen Session.

6. Ich kann das überhaupt nicht auf einen Spot begrenzen. Wir richten uns eigentlich immer nach den Bedingungen und fahren dann an den perfekten Spot, ob das nun Glass Beach, Machanicho oder La Caletta ist. Wir mögen alle Spots bei der entsprechenden Wind- und Swellrichtung. Und so ist es auch beim Surfen.

7. „El Horno“ an der Hauptstraße von Villaverde. Nicht nur, dass es gleich bei uns um die Ecke ist, sondern auch das Essen ist wirklich gut und nicht teuer.

8. An Frankreich vermisse ich nichts. Aber ich vermisse unser soziales Umfeld in Tarifa. Die Lebensweise dort ist unheimlich relaxed und angenehm.

9. Für mich ist es das Hawaii Europas: guter Surf, guter Windsurf, gutes Wetter.

10. Die Entwicklung des Tourismus’ ist eine Katastrophe. Wenn man sich mal anguckt, wie sich die kleinen Orte in den letzten zwei, drei Jahren verändert haben, ist das schlimm.

11. Wüste – blaues Wasser – Variety.

Ab in die TonneNicht so gutGeht noch besserGanz gutEcht gut!Hammer!!!! (bisher keine Bewertungen)

Fuerte Islander: Joachim “Jolli” Hirsch

{GALERIE} joachimhirsch_1.jpg„Am meisten vermisse ich an Deutschland den Wald,“ sagt Jolli und trinkt einen großen Schluck Dorada Bier. Joachim Hirsch, Jollis bürgerlicher Name, lebt mittlerweile zwölf Jahre auf Fuerteventura, der Insel, von der er schon als 13-Jähriger träumte. Dem Windsurfen verfallen, lernte er 1980 während eines Sommerurlaubs in Italien einen smarten Surflehrer kennen. „Der konnte mit seinen kurzen Boards schon richtig Wellen abreiten und war dem allgemeinen Stand des Windsurfens weit voraus!“, erzählt Jolli begeistert. Gelernt hatte er diese Form des Windsurfens auf Fuerteventura, sodass für Jolli ab diesem Moment feststand: Da muss ich hin!Zwölf Jahre später, nach Abitur und einer Banklehre, drohte Jollis Leben in eine Richtung einzuschlagen, die er niemals für sich in Erwägung gezogen hatte. Der Gedanke, als Bankangestellter nur drei Wochen Urlaub am Stück zu haben, bereitete ihm von Anfang an schlaflose Nächte. So machte sein Leben keinen Sinn. Und als der Chef dem Vorschlag einer unbezahlten Urlaubsvariante nicht zustimmen wollte, kündigte Jolli seine Anstellung. Von diesem Zeitpunkt an verselbstständigte sich sein Lebenstraum und wurde Realität. Mit 25 brach Jolli alle Zelte in Deutschland ab und machte sich, unter Vorgabe einer einjährigen Auszeit, auf den Weg in Richtung Süden. Die Reiseroute war gesteckt und Jolli war von Anfang an klar, dass ein Jahr für diesen Trip nicht ausreichen würde, „aber irgendetwas muss man seinen Eltern erzählen.“ Über Frankreich, Spanien und Portugal sollte Fuerteventura sein Endziel sein. „Ich ließ mir für den Trip eine Menge Zeit“, erinnert sich Jolli. „Vor allem in Guincho (Portugal) blieb ich lange. Mein nächstes Ziel war dann Tarifa.“ Dieser letzte Stopp vor dem Übersetzen nach Fuerteventura erwies sich später als schicksalshaft, lernte er dort die spätere Mutter seiner zwei Kinder kennen.

{GALERIE} joachimhirsch_2.jpgAls es kalt wurde in Guincho und der Regen nicht aufhören wollte, ging es Richtung Süden. Dort angekommen traf Jolli auf viele bekannte Gesichter, die er im Laufe seiner Europatournee an anderen Spots kennen gelernt hatte. In Wagenburgen bei Lagerfeuerromantik ließ es sich aushalten. Jollis Leben sollte fließen. Fern aller Zwänge und Restriktionen lebte er mittlerweile seit fast elf Monaten diesen Traum. Aber auch bei der bescheidensten Lebensweise ging irgendwann die Kohle zur Neige. Durch glückliche Umstände lernte Jolli in Tarifa einen Typen kennen, der gestohlene Wagen auf Versicherungskosten quer durch Europa den eigentlichen Besitzern wieder zuführte. Jolli war für diesen Job „prädestiniert“. Mittlerweile sprach er drei Sprachen und besaß darüber hinaus noch einen wertvollen LKW-Führerschein. „Die Jobs waren teilweise haarsträubend. Ohne Schlüssel oder Papiere überführten wir einmal ein Wohnmobil von Tarifa nach Finnland. Als wir an der spanischen Grenze ankamen und die Zoll beamten den kurzgeschlossenen Wagen sahen, ohne dass wir Papiere vorweisen konnten, behandelten sie uns wie Schwerverbrecher! Als wir es dann irgendwie bis nach Deutschland geschafft hatten, fing es plötzlich an zu schneien. Der zweite Fahrer, ein Spanier, der noch nie Schnee gesehen hatte, geriet so in Panik, dass wir nur im Schritttempo vorwärts kamen.“

{GALERIE} joachimhirsch_3.jpgJolli genoss das Leben in Tarifa. Er konnte jederzeit Windsurfen, hatte „sein Haus“ dabei und die hübscheste Frau des Ortes war seine Freundin. Paqui arbeitete in einem Surfshop, wie sollte es anders sein. Die Geschichte, wie die beiden sich kennen gelernt haben, schwankt je nach Sicht des Erzählers. Sicher ist, dass beide zwei Monate lang in einem Supermarkt umeinander herum tänzelnten, bis sich Jolli endlich dazu entschloss, sie anzusprechen. Jolli ist sich sicher: „Sie schlich zwei Monate hinter mir her!“ Paqui erzählt es genau andersherum … Nachdem Jolli ungefähr sechs Monate in Tarifa gelebt hatte, kam der Tag des Aufbruchs.

„Endlich war ich auf Fuerteventura angekommen. Ich fuhr in Puerto del Rosario von der Fähre, aus der Stadt heraus und dachte, ich wäre auf dem Mond gelandet: nur Steine, Staub und Dreck, keine Vegetation, keine grünen Pflanzen. Ich befürchtete, dass mich alle verarscht hätten!“ Der erste Eindruck haute Jolli förmlich um. Von einer Sekunde auf die andere platzte sein Lebenstraum. Aber dann ging es Richtung Corralejo: „Plötzlich fuhr ich durch weiße Sanddünen im Naturpark bei Flag Beach. Das Wasser wurde immer grüner und dann sah ich sie: die Wellen! Solche Wellen hatte ich noch nirgendwo gesehen. Geile, große Wellen, die richtig liefen, in einer türkisen Farbe, die ich noch nie vorher gesehen hatte. Plötzlich frischte der Wind auf und da wurde mir klar: Das ist das Paradies!“ In diesem Moment stand fest: „Hier bleibe ich länger.“ Als am nächsten Tag bei Flaute perfekte Wellenreitbedingungen am Northshore herrschten, war das Paradies komplett. Bereits kurze Zeit später bekam Jolli einen Job als Surflehrer am Flag Beach. Als im Winter der Andrang an Schülern kleiner wurde, kam Jolli bei Jürgen Höhnscheid unter. Jürgen hatte sich mit dem Kauf eines Katamarans, der nach einem Sturmschaden günstig verkauft wurde, einen Traum erfüllt. Einen Teil der Komplettsanierung sollte Jolli übernehmen und so schliff er einen Monat lang die Rümpfe ab. „Es war ein harter Job, aber er war gut bezahlt.“

Knapp zwei Jahre lebte Jolli mittlerweile in seinem VW-Bus. Er hatte ihn vor Reiseantritt so gewissenhaft ausgebaut, dass es ihm an nichts fehlte. Und dieser Ausbau sollte es ein, der Jollis Lebensweg zunächst weiter bestimmte. Durch Zufall sah ein Tischler den Innenausbau und war davon so angetan, dass er Jolli in seiner Tischlerei unterbrachte. Vier Stunden am Tag zu arbeiten, war für Jolli ideal. So hatte er genug Zeit, sich seiner Leidenschaft zu widmen, und gleichzeitig verdiente er genügend Geld. Doch nach einiger Zeit war es mit diesem Job wieder vorbei. Die Vorstellungen des Meisters und diejenigen von Jolli hinsichtlich der Arbeitszeiten gingen nicht konform: Es war viel zu tun und Jolli sollte mehr arbeiten. Für aber nur drei Euro die Stunde, ohne Versicherung und selbstverständlich schwarz war Jolli das Risiko, sich bei der Arbeit zu verletzen, zu hoch, und so kündigte er.

Leicht abgebrannt nahm er anschließend ein Jobangebot in Tarifa an. Der Surfshop „The art of surfing“ sollte komplett neu gestaltet werden. Handwerklich geschickt baute Jolli einen Shop, der noch heute seine Handschrift trägt. Langsam wurde Jolli klar, dass es so nicht weitergehen konnte. Unzufrieden über den ständigen Wechsel von einem Job zum nächsten, stand eine Entscheidung an. Aber was tun? Studieren in Deutschland? Um dort wieder anzukommen, von wo man vor zwei Jahren geflüchtet war? Unter gar keinen Umständen! „Ich fragte mich, was mich am meisten fasziniert und was ich am besten kann. Meine größte Leidenschaft war mittlerweile nicht mehr das Windsurfen, sondern das Wellenreiten. Dann hatte ich in meinem Leben schon oft Unterricht gegeben, sowohl Windsurf- als auch Gitarrenunterricht. So fasste ich den Entschluss, eine Wellenreitschule zu eröffnen. Das hörte sich nach einem guten Plan an. Alle Wünsche und Bedürfnisse waren mit diesem Job unter einen Hut zu bekommen. Ein Ferienclub fand die Idee einer Kooperation mit einer Surfschule auch reizvoll und so investierte Jolli seine letzte Kohle, die eiserne Reserve, in fünf Wellenreiter und zehn Neoprenanzüge. Wie das nun mit Absprachen so ist, wollte der Ferienclub, das große Geld witternd, nicht mehr eine bloße Kooperation, sondern eine eigene Schule mit Jolli als Lehrer. „Ich wollte aber nicht wieder für irgendjemanden ein Business aufbauen, um dann nach wenigen Monaten vor die Tür gesetzt zu werden.“ So endete die Zusammenarbeit, bevor sie richtig begann.

Da stand Jolli nun also mit fünf Boards, zehn Neos, einem alten VW-Bus und 100 Euro in der Tasche. Er war nie der Typ gewesen, der einfach aufgibt. Das Einzige, was noch helfen konnte, war die Flucht nach vorn. Jolli tauschte einen Neoprenanzug gegen die Produktion von Flyern und stellte sich wochenlang, Abend für Abend, in die Fußgängerzone von Corralejo und sprach Leute an. „Wenn ich es schaffe, den Leuten die Faszination des Wellenreitens zu vermitteln, dann schaffe ich es auch mit der Schule!“ Jolli legte seinen Fokus auf die Schulung und das war auf Fuerteventura neu. Es gab zwar schon einen Mitbewerber, der zwei Monate zuvor eine Surfschule eröffnet hatte, dieser jedoch legte den Schwerpunkt auf Surf-Safaris.

Da Jolli immer noch keine feste Bleibe hatte, kooperierte er mit seinem Freund Kussi, der in Corralejo einen Bikeshop führte. Der „Vulcano-Bikeshop“ wurde auf der Rückseite des Flyers von Jollis Wellenreitschule beworben und im Gegenzug nahm Kussi die Anmeldungen von Jollis Schüler an. Man glaubt es kaum, aber es meldeten sich tatsächlich Schüler an. Jolli redete sich um Kopf und Kragen und langsam, aber sicher fing die Surfschule an, zu laufen. Das erste Jahr war natürlich nicht rosig. Im Sommer konnte sich Jolli mit den Einnahmen über Wasser halten, der Winter wurde jedoch hart. Zum Glück überbrückte seine Freundin die schlimmsten Monate bis zur zweiten Saison. Den Winter nutzte Jolli, um bei den Hotels vorstellig zu werden und um für Kooperationen zu werben. Damals lachten ihn die Leute noch aus. Keiner glaubte an den Erfolg einer Wellenreitschule. „Ich habe alles versucht, um die Schule zum Laufen zu bringen. Ich bin wie ein Geisteskranker durch die Gegend gelaufen, um den ein oder anderen davon zu überzeugen, dass genau er der Richtige für diesen Sport ist.“ Im zweiten Jahr arbeitete Jolli dann mit der Gemeinde zusammen, die umfangreiche Ferienprogramme für Kinder organisierte. So konnten Schulkinder in ihren dreimonatigen Sommerferien kostenlos Surfkurse bei Jolli besuchen, für die die Gemeinde mit kleinen Pauschalbeträgen aufkam. Auch das Werben bei Hotels und Ferienanlagen trug erste Früchte. Die ersten Veranstalter in Deutschland nahmen die „Natural Surf“-Schule ins Programm auf. Trotzdem musste Jolli die komplette Saison nachmittags zusätzlich als Rettungsschwimmer arbeiten, um einigermaßen über die Runden zu kommen.

Im dritten und vierten Jahr kam ein Schneeballeffekt ins Rollen und die Surfschule begann, rentabel zu werden. Nichtsdestotrotz arbeitete Jolli in der Hauptsaison sieben Tage die Woche. Endlich konnte er das ganze Jahr von der Surfschule leben, wenn auch auf sehr bescheidenem Niveau.

Zwei Mal die Woche brachte Jolli als Lead-Gitarrist bei Auftritten in Discos mit seiner Band die Leute zum Ausflippen. „Das war eine verrückte Zeit. Aber irgendwann wurden die Auftritte zu zahlreich und ich musste mich für eines der Leben entscheiden: Entweder abends rocken, saufen und kiffen, den Tag über abhängen und proben, um dann abends wieder von neuem zu starten, oder weiter meine Surfschule ausbauen und surfen.“

Das fünfte Jahr sollte zu einem wichtigen Wendepunkt in der Geschichte der „Natural Surf“-Schule werden. Das Modelabel „Matador“ kam nach Fuerteventura und mit ihm viele alte Freunde Jollis. Der erste richtig stylische Laden auf Fuerteventura, der Matador-Shop in der Hauptstraße von Corralejo, öffnete seine Pforten. Die „Natural Surf“-Schule wurde in „Matador Surfschool“ umbenannt und eine erfolgreiche Kooperation nahm ihren Lauf. Die Surfschule wurde immer weiter ausgebaut. Das Angebot erweiterte sich, Fortgeschrittenenkurse wurden ins Programm aufgenommen und auch die ersten Mitbewerber stellten langsam fest, dass es tatsächlich den Bedarf für eine Surfschule auf Fuerteventura gab. Heute blickt Jolli auf zehn erfolgreiche Jahre zurück. Die „Matador Surfschool” ist die erfolgreichste Surfschule auf Fuerteventura. Wenn er über die Vergangenheit spricht, wirkt er gelassen und zufrieden. Nur einige Mitbewerber rufen bei ihm einen leicht säuerlichen Gesichtsausdruck hervor. Einige fahren das „japanische Modell” (schlichtes Modellkopieren des Marktführers), andere schulen am Rande der Illegalität. Billigkonkurrenten überschwemmen gerade in den letzten beiden Jahren den Inselmarkt. Dumpingpreise mancher Anbieter beruhen auf der mangelnden Absicherung der Schüler. Viele Schulen arbeiten ohne Versicherung, ohne Gewerbezulassung und ohne Steuern zu zahlen, sodass sie die Preise von seriösen Anbietern unterbieten können. Jolli nimmt dies gelassen: „Viele Schüler kommen nach dem ersten Tag bei einer Surfschule zu uns, um hier einen Kurs unter professioneller Anleitung zu beenden.” Qualität zahlt sich immer aus. „Es reicht nicht, einen blonden Jüngling an den Strand zu schicken, der dann den Mädels auf den Arsch glotzt und ansonsten selbst surfen geht.” Jolli nimmt für sich in Anspruch, eine „echte Schule” zu sein. Seine Mitarbeiter müssen eine Ausbildung als Wellenreitlehrer absolviert haben. Auch das ist ein Grund, warum die „Matador Surfschool” die einzige ist, die vom FCS (Federacion Canaria de Surf, Kanarischer Wellenreitverband) anerkannt ist. „Die Gemeinde und der Verband sind im Begriff, diese Regelungen für alle Surfschulen umzusetzen, um gegen illegale und unseriöse Anbieter vorzugehen. Das Schlimmste wäre, wenn einem Surfschüler etwas passieren würde. Vor Jahren gab es das gleiche Problem bei den Tauchschulen. Erst als ein Anbieter einen Kunden unter Wasser verloren hatte, begann die Gemeinde, allgemein gültige Regelungen für alle Tauchschulen einzuführen. Und es ist auch kein Geheimnis, dass ich mich für eine ähnliche Regelung bei den Surfschulen einsetze.”

Jolli sieht der Zukunft gelassen entgegen. Rückblickend betrachtet hat er alles richtig gemacht. Er lebt mit seiner Frau und seinen zwei Kindern Antonio (5) und Daida (2) in einem schönen Häuschen in Villaverde. Er spricht gern über die gute, alte, wilde Zeit. Sollte er sein Leben noch einmal leben, er würde alles genauso wiederholen. Und wer kann das schon von sich behaupten?

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