Archiv für Juni 2006

Wild Wild West

Jericoacoara ist in aller Munde. Ob nun Freestyle-Pros oder Wave-Einsteiger, seit der Entdeckung des Spots 1999 zieht es jedes Jahr mehr und mehr Windsurfer an diesen Spot im Norden Brasiliens. Im Dezember 2005 machte sich ein internationales Dreamteam auf den Weg, diese Oase für Windsurfer genauer zu erkunden!

{GALERIE} wilwildwest1.jpgAls mich Anfang Dezember Nathalie von der Surf & Action Company aus München anrief, hatte ich meinen Frieden mit einer Überwinterung im kalten Deutschland eigentlich schon gemacht. „Hast du Lust, nach Brasilien zu fliegen?“ Das ist eine Frage, die man sich nicht zwei Mal stellen lassen sollte! „Ich bin dabei!“, schoss es aus mir heraus. Bereits eine Woche später saß ich im Flieger Richtung Brasilien.

{GALERIE} wilwildwest2.jpgMit mir an Bord ein Dreamteam der internationalen Windsurfpresse: Lord Gary von Boards UK, Josh von Windsurfer USA, Arnaud vom Planchmag Frankreich, Mart von Motion Holland und Julian Schlosser als Fotograf. Mit der TAP Air Portugal landeten wir in Fortaleza. Von dort aus hat man zwei Möglichkeiten nach Jeri zu kommen: Der erste Weg ist ein 4×4-Jeep, um die restlichen 300 Kilometer zurücklegen. Die ausgebaute Straße endet allerdings rund 100 Kilometer vor Jeri, sodass die letzten eineinhalb Stunden direkt an der Wasserkante am Strand und durch Dünen fahrend wirklich ein Erlebnis sind. Dieses Vergnügen hatten wir allerdings erst auf der Rückreise. Auf dem Hinweg wurden wir standesgemäß mit einem Helikopter nach Jericoacoara geflogen. Und wer ein bisschen Knete übrig hat, sollte sie an dieser Stelle investieren! Auf dem einstündigen Flug entlang der Küste kann man nicht nur Fortaleza von oben sehen, sondern auch die atemberaubende Landschaft und die endlosen Strände besonders gut entdecken.

{GALERIE} wilwildwest3.jpgDass Fliegen die weitaus komfortablere Alternative ist, brauche ich an dieser Stelle nicht zu erwähnen. In Jericoacoara angekommen, landet man direkt auf dem Strand. Das sieht nicht nur wichtig aus, es fühlt sich auch wichtig an und spätestens in diesem Moment hat sich die Kohle gelohnt …

Jeri ist eigentlich eine alte Fischersiedlung an der Nordostküste Brasiliens, genauer gesagt in Ceará, knapp unterhalb des Äquators. Was sich wie ein fruchtiger Sundowner auf Eis anhört, ist in Wirklichkeit das Paradies. Hier hatte Gott während der Schöpfung extrem gute Laune. Die Sonne scheint 15 Stunden am Tag, die Atmosphäre ist entspannt, das Wasser warm, das Essen lecker, die Preise günstig, die Menschen freundlich, der Wind bläst konstant zwischen 20 und 30 Knoten und die gemäßigten Wellen hören nicht auf, an den blendend weißen Strand zu rollen. Mein erster Eindruck? Windsurfers-Paradise!
Das Letzte, was man in Jericoacoara benötigt, ist ein Neoprenanzug, das Erste, was man sich vor Abflug in rauen Mengen einpacken sollte, Sonnencreme. Ob nun aus reiner Gewohnheit oder blinder Ignoranz, ich hatte es in diesem Jahr genau andersherum gehalten.

{GALERIE} wilwildwest4.jpgSo fand ich mich Mitte Dezember in einem Paradies mit dem nach Kokosnussrum und Ananasscheiben klingenden Namen Jericoacoara in Brasiliens Norden wieder, musste jedoch feststellen, dass ich in typisch deutscher Manier falsch gepackt hatte und nun mit zwei Paar langen Jeans (für die „kalten” Nächte) und einem 3/2-Neoprenanzug (gegen das kalte Atlantikwasser) bei knapp 32 Grad im Schatten und 27 Grad Wassertemperatur unter Palmen stand. „Wetter”, dachte ich da so bei mir. Ein kleiner Tipp am Rande: Für zwei Wochen Jeri reichen drei Boardshorts, fünf T-Shirts und ein Trapez. Mehr brauchst du wirklich nicht!

Obwohl Jeri bereits vor knapp 15 Jahren von ein paar verrückten Backpackern entdeckt wurde, ist die touristische Entwicklung dank seiner schwer zugänglichen Lage noch relativ entspannt verlaufen. So leben auch heute nur insgesamt 1.500 Seelen in dem Dörfchen, das original so aussieht, als wäre es einem Westernfilm entsprungen. Zwar ist die aktuell gültige Währung nicht mehr ausschließlich roher Fisch, aber Geldautomaten und Banken gibt es bis heute nicht in Jeri. Man sollte sich also bereits am Airport in Fortaleza mit genügend Reals eindecken, um den Urlaub zu überstehen. Nicht dass man davon viele brauchen würde, denn eine Portion Thunfischsteak mit Beilagen, die hier in Deutschland eine ganze Familie satt machen würde, kostet in Jeri umgerechnet fünf Euro! Kein Grund also zu meckern. Kriminalität ist in Jeri ebenfalls ein Fremdwort. In den letzten zehn Jahren gab es genau ein Verbrechen. Einer Touristin wurde aus dem Appartement ein Fotoapparat geklaut. Da in diesem Dörfchen aber jeder jeden kennt, war der Dieb nach zwei Stunden gefasst. Bei einem Entschuldigungsabendessen lernten sich Täter- und Opferfamilie besser kennen und sind gute Freunde geworden … Auch aus diesem Grund hat es bis vor wenigen Jahren keine Polizei in Jeri gegeben. Mittlerweile haben sich die Gewerbetreibenden des Ortes aber zusammengetan und finanzieren zwei Polizisten, die definitiv den entspanntesten Job auf diesem Planeten haben! Kriminalitätsrate: Null Prozent, Aufklärungsrate 100 Prozent …
Die gesamte Gegend um Jericoacoara wurde vor einigen Jahren zum Naturschutzgebiet erklärt, weshalb der Bau von neuen Gebäuden und Straßen stark von der Regierung überwacht, wenn nicht sogar verboten wird. Obwohl die Bewohner von Jeri seit knapp acht Jahren sogar Elektrizität haben, gibt es immer noch keine Straßenlaternen und somit wird der Weg von Fortaleza nach Jeri einzig und allein vom Himmel beleuchtet. Einen sensationelleren Sternenhimmel bekommt man heutzutage wohl kaum mehr zu Gesicht. Der weiße Sandstrand gleicht einer Filmkulisse und das Meer glitzert türkis in der Sonne, während sich am rechten Rand die Palmen im aufkommenden Wind biegen. Spätestens jetzt ist man in der absoluten Ruhe angekommen – wäre da nicht der Wind!

{GALERIE} wilwildwest5.jpg An meinem ersten Morgen am Strand angekommen, überkam mich die altbekannte Nervosität: „Schnell aufs Wasser, wer weiß, wie lange der Wind noch anhält!” Als mir dann ein vollkommen entspannter André Paskowski über den Weg lief, dämmerte es mir langsam. Als er mich auch noch mit dem Kommentar „Hey, Digger, ganz ruhig! Ich bin seit sieben Wochen hier und hatte jeden Tag Wind! Da kannst du deine Uhr nach stellen! Um 9:00 Uhr geht’s los, um 17:00 Uhr geht’s runter!” begrüßte, wusste ich: Hier bleibe ich. Am besten für immer.

Die Windbedingungen in Jericoacoara sind wirklich sensationell. So etwas habe ich persönlich noch nicht erlebt. Man kann wirklich jeden Tag aufs Wasser, sind doch immer mindestens vier bis fünf Beaufort. Während unserer Woche bin ich nie größer als 5.4 qm gefahren, was in Relation zu einem Windsurfer mit „normalem” Gewicht bedeutet, dass ein 4.7er die richtige Wahl wäre. Der Wind kommt vom Atlantik und bläst zwischen Juni bis Januar jeden Tag konstant cross bis cross-offshore. Dazu schieben sich ein bis eineinhalb Meter hohe Wellen vom Horizont her an den Sandstrand, sodass selbst ungeübte Wave-Surfer keine Angst haben müssen, von Wellenmonstern gefressen zu werden. Im Gegenteil. Die warmen Wellen sind geradezu Vertrauen erweckend und das Material übersteht jeden Wipe-out ohne Bruch.
Wie bei allen Wave-Revieren ist auch dieser Spot stark von den Gezeiten abhängig. Bei auf- und ablaufendem Wasser hat man am meisten Spaß. Bei totaler Ebbe sollte man 200 Meter Richtung Norden in eine kleine Bucht ausweichen, da dort die Wellen einen Tick höher sind als an der Spitze der Bucht. Beide Spots sind nur einen Steinwurf von der Surfstation „Clube dos Ventos” entfernt. Der Clube wurde 1999 von dem brasilianischen Windsurfer Fabio Nobre gegründet. Damals kutschierte der smarte Surfer, der das Potential des Spots als Allererster erkannte, einzelne Windsurftouristen an den Strand von Jericoacoara, bis er genügend Geld zusammen hatte, um dort seine erste Leihstation zu bauen. Mit seinem Esel namens Robby Naish transportierte er das Material damals noch von seinem Hotel im Dörfchen an den Strand. Mittlerweile ist der Club zu einem ordentlichen Center mit Restaurant, Shop, Internetcafé und Surfschule gewachsen und liegt in der allerbesten Lage direkt an der Poleposition der Bucht, sodass Robby Naish in den Ruhestand geschickt werden konnte. Das Materialangebot bei Fabio ist so groß, dass man keine Angst haben muss, nicht den richtigen Stuff fahren zu können. Nagelneues Starboard, JP- und Neil Pryde-Material stehen den Aktiven zur Verfügung. Während der Pausen kann man sich entspannt in wirklich stylischem Ambiente ausruhen und mittags die Super-Küche am Buffet genießen.

Alle, die nicht auf Wellenexperimente stehen, finden hinter dem Shorebreak eine schöne Freeridepiste. Selbst die blutigsten Anfänger kommen in Jericoacoara auf ihre Kosten, denn keine 30 Minuten entfernt liegt der „Paradise Lake”, ein Süßwasser-See, der sich über neun Meilen erstreckt und für Schotstart, Halse und Wasserstart genügend Übungsfläche bietet. Ein Spot also für die ganze Familie! Trotzdem spielt die Musik am Strand von Jeri. Nicht nur, weil es dort einfach wunderschön ist und das Wasser mit seinen 27 Grad Barfuß- und Boardshortsqualitäten zeigt – es gibt auch überhaupt keine Gefahren im Wasser. Keine Strömungen, keine Riffe, keine Haie; zumindest hat man bisher keine Haie gesichtet. Die einzige Gefahr droht in Jeri im Sand der Straßen. Da ab und zu Schweine durchs Dorf getrieben werden, die schon mal einen Haufen hinterlassen, machen Geschichten über kleine Würmer in Jeri die Runde, die sich in der Fußsohle einnisten, Eier legen und dann die Kontrolle über den gesamten Körper übernehmen. Okay, Letzteres war vielleicht ein wenig übertrieben und persönlich kennen gelernt habe ich auch keinen „Befallenen”, trotzdem kann man diese Gefahr ganz leicht durch das Tragen von Schlappen umgehen!

{GALERIE} wilwildwest6.jpg Zum Glück gibt es in Jericoacoara keine Fünf-Sterne-Bettenbunker wie in vielen anderen Touri-Hochburgen. Wer nach Jeri kommt, lebt einfach, aber gemütlich. Es gibt diverse Übernachtungsmöglichkeiten in kleinen, feinen Bungalows. Für diejenigen, die nur das Beste vom Besten wollen, hat Jeri seit Dezember auch noch etwas parat. Direkt neben der Surfstation von Fabio ist die Anlage Pousada Jeriba. Das Dreamteam war eingeladen, als die allerersten Gäste die Appartements näher zu untersuchen. Trotz kritischer Blicke gab es aber auch gar nichts, was man an ihnen hätte aussetzen können. Superausgestattet mit großzügigen Badezimmern und Schlafräumen haben alle Appartements einen einmaligen Blick von den großen Balkonen auf die Bucht von Jeri. Ein schöner Pool mit angeschlossenem Whirlpool lädt am Ende eines harten Windsurftages zum Entspannen ein. Beim Frühstück sitzt man direkt an der Wasserkante und genießt den einmaligen Blick. Diese Anlage ermöglicht in Verbindung mit dem direkt angrenzenden „Clube dos Ventos” definitiv die schönste Art des Urlaubs in Jeri.

Es steht außer Frage, dass man sich in Brasilien befindet, denn das Nachtleben ist trotz der überschaubaren Stadtgröße einfach super. Die Bewohner haben den Rhythmus im Blut und lassen daher kaum eine Party aus. Es gibt also keine Entschuldigung, sich vom Feiern fernzuhalten. Der Abend beginnt mit einem kühlen Sundowner in den Dünen und dem Blick aufs Meer. Danach geht es weiter in eines der ausgezeichneten Restaurants, von denen es mehr als genug gibt. Ob Sushi oder Pizza, dieser kleine Spot bietet eine erstaunlich kosmopolite Küche. Es ist mehr die Qual der Wahl als das allgemeine Hungergefühl, das nach dem Surfen die Seele plagt. Hat man sich aber für ein Lokal entschieden, kann man sicher sein, dort den besten Service und das leckerste Essen für kleines Geld zu bekommen. Voll gefuttert und angeschäkert kann man anschließend durch die zahlreichen Bars ziehen, um sich dort ganz der einheimischen Kultur hinzugeben und der Völkerverständigung zu frönen. Am besten geht dies mit dem Nationalgetränk Caipirinha oder auch mit Capetas (ein Drink mit Wodka, Guarana, Dosenmilch, Schokolade und Eis). Wer sich am Tag noch nicht beim Windsurfen ausgepowert hat, kann nachts auf den Straßen von Jericoacoara Vollgas geben, um gegen 5:30 Uhr die Sonne vom Strand aus zu begrüßen. Da Jericoacoara am nördlichsten Ende von Ceará liegt, befindet sich sowohl an seiner Ost- als auch an seiner Westseite das Meer. Somit ist Jeri einer der wenigen Spots in Brasilien, an denen man die Sonne sowohl über dem Meer auf- als auch untergehen sehen kann. Ziemlich cool, oder nicht?

Wenn man sich erst einmal an den erschreckenden Gedanken gewöhnt hat, dass man in Jericoacoara in der Tat jeden Tag acht Stunden Windsurfen gehen könnte, kann man an einem Tag auch ruhigen Gewissens etwas anderes in der Gegend unternehmen. Wieder einmal geht es um die Qual der Wahl: Sandboarding, Kitesurfing, Segeln, Paragliding, Reiten, Motorcross-Touren oder … Man sollte nicht meinen, dass überhaupt jemand auf die Idee käme, einen simplen Spaziergang zu unternehmen! Abschreckend oder nicht: Gehen ist die einzige Methode, dahin zu gelangen, wo noch nicht einmal ein 4×4-Jeep hinkommt. So sollte man zum Beispiel unbedingt eine Dünenwanderung unternehmen. Ja – auch wenn ihr jetzt entsetzt den Kopf schüttelt – das ist ein MUSS! Denn hat man nach zwei bis fünf Stunden wandern erst einmal die letzte Düne erklommen, zeigt sich eine Fata Morgana der besonderen Art: Vor einem liegt ein Süßwassersee mit einer Bar! Den Rückweg kann man entweder zu Fuß zurücklegen oder aber man reitet auf einem Esel in die Nacht. Und wenn er nicht gestorben ist, könnte es auch Robby Naish sein.

Irgendwann geht leider auch der schönste Urlaub zu Ende und so mussten wir nach sieben Tagen Jericoacoara leider wieder die Heimreise antreten. Mit 100 Prozent Sonnen- und Windtagen geht dieser Trip für das Dreamteam als einer der besten in die Geschichte ein.

Wir können dir diesen Spot wirklich nur ans Herz legen. Wenn du Interesse an einer Reise bekommen haben solltest, empfehlen wir dir eine Buchung bei der Surf & Action Company. Mit diesen Experten an deiner Seite kannst du dich vom ersten Tag an entspannen und den einmaligen brasilianischen Lifestyle in dich aufsaugen.

Surf & Action Company: www.surf-action.com / info@surf-action.com / +49 (0) 89 / 628167-0

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FREE (dom) for Africa!

{GALERIE} freedomafrica1.jpgHand aufs Herz. Es gibt kaum einen Leser des Free-Magazins, der noch nicht in Südafrika war. Zum Kiten, Wellenreiten oder Windsurfen habt ihr dort unten schon seit Jahren die Küsten unsicher gemacht. Ihr kennt jeden Stein am Sunset und in Melkbos, wisst genau, wie der Swell in der Big Bay aussehen muss, damit ihr einen schönen Tag auf dem Wasser habt. Ihr kennt die Ecken, wo man besonders vorsichtig sein muss und sein Auto besser im Blick hat, und seit kurzem kennt ihr sogar die absoluten Secret Spots an der wunderschönen Küste Südafrikas. Ihr wisst abends genau, wo man am besten Essen geht und welcher Parkwächter besonders nett ist. Um es kurz zu machen: Eine weitere Südafrika-Travelstory ringt euch nur ein müdes Lächeln ab!
Das haben wir uns nämlich auch gedacht. Trotzdem waren wir vom Free-Magazin dank des freundlichen Sponsorings der LTU im Februar in Südafrika und ja genau – auch wir haben ausführlich die Wellen gerockt. Und dennoch kommen wir euch dieses Mal nicht mit einer 0815-Homestory – dieses Mal wird das Free-Magazin politisch. Ja, genau. Richtig gehört. Wir trauen unseren Lesern weitaus mehr zu als nur Watersports. Damit {GALERIE} freedomafrica2.jpgihr bei eurem nächsten SA-Urlaub nicht nur über die Breaks einen Plan habt, wollen wir euch heute die Backgrounds Südafrikas und dessen Apartheid-Geschichte näher bringen. Runa Schröder hat uns dafür ihre Ausarbeitung in Ausschnitten zur Verfügung gestellt. Keine Angst, das wird keine „Gähn- wann-ist- das-Referat- denn-endlich- zu-Ende“-Vorstellung: Euch erwartet ein hochspannender Polit-Krimi. Festhalten!
Wer schon einmal in Kapstadt gewesen ist, erinnert sich sicher gut an die ersten Eindrücke auf dem Weg vom Flughafen in die Stadt. Die primitiven Bretterverschläge zu beiden Seiten der Autobahn sind ein schockierender Anblick für den wohlstandsverwöhnten Deutschen. Kurz darauf führt einem die Innenstadt ein hohes europäisches Niveau vor Augen. Heute ist Südafrika unter seinem Präsidenten Thabo Mbeki das reichste Land auf dem ärmsten Kontinent. Dennoch – kaum ein Land ist so kontrastreich wie dieses: Während nur die Minderheit von dem Wohlstand Südafrikas profitiert, kämpft der Großteil um Nahrung, Wohnungen und Bildung. Obwohl das Land 60 Prozent der Energie des gesamten Kontinents erzeugt, kochen und heizen noch immer mehr als die Hälfte aller südafrikanischen Haushalte mit Holz, Gas und Petroleum. Die Gründung der Demokratie 1994 und die Verabschiedung der neuen Verfassung, in welcher jede Diskriminierung von Menschen, egal welcher rassischen und sozialen Herkunft oder religiösen Gruppierung sie angehören, verboten wurde, brachte den Schwarzen neue Rechte, politische Freiheit sowie Chancen. Trotzdem lebt die Mehrheit immer noch in Armut. Eine der gravierenden Folgen ist die organisierte Kriminalität, die vor allem in den Townships auftritt. Ursachen finden sich zum Teil in der neuen Demokratie, durch die die Zahl der Arbeitslosen drastisch anstiegen ist, vor allem jedoch in der politischen Vergangenheit. Die rassendiskriminierende und menschenverachtende Apartheid-Politik des weißen Regimes verursachte eine starke Benachteiligung sowie Misstrauen der schwarzen gegenüber der weißen Bevölkerung.
{GALERIE} freedomafrica3.jpg Auf Afrikaans heißt Apartheid „Aussonderung“. Dieser Begriff beschreibt die Regierungspolitik vor allem nach 1948, als die Hautfarbe entschied, wo ein Mensch leben, arbeiten und sogar begraben werden durfte. Sex zwischen Menschen unterschiedlicher Rassen wurde mit Gefängnis bestraft. Die Führer und Begründer dieser Politik wurden zum Teil unter den Nazis in Deutschland ausgebildet. Die Apartheid war Ausdruck eines irrationalen Gefühls einer weißen, christlichen Überlegenheit gegenüber den heidnischen Schwarzen. Dieses Gefühl basierte auf einer tatsächlichen technisch zivilisatorischen Überlegenheit und dem Denken der burischen Calvinisten.
Zur Zeit der Gründung der Union 1910 kam das Wort Apartheid in Gebrauch, welches die südafrikanische Labour Party für ihre Wahlerklärung gebrauchte. Die ersten Rassegesetze, die so genannten Passgesetze, führten diese Politik 1911 weiter, indem Schwarze als billige Arbeitskräfte in Bergwerken eingesetzt und durch besondere Personalausweise in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt wurden. Außerdem war ihnen jeglicher Landbesitz untersagt. Mit dem Machtwechsel durch die National Party 1948 erfuhren die Gesetze eine Verschärfung. In den folgenden 30 Jahren verabschiedete die Regierung mehrere Bestimmungen, die das Leben von Schwarzen, Farbigen und Indern von vorne bis hinten regelte. Da gab es das Gesetz über die Registrierung der Bevölkerung von 1950, das festlegte, jeder Südafrikaner müsse seine „Rassenzugehörigkeit” registrieren lassen. Die Menschen wurden nach Begutachtung von Haut, Haar und Fingernägeln in die vier Rassengruppen „White”, „Black”, „Coloured” und „Indian” eingeteilt. Für die eher komplizierte Unterscheidung von Schwarzen und Farbigen setzte sich der „Penciltest” durch, bei dem der Person ein Bleistift in die Haare gesteckt wurde. Fiel der Stift heraus, galt die Person als farbig, blieb er stecken, als schwarz. Neue Gesetze legten fest, dass Wohngebiete in weiß und nicht-weiß getrennt, Mischehen verboten wurden, öffentliche Einrichtungen getrennt und sogar das Erziehungssystem umorganisiert wurde. Das hatte Zwangsumsiedlungen zur Folge, Restaurants, öffentliche Toiletten waren unterteilt, auch Strände, Zugabteile und vieles mehr. Die Gesetze waren vor allem zu Ungunsten der Schwarzen ausgelegt; das Gesetz über die Bantu-Erziehung ist nur ein Beispiel. Der damalige Minister für „Eingeborenenfragen” und spätere Premierminister Verwoerd sagte zur Rechtfertigung dieses Gesetzes: „Was nützt es einem Bantu-Kind, wenn es Mathematik lernt und damit nichts anfangen kann.” Bis heute leidet Südafrika unter der Konsequenz, denn ganze Generationen von Jugendlichen haben nur eine minderwertige schulische Ausbildung durchlaufen.
{GALERIE} freedomafrica4.jpg Am 16. Juni 1976 eskalierte die Apartheid-Politik in Soweto, einem Township in der Nähe von Johannesburg. Dort protestierten schwarze Schüler gegen die Einführung von Afrikaans statt Englisch. Die Polizei schoss auf die Kinder. Den 250 Toten wird noch heute jedes Jahr am „Children’s Day” gedacht, der 16. Juni ist nationaler Feiertag. Die Bilder und Vorfälle von Soweto erregten weltweit Empörung. In Deutschland appellierten viele, keine südafrikanischen Waren zu kaufen, um die Regierung nicht zu unterstützen. Derweilen eskalierte der Widerstand gegen die Apartheid in Südafrika zum offenen Bürgerkrieg. Die Regierung des Apartheid-Regimes versuchte, Menschenrechtskämpfer der schwarzen Widerstandspartei African National Congress (ANC) immer wieder an ihrer Arbeit zu hindern, indem sie diese verbannten. So wurden insbesondere politische Gefangene auf der Gefängnisinsel und heutigen Touristenattraktion „Robben Island” unter katastrophalen Bedingungen inhaftiert und isoliert. Der berühmteste Häftling und Führer des ANC Nelson Mandela verbrachte dort mehr als 27 Jahre bis zu seiner Freilassung, in denen er trotz Isolierung Hoffnungsspender und Vorbild für viele südafrikanische Freiheitskämpfer war.
International wurde Südafrika durch UN-Sanktionen geächtet und isoliert, was im Laufe der Jahrzehnte die Kompromissbereitschaft der weißen Minderheit für allgemeine, demokratische Wahlen begünstigte. Daneben ließ das Erstarken der schwarzen Opposition sowie die zahlreichen Proteste der Schwarzen die Apartheid ab 1974 bröckeln. Gegen Ende des Apartheid-Regimes verhängten viele Länder eine Handelssperre. Aber nicht nur das, auch durften südafrikanische Sportler nicht an internationalen Wettbewerben dieser Länder teilnehmen. Dem Widerstand begegnete die Regierung mit kostenintensiven Notmaßnahmen. 1989 trat Frederik Willem de Klerk die Nachfolge von Pieter Willem Botha als südafrikanischer Staatspräsident an. De Klerk führte Gespräche mit dem ANC-Führer Nelson Mandela, in denen sie eine systematische Demontage vieler Bausteine der Apartheid einleiteten. So kam es 1994 schließlich zu den ersten demokratischen Wahlen, bei denen der ANC mit 62 Prozent der Stimmen siegte. Nelson Mandela wurde der erste schwarze Präsident, der heutige Staatspräsident Thabo Mbeki sein Stellvertreter.
{GALERIE} freedomafrica5.jpg Das Ende der Apartheid bedeutete auch neue Probleme. Die vorausgegangenen Unruhen hatten Südafrika in eine ökonomische Krise gestürzt, der wiederum eine hohe Verschuldung bei der Weltbank folgte. Außerdem war die Beseitigung der Ungleichheiten zwischen den Rassen mit hohen Kosten verbunden, da die Schulen und die Gesundheitsversorgung für die Schwarzen eine Verbesserung, damals und auch noch heute, benötigten. Unterschiedlichste Interessen führten zu verschiedenen Landstreitigkeiten: Schwarze, die während der Apartheid ihr Land aufgeben mussten und gezwungen worden waren, in die Homelands zu ziehen, forderten ihr Land zurück; die dort nun ansässigen Weißen oder Industriebetriebe machten ihre neueren Rechte geltend.
Mit dem Machtwechsel und der Gründung der Demokratie 1994 hat Südafrika gewaltige Fortschritte gemacht: Seit 1995 wächst das Bruttosozialprodukt um durchschnittlich 2,8 Prozent pro Jahr. Die Produktivität wächst doppelt so schnell wie in den USA, die Exporte steigen, die Steuern konnten mehrfach gesenkt werden. Die Ausgaben für Gesundheit, Bildung und Soziales wurden erhöht, der Rand gehört unterdessen zu den härtesten Währungen der Welt und der Staatshaushalt ist beinahe ausgeglichen. Der längste Aufschwung seit 60 Jahren unter dem Ex-Präsidenten Nelson Mandela und ab 1999 unter seinem Nachfolger Thabo Mbeki macht Südafrika zum erfolgreichsten Schwellenland, das alles hat, was zu einer modernen Demokratie gehört: Rechtsstaatlichkeit, unabhängige Gerichte, Pluralismus, freie Presse und eine lebhafte Zivilgesellschaft. Dennoch beträgt die Arbeitslosenrate 41,8 Prozent, die Armut wächst und die Kriminalität, welche vor allem in den Townships entsteht, explodiert. Der radikale Umbruch durch die demokratische Wende hat die Kriminalität aufblühen lassen. Der Staat steht noch auf schwachen Beinen, seine Institutionen sind durch den schnellen Wandel überfordert. Daneben machen sich die Auswirkungen der Apartheid immer noch stark bemerkbar.
Die Mehrheit der 45 Millionen Südafrikaner wartet noch immer auf ein besseres Leben, haust in Townships, in die sie das weiße Regime deportierte, ist schlecht ausgebildet, geplagt von Armut, Gewalt und Krankheit. Jeder Fünfte ist in Südafrika mit HIV infiziert. Vor allem Bildungsdefizite führen zu einer unkontrollierten Ausbreitung des Virus. Mangelnde Aufklärung nährt zum Beispiel den Einfluss von Medizinmännern, nach denen Sex mit einer Jungfrau den Aids-Infizierten heilt. In Folge dessen sind zahlreiche kleine Mädchen vergewaltigt worden – auch heute noch! Mittlerweile beeinträchtigt die Krankheit das Wirtschaftswachstum Südafrikas: Qualifizierte Arbeitskräfte sterben weg und das Versäumen von Arbeitstagen durch Begräbnisse wird mittlerweile oft vertraglich eingeschränkt – es dürfen nur noch Bestattungen enger Verwandter besucht werden. Vor allem in den Townships ist die Verbreitung von HIV sehr hoch. Von klein auf werden die schwarzen und farbigen Bewohner mit dem Tod durch die Krankheit oder Gewalt konfrontiert.
In den gewalttätigsten Townships hat die Polizei keine Kontrolle mehr. Dies ist kaum verwunderlich, schätzen die Kriminalstatistiker die Gesamtzahl der Gangster allein vor Kapstadt auf 114.000 bis 117.000. In den Streitkräften des gesamten Landes dagegen dienen lediglich 70.000 Mann plus 110.000 Polizeibeamte. Die Gewalt ist vor allem nach der Wende aufgeblüht, da nun keine Freiheitseinschränkungen mehr bestehen. Drogenhandel, Überfälle und Einbrüche bestimmen die „Arbeit” der Banden in den Städten. Viele Kinder in den Townships streben eine Gangzugehörigkeit an, da sie oft als einzige Perspektive wahrgenommen wird und man in der Regel alleine keine Chance im Ghetto hat. Die Gesetze werden von den revierzugehörigen Gangs aufgestellt, innerhalb derer man einen Aufstieg machen kann, zum Beispiel durch den „First kill” oder eine Vergewaltigung, wobei eine weiße Studentin die meisten Punkte bringt. Andererseits sind die Gangs die stärksten ökonomischen Kräfte in den Townships. Sie erfüllen sogar Wohlfahrtsfunktionen, wo der Staat versagt. Sie spenden Begräbnisse, Taxifahrten zum Hospital oder sponsern Fußballturniere. Außerdem sind sie der größte Arbeitgeber in den Townships. Die Gangmitglieder haben kein Vertrauen in die Regierung. Schulische Fortbildung bietet ihnen weniger Berufsperspektiven als die Ausbildung zum Kriminellen. Während die weiße Bevölkerung Gewalt fürchtet, sind die Kinder in den Townships von Geburt an mit den Gangs konfrontiert und vertraut. Es ist keine große Hürde, einen Mord zu begehen, der oftmals schon zum Alltag gehört. Zwischen der schwarzen und weißen Bevölkerung sinkt in Folge dessen das Vertrauen weiter. Das organisierte Verbrechen ist das Modell einer Gesellschaft, die sich selbst zerstört – wie damals von der Apartheid geplant. Das Apartheid-Regime legte die Grundlage für den Glauben an eine rassistische, weiße Bevölkerung. Umgekehrt werden die schwarzen und farbigen Menschen, vor allem jene in den Townships, als gewalttätige Kriminelle verurteilt, die man im Dunkeln meiden sollte.
Um die Kriminalität zu senken, müssen vor allem Perspektiven durch Bildung und Arbeit geschaffen werden. Die Regierung bewegt sich in die richtige Richtung: Stipendien werden gestellt und jedes Kind hat das Recht auf eine kostenlose Grundbildung. Betriebe müssen prozentual entsprechend der Bevölkerungszahl Schwarze und Coloureds einstellen. Jeder Schwarze bekommt in Südafrika bevorzugt einen Job – auch jene, die aus dem Ausland kommen. Das macht die Bedingungen für alle auf dem Arbeitsmarkt schwieriger. Die weiße Bevölkerung hat unterdessen Schwierigkeiten, das „Black Empowerment“ zu akzeptieren. Sie fürchten um ihre Lebensgrundlage, obwohl sie noch immer von den Vorteilen des Apartheid-Regimes profitieren. Wer eine Weile in Kapstadt gelebt hat, weiß, dass sich jeder benachteiligt fühlen kann; unvoreingenommenes Zusammenleben wird aufgrund der Kriminalität und der Arbeitssituation zum Drahtseilakt.
Südafrika muss nach der politischen Apartheid die ökonomischen Probleme überwinden, nur dann haben das Land und seine Menschen eine Zukunft. Ein wirtschaftlicher Aufschwung ist wichtig, aber noch wichtiger die Schaffung einer Gerechtigkeit, um die Versöhnung der Bevölkerung zu erreichen und Südafrika zu einem Staat mit einer einheitlichen Identität zu machen.

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Zehn Jahre oase.com

{GALERIE} oase1.jpgSeit März 1996 gibt es die Domain oase.com. Sie wurde von Johannes Marczinski neben seiner Internettätigkeit als kleines Hobby-Projekt zum Thema Windsurfen gestartet. Zielsetzung war und ist es, Surfern nützliche Dienste zu bieten. Mehr als eine Million Seitenabrufe im Monat (wie zum Beispiel im März 2006) und mehr als 5.000 registrierte User zeigen, dass oase.com seinen Platz bei den Surfern gefunden hat.
Der Initiator Johannes ist Diplom-Physiker, Baujahr 1968 und seit 1979 am Windsurfen. 1999 kam Kitesurfen dazu, von dem er nach wie vor fasziniert ist.
Die ersten Versionen von oase.com waren überwiegend Linksammlungen zu verschiedenen Themen rund ums Surfen. Zum Beispiel fand die Zusammenstellung von Wind- und Stationsmeldungen ersten Zulauf – naturgemäß ein wichtiges Thema für Surfer. Neben dem zentralen Linkverzeichnis entwickelten sich der Kleinanzeigenmarkt und das Diskussionsforum.
Ende 1999 kam Kitesurfen als Rubrik hinzu. Bei diesem Sport war es faszinierend zu sehen, wie stark die Entwicklung durch das Internet geprägt wurde. Es gab offline kaum Informationen (keine Bücher, Mags usw.) und es wurden rege alle Neuigkeiten und Tipps über das Internet ausgetauscht. So entwickelte sich das Forum von oase.com auch zu einer zentralen Anlaufstelle rund um das Thema Kitesurfen.
Mittlerweile hat sich oase.com bei vielen Kite- und Windsurfern etabliert. Der Kleinanzeigenmarkt und das Diskussionsforum geben richtig Gas und sind nach wie vor am Wachsen. Johannes arbeitet weiter daran, oase.com zu verbessern und auszubauen. Genug zu tun für die nächsten zehn Jahre gibt es allemal.
Wer die Entwicklung von oase.com mal von seinen Anfängen bis heute nachvollziehen möchte, kann das mit der Wayback Machine bei archive.org machen. Dort oase.com eingegeben und man sieht fast alle Stationen der Internetplattform.
http://web.archive.org/web/*/http://www.oase.com

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Tarzan und Jane

{GALERIE} tarzanjane2.jpgMartin van Geenhoven ist nicht nur ein guter Windsurfer, sondern arbeitet nebenbei auch noch erfolgreich als Fotomodell. Unlängst erreichten uns Bilder von seinem letzten Windsurf-Fotoshooting. Wir waren doch leicht verwundert, als unzählige Aufnahmen seine Freundin Krystelle und nicht ihn zeigten. Ganz offensichtlich hatte der gebuchte Top-Fotograf Erik Aeder eine Menge Freude an dem Shooting. Na gut, dachten wir uns. Wenn Erik das so wollte, könnt ihr es haben …

Martin van Geenhoven ist in einer kleinen Stadt namens Laval, ganz in der Nähe von Montreal aufgewachsen. Schon als kleiner Junge wurde er von seinem Vater, einem Windsurfer, an den „schönsten Sport der Welt“ auf dem Two Mountains Lake in Quebec herangeführt. Windsurfen ist ein Sport, der in Kanada{GALERIE} tarzanjane4.jpg eher selten praktiziert wird, sind doch im nördlichsten Norden von Nordamerika die Winter lang und vor allem kalt. Auch im Sommer hat man es nicht leicht als windsurfender Kanadier, denn die Winde sind zwar häufig stark, aber ziemlich unkonstant. Und dennoch wusste Martin schon nach seinem ersten Wettkampf mit zwölf Jahren, dass nur der Beruf des professionellen Windsurfers sein Leben erfüllen würde.

Martin quälte sich durch seine letzten Schuljahre, immer mit einem Auge am Fenster, die Bewegung der Baumwipfel fest im Blick. „Jeder Windhauch hat mich nervös gemacht.“ Nach der Schule heuerte Martin in einem Windsurf-Shop in seiner Heimatstadt an und hatte das Glück, dass sein Boss außerdem Besitzer eines gut laufenden Windsurfcamps im sonnigen Margarita war. So arbeitete er im Sommer in dem kanadischen Shop und verbesserte im Winter in Margarita seine Windsurf-Skills. Seine Arbeit im Laden und seine Kontakte zum Club erleichterten ihm vor allem auch die Sponsorensuche.

Nachdem er in Margarita fast jede Woche an einem Contest teilgenommen hatte, zeigte sich, dass aus ihm tatsächlich ein ganz passables Windsurftalent geworden war.
{GALERIE} tarzanjane5.jpg Im Sommer 1995 entschied sich Martins Vater nach Gorge, dem Windsurfmekka der USA, in den Urlaub zu fahren. Dass es bis dahin eine 48-Stunden-Autoreise war, kratzte den alten Herrn überhaupt nicht und so packten die beiden ihre Sachen und machten sich auf den Trip von Montreal nach Oregon. Für Martin war dies das Highlight des Sommers. Wie lange hatte er schon davon geträumt. Gorge – das war die Chance für alle jungen Windsurftalente. Hier hatten alle amerikanischen Windsurfbrands ihre Niederlassungen und hier musste man sich profilieren, wenn man ein geachtetes Windsurftalent werden wollte. Schon im darauf folgenden Sommer reiste Martin erneut nach Gorge, in der Hoffnung, sein Talent unter Beweis stellen zu können. Kurzerhand kaufte er sich einen alten Bus und machte sich auf die Reise. In Oregon nahm Martin an allen Wettkämpfen teil, die ausgeschrieben waren. Mit Erfolg. Am Ende der Saison lag der junge Kanadier auf dem zweiten Platz, direkt hinter Web Petrick. Martin wusste also, dass er es schaffen konnte. Er wusste, dass er das Zeug zum Pro hatte und dennoch stürzte ihn dieser zweite Platz in eine ernste Krise. Wie sollte er ohne Kohle weiterkommen? Nach diesem Sommer lud ihn jedoch einer seiner Sponsoren ein, einen Monat auf Maui zu verbringen, um dort erstmals in ernsthaften Wave-Bedingungen zu trainieren.

{GALERIE} tarzanjane3.jpgAls er im darauf folgenden Sommer von Freunden nach Valencia eingeladen wurde, bekam Martin die Chance, die PWA Tour, die zum selben Zeitpunkt in Costa Brava stattfand, aus der Nähe zu betrachten und sein Können im Freestyle unter Beweis zu stellen. Die Zeit war reif, selbst an der PWA Tour teilzunehmen. Während der gesamten Tour herrschten perfekte Bedingungen und Martin gibt heute offen zu: „Ich war von mir selbst überrascht, dass ich auf dem neunten Platz endete.“

Wieder zurück in Kanada, kümmerte sich Martin darum, mehr Sponsorengelder zu bekommen, um alle Freestyleevents mitfahren zu können. Mit Erfolg. Seit mehreren Jahren lebt und surft der frankophone Kanadier nun im Winter auf Maui und im Sommer auf Gran Canaria. Ein Traumleben. Seit zwei Jahren hat Martin auch sein privates Glück gefunden. Das kanadische Model Krystelle bereichert mittlerweile sein Leben – auch am Strand. Denn obwohl Martin seit Jahren ausschließlich allein nach Maui fliegt, hat er in diesem Jahr seine Freundin zum Fotografieren mitgenommen. Seine Idee ist es, neue Bilder für die sonst sehr mit 0815-Action-Shots bestückten Magazine zu produzieren und damit den wahren Fun des Sports zu transportieren.

{GALERIE} tarzanjane1.jpgZiel dieser löblichen Kampagne ist es, immer mehr Leute aufs Wasser zu holen. „Ich freue mich, wenn ich den schönsten Sport der Welt promoten kann und ich freue mich natürlich noch mehr, wenn mich Krystelle mit ihren reizvollen Reizen so tatkräftig dabei unterstützt“, so Martin. Recht hat er! Denn welcher Windsurfer hat schon so viel Glück für das eigene Hobby so tatkräftige Unterstützung zu erhalten? Und uns persönlich gefällt diese Art der Kommunikation des Windsurfsports besonders gut!

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Double Penetration

{GALERIE} doublep2.jpgDie 2006er PWA-Saison wurde offiziell auf der Bootsmesse in London eröffnet. Tausende von Zuschauern ließen es sich nicht nehmen, drei volle Tage Augenzeuge eines sensationellen Indoor-Windsurfspektakels zu sein. Die Pros zeigten bei den drei Disziplinen Freestyle, Slalom und dem berühmten Sprung-Contest ihr Können und läuteten damit standesgemäß die PWA World Tour 2006 ein.

Die besten der Besten hatten sich auf den Weg in die englische Hauptstadt gemacht. Illustre Namen wie der dreimalige Freestyle-Weltmeister Ricardo Campello (V-111, JP/Neil Pryde), 2005 Wave-Champion Kauli Seadi (BRA-253, Quatro/Naish), 2005 Vize-Wave-Champion Nik Baker (K-66, Mistral/North Sails) und der Wave-Champion Josh Angulo (US-11) von 2003 zeigten sich auf der Gästeliste. Auch bei den Damen war Hochkarätiges am Start. Sowohl die Moreno-Zwillinge (Mistral/North Sails), Nayra Alonso (E-4, Fanatic/Severne) und der 2005 PWA Rookie of the Year Junko Nagoshi (J-11, F2/Simmer) zeigten ihr Können auf den Brettern, die die Welt bedeuten. Die künstlichen Bedingungen hatten sich im Vergleich zum letzten Jahr noch verbessert und gepaart mit einer solchen Meldeliste, konnten Veranstalter und Zuschauer von Anfang an auf gute Action hoffen.
{GALERIE} doublep4.jpg Die Competitions starteten an allen drei Tagen mit der Freestyle-Disziplin. Bei jedem Run mussten die Fahrer auf dem Hin- und Rückweg ihre beste Freestyle-Performance zeigen. Ganz klar hatte sich auch das Level der Fahrer in diesem Jahr enorm gehoben. Bei den Herren wollte Nicolas Akgazciyan seinen Freestyle-Titel vom letzten Jahr verteidigen und man kann sagen – er war ziemlich auf der Hut! Am ersten Tag musste er sich dem Freestyletalent aus Venezuela, Jose Estredo, geschlagen geben. Am zweiten und dritten Tag kämpfte er jedoch erfolgreich drei Fahrer mit den unaussprechlichsten Namen der ganzen Tour nieder und konnte damit vor Estredo und Antxon Otaegui erneut den Titel holen.
{GALERIE} doublep1.jpg Bei den Damen handelten Daida und Iballa Moreno während des Events untereinander mit den Plätzen. Daida gewann die erste Session, Iballa die zweite und so ergab sich am dritten Tag ein heißer Kampf zwischen den beiden Schwestern, den Daida am Ende für sich entschied und somit ihre Schwester auf den zweiten Platz schickte. Nayra Alonso wurde Dritte.
Nach den Freestylern war es an der Zeit, den Need for Speed zu befriedigen. Auch wenn im letzten Jahr der Wonderboy aus Venezuela, Ricardo Campello, das Slalomrennen dominiert hatte, war es in diesem Jahr Nik Baker, der an allen drei Tagen sämtliche Rennen gewann. Bei den Damen gewann Daida Moreno ganz souverän vor ihrer Schwester Iballa, die sich vor Nayra Alsonso die Silbermedaille sicherte. Ob Männer oder Frauen – alle Fahrer fanden sich so problemlos in dem Becken zurecht, als hätten sie einen eigenen Pool bei sich im Vorgarten stehen. Dabei hatte es Campello noch nicht einmal für nötig gehalten, an den Testläufen teilzunehmen.
{GALERIE} doublep3.jpg Am Ende eines jeden Tages kam es zum legendären Sprung-Contest, bei dem sich die Fahrer freiwillig über eine Rampe in die Luft katapultierten und so dem sensationslustigen Publikum halsbrecherische Sprünge darboten. Am ersten Abend gab Ricardo Campello mit einem Pushloop vom anderen Stern den Ton an. Auch an den folgenden Tagen zeigte er, dass hier nur einer das Sagen hatte – und zwar er selbst! Mit jedem weiteren Sprung festigte Campello seine überlegene Position vor den anderen und avancierte mehr und mehr zum Publikumsmagneten. Aber auch Kauli Seadi, Alex Mussolini, Nik Baker, Josh Angulo und Yannick Anton zeigten atemberaubende Action. Am zweiten Tag der Wettkämpfe hatten sich die Teilnehmer dann richtig aufgewärmt und Seadi zeigte einen perfekten Air Chachoo, der in Fachkreisen nur „Air Dieter“ genannt wird. Doch Campello ließ sich nicht die Butter vom Brot nehmen und konterte mit einem sauberen Doppelloop vorwärts. Das war auch für ihn selbst eine Sensation! Mussolini riss das Publikum mit geschwungenen Backloops in seinen Bann und Angulo zeigte einen Backloop nach dem nächsten, als gäbe es kein morgen. Und so provozierten sich die Teilnehmer gegenseitig und zeigten einen Doppelloop nach dem nächsten. Das ganze Event war einfach sensationell und die Qualität und Massivität der Sprünge lässt nur erahnen, wo die Zukunft des Indoorsurfens noch hingehen wird. Insgesamt waren Ricardo Campello und Daida Moreno die unumstrittenen Sieger dieser Bootsmesse in London. Auf Platz 2 kam bei den Herren Nik Baker und bei den Damen Iballa Moreno. Auf Platz 3 fanden sich Jose Estredo und Nayra Alonso wieder.

www.pwaworldtour.com

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Itoma - Schiff Ahoi

{GALERIE} kapverden1.jpg

ITOMA – wer hat nicht schon einmal von diesem Boot gehört, das seit Jahren unaufhaltsam seine Kreise um die Kapverdischen Inseln zieht. Durch die unzähligen Berichte in internationalen Magazinen hat man fast schon das Gefühl, man würde das Boot kennen. Aber wenn man an Bord geht, merkt man schnell, dass wirklich kein Artikel dieser einzigartigen Oase auf dem Meer gerecht wird.

Mitte Januar bot sich für mich eine einmalige Chance. Zusammen mit den Chefredakteuren der führenden, europäischen Windsurfmagazine ging die Reise auf Einladung von North Sails (ja, so etwas kann man ruhig offen Bestechung nennen) Richtung Kapverdische Inseln. Unser erstes Ziel war die Hauptinsel Sal, genauer gesagt das schöne Hotel „Morabeza“ in Santa Maria. Als aufmerksamer Leser des Free-Magazins hast du sicherlich gerade ein Djavu, oder?! Richtig, es ist fast auf den Tag genau ein Jahr her, als ich das letzte Mal von dieser Insel berichtete und du den entsprechenden Artikel über die Inseln Sal und Boa Vista im Free-Magazin lesen konntest. Deshalb spare ich mir an dieser Stelle auch nähere Details über die Daten der Inselgruppe, denn du könntest dir bei Interesse einfach die Ausgabe Nummer 18 von unserer Homepage windsurfing.free-mag.de kostenlos als PDF downloaden.
Wir blieben dieses Mal nicht auf der Insel, denn das Ziel unserer Reise war die legendäre ITOMA.

{GALERIE} kapverden2.jpgEs war 23:00 Uhr, als wir aus dem Flieger stiegen, und sofort wurde mir eine Veränderung zum Vorjahr deutlich: Wind und zwar so richtig! Nachdem ich meine Fähigkeiten als VIP-Caddy durchs Schleppen überdimensionaler Boardbags mehrfach unter Beweis stellen durfte, ging es sofort ab in die nächstbeste Kneipe, um auf einen windreichen Urlaub zu trinken. Björn Dunkerbeck, der uns während des siebentägigen Trips Gesellschaft leisten sollte, kam zwar eine Maschine später an, hatte aber ganz offensichtlich kein Problem damit, sich in Schallgeschwindigkeit auf unser Niveau zu begeben, was ihn mir auf Anhieb sympathisch machte.

Am nächsten Morgen zeigte sich Sal von einer Seite, die ich im vergangenen Jahr nicht kennen lernen durfte. Sechs Windstärken, zwei Meter Welle, Sonnenschein. Was soll man mehr dazu sagen? Dank der freundlichen Unterstützung vom Club Mistral und vor allem auch von der Planet Windsurfing Station konnten wir nicht nur die neuesten Segel aus der North Sails-Palette testen, sondern uns gleichzeitig auch an den aktuellen Boards von Mistral und Fanatic erfreuen. Der Spot am äußeren Ende der Bucht funktioniert tatsächlich, auch wenn er sicherlich entspannter ist, wenn die Wellen höher als drei Meter sind. Das hört sich vielleicht paradox an, ist aber so, denn je kleiner die Wellen, desto dichter brechen sie an der Küste. Wenn man nicht rechtzeitig zum Button Turn ansetzt, kann es schon mal vorkommen, dass die im Wasser liegenden Felsen die Finne abrasieren und die nachfolgende Welle einen unsanft auf das Gestein spült. Wenn ihr wissen wollt, wie sich das anfühlt, könnt ihr euch vertrauensvoll an Raoul Joa, Brandmanager von North Sails, wenden … Beeindruckt war ich an unserem ersten Tag aber nicht nur von den tollen Bedingungen. Es ist doch wirklich ein großer Unterschied, ob du einen Fahrer mit der Qualität eines Björn Dunkerbecks auf einem Video bzw. Foto siehst oder ihn live, fünf Meter neben dir auf dem Wasser bewundern kannst. Merkwürdigerweise sind die Wellen immer gerade dort, wo er sich platziert. Während ich minutenlang auf der Suche nach einem guten Set war, hatte Björn schon drei Wellen abgeritten. Auf den unmöglichsten Wellen machte er Aireals oder drehte Cut Backs auf dem Kamm, dass man nur mit den Ohren schlackern konnte. Wie schön war es da doch zu sehen, dass auch er mal bei einer Wende oder Halse ins Wasser fiel! Im Großen und Ganzen liegen aber Welten zwischen einem ambitionierten Freizeitsurfer und einem 35-fachen Weltmeister und das beruhigt dann auch ein wenig.

Aber nicht nur auf dem Wasser ist Björn eine Klasse für sich. Ich war sehr gespannt auf diese Reise, um mir endlich mal persönlich ein Bild von ihm machen zu können. Und wenn ich sage, ich habe mich gewundert, ist das sehr milde ausgedrückt. Das Bild, das häufig die Medien von ihm zeichnen, ist nach meiner Interpretation das eines unnahbaren, erfolgssüchtigen Menschen, der ohne Rücksicht auf seine Umwelt dem Ziel hinterher eifert, der Beste der Besten zu sein. Nicht selten wurde er der „Terminator“ genannt, was sein Image weiter in diese Richtung kanalisierte. Ob womöglich diese Beschreibung früher zutreffend war, mag ich nicht beurteilen. Ich weiß nur, dass er heute alles andere als unnahbar ist, sondern absolut aufgeschlossen und kommunikativ.

Im Grunde hätte er es doch gar nicht nötig, sich mit Furznasen wie Chefredakteuren von Windsurfmagazinen sieben Tage auf ein Boot zu begeben. Ich glaube, dass er tatsächlich Spaß daran hat, Gleichgesinnte zu treffen, um gemeinsam windsurfen zu gehen. Wenn er vor einer Windsurfstation pausierte, kamen innerhalb von Sekunden diverse Surfer, die ein Autogramm oder ein gemeinsames Bild mit ihm wollten. Der ein oder andere berichtete dann auch noch von seinen selbst gebauten Finnen, die aufgrund neuester NASA-Technologie das Wasser nicht mehr berührten. Und auch solche Geschichten hörte er sich mit aller Seelenruhe an. Natürlich kann man jetzt sagen, das sei genau sein Job – als Windsurfprofi lebst du von deinen Fans und musst solche Kontakte pflegen.

{GALERIE} kapverden4.jpgTrotzdem wäre zumindest ich persönlich spätestens nach dem achten „Kannst - du - bitte - von - Björn - für - Klaus - Bärbel - schreiben“ nicht mehr so entspannt. So ging der erste Tag voller neuer Eindrücke und Einsichten zu Ende. Der zweite Morgen und wie bei jedem Windsurfer im Urlaub schoss mir als Erstes die Frage durch den Kopf, ob der Wind noch da sei. Er war da und die Wellen waren auch höher. So hoch, dass sich der Einstieg vor der Club Mistral Station als Lotteriespiel entpuppte. Drei Meter Shorebreak, hohl brechend bei nur einem Meter Wassertiefe und böigem Wind sorgten für zusätzliche Adrenalinstöße beim Versuch, die aufgewühlte Brandungszone zu durchqueren. Man benötigte von der Club Mistral Station zum Wavespot nur zwei Schläge hart am Wind. Acht Minuten später war ich dort und zum ersten Mal sah ich die ITOMA aus nächster Nähe. Sie ankerte nah am Spot und nach zwei Stunden Windsurfen nutzte ich die Gelegenheit für eine Pause auf dem Schiff. Vom Land aus gar nicht mal so groß aussehend ändert sich der Blickwinkel schnell, je näher man an die ITOMA herankam. Um es kurz zu machen: Das Bötchen ist wirklich riesig! Wenn 16 Leute entspannt darauf Platz haben sollen, muss es das wohl auch sein, aber beeindruckt war ich trotzdem. An einer Leine macht man mit einem Karabinerharken das Material fest. Die Ladefläche am Heck fasst bequem 20 Riggs und mindestens genau so viele Boards. Der Name der ITOMA setzt sich aus den drei Anfangsbuchstaben der Besitzer zusammen: Imre Tamasi, Thomas Eichenbaum und Max Haider. Wir hatten das Vergnügen, Imre und Max als Crew zusammen mit ihrem „Mädchen für alles“, Robert, als Besatzung zu haben.
{GALERIE} kapverden5.jpg Solltest du mal die Gelegenheit haben, auf die ITOMA zu kommen, lass dir auf alle Fälle die Fotoalben über die Bauphasen des Bootes zeigen, denn das 23 Meter lange und über zehn Meter breite Boot haben die drei Eigentümer in zwei Jahren alleine gebaut – lässt man mal die acht Ungarn weg! Insgesamt verfügt die ITOMA über 350 Quadratmeter Fläche. In den sechs Doppel- und zwei Zweibettkabinen, die sich in den geräumigen Rümpfen befinden, hat mit 220 cm Stehhöhe sogar Tarzan Platz. Zwei Luken sorgen für ausreichend Frischluft, was insbesondere Franzosen mit Darmproblemen zugute kommt. Dank der Seewasseraufbereitung braucht das Schiff keine riesigen Wassertanks. Mit 20 Knoten ist die ITOMA schneller als die Biene Maja. Zwei Generatoren sorgen für 220 Volt Strom. Wer sich vor den spärlichen sanitären Anlagen auf Booten fürchtet, wird von der ITOMA eines Besseren belehrt. Für je zwei Kabinen sind eine separate Dusche mit Warm- und Kaltwasser sowie ein WC vorhanden. Insbesondere Letzteres wissen wir nach diesem Trip zu schätzen, bekam doch das ein oder andere Teammitglied Montezumas Rache zu spüren und verbrachte einen Großteil seiner Zeit unter Deck.

{GALERIE} kapverden3.jpgDer dritte Tag barg ein weiteres Highlight. Wir fuhren an einen Speedstrip, der sich nördlich von Punta Preta befand. Dort angekommen hatten wir das erste Mal die Möglichkeit, Björns Speedmaterial zu testen. Dank der GPS-Geräte konnte man seinen Topspeed messen und so gingen wir einer nach dem aufs Wasser. Schnell war abzusehen, dass Björn nicht ohne Grund auch aktueller Weltmeister im Speedwindsurfen ist. Bei fünf bis sechs Windstärken fuhr er locker aus der Hüfte 41 Knoten, was sich schnell als unerreichbar herausstellen sollte. Trotzdem ist Speedwindsurfen der absolute Wahnsinn. Ich stand vorher noch nie auf einem Board, das sich mit 50 cm Breite und irgendwas um die 70 Liter Volumen unter meinen Füßen und dem dazu gehörenden Körper mit 105 Kilo wie ein Wasserski anfühlt. Ohne 120 Prozent Druck im Segel machte ich als U-Boot mit ausgefahrenem Seerohr keine gute Figur. Aber erst einmal im Gleiten auf Raumschotkurs ist Speedwindsurfen sensationell! Man hat das Gefühl, man fährt 180 km/h, der Fahrtwind treibt einem die Tränen in die Augen und die kleinen Windwellen merkt man nur noch als Schläge im Unterwasserschiff. Und ein Gedanke kreist einem ständig durch den Kopf: Jetzt bloß nicht stürzen! Mit einem Topspeed von 38,33 Knoten hielt ich als Zweiter zumindest die deutsche Fahne hoch und durfte mich fortan die „grüne Speed-Wurscht“ nennen. Mir dicht auf den Fersen war die französische „Speed-Frikadelle“ Arnaud Deschamps vom „Planchmag“ mit 38,15 Knoten. Unsere Kollegen aus Spanien und Italien waren uns aufgrund ihrer Kinderkörper unterlegen, wogen doch beide so viel zusammen wie Arnaud oder ich jeweils alleine.

Die nächsten vier Tage verbrachten wir auf dem schwimmenden Luxusliner. Wir fuhren an Spots, die man im Grunde nur vom Seewege aus erreichen kann. Wenn nirgendwo eine Welle lief, fand Max trotzdem immer noch etwas Brauchbares und so konnten wir jeden Tag das machen, weshalb wir angereist waren: Windsurfen.

Ab in die TonneNicht so gutGeht noch besserGanz gutEcht gut!Hammer!!!! (3 Stimmen, durchschnittlich: 3,67 von 6)

Steffi Wahl übers Windsurfen

{GALERIE} ladykracher_1.jpgDer Nieselregen kommt schräg von der Seite, schlägt unangenehm ins Gesicht. Die Finger sind klamm, die Augen zusammengekniffen, kein Mensch am noch so schönen Strand, keine Strandbars direkt an der Promenade, neoprenverhüllt kriecht man aus dem Auto und wieder hinein (wenn man im Besitz eines schönen Busses ist, ansonsten macht man Striptease). Alles ist feucht und meistens wärmt nicht mal mehr die Winterjacke. Das ist Windsurfen in den nördlichen Gefilden Europas. Nicht immer, aber oft. Kein normaler Mensch geht bei diesem Wetter aus dem Haus. Noch nicht mal spanische Worldcup-Profis kommen bei diesem Wetter so richtig in Gang. Sie schütteln nur den Kopf und wünschen sich einen 10-mm-Wetsuit. Und da fragt ihr euch, warum so wenig Mädels windsurfen? Würdet ihr eure Liebste bei diesem Wetter aus dem Haus schicken? Nein! (Hoffe ich zumindest). Es sei denn, sie geht freiwillig. Und angefressene Surferinnen, ob Windsurfen oder Wellenreiten, gibt es in Deutschland seit einiger Zeit immer mehr. Letztes Jahr habe ich mich des Öfteren gewundert und gefreut: Ob in aller Herrgottsfrühe am Weißensee in Bayern, bei Nieselregen und sechs Grad in Klitmöller, bei Miniwellen in Weißenhaus oder Frontenwetter in Heidkate (es gibt nichts Schlimmeres und Böigeres als das!) oder einfach an einem perfekten Tag es waren immer ein paar Mädels auf oder im Wasser. In Heidkate an der Ostsee übertrumpften sie sogar manchmal zahlenmäßig die Typen. Großartig!
So langsam scheint die Botschaft anzukommen: Windsurfen ist nicht mehr schwierig zu lernen. Das Material ist in den letzten zwei Jahren so gut geworden, dass auch leichte Frauen damit umgehen können. Dank Iballa und Daida Ruano Moreno, dem spanischen Zwillingspaar, wurde publik, dass man mit aktuellem Material auch als Frau radikal surfen kann. Es gibt mittlerweile Konzepte für Boards und Segel, die besonders auf das Gewicht der Frauen eingehen und den Einstieg erheblich vereinfachen. Es gibt Gabelbäume, die einen geringen Holmdurchmesser haben und somit deutlich weniger Kraftaufwand verursachen. Und: Die dünnen Holme verhindern Blasenbildung und dicke Hornhautschichten, die eure Hände zu Kratzbürsten werden lassen.

Die Zeiten, in denen Mann oder Frau mit zehn anderen ein Einsteigerboard ans Wasser tragen mussten, sind eindeutig vorbei. Die Boards sind super leicht und mit einer Gummischicht überzogen, sodass man sich nicht mehr wehtun kann. Auch die Neoprenanzüge lassen keine Wünsche mehr offen. Wenn ich an früher denke und mir nochmals vorstelle, welche Qual das Anziehen eines Neoprens im Vergleich zu heute war – sie waren hart, klebrig, kaum dehnbar und man fühlte sich wie ein Michelinmännchen in der Sauna. Mittlerweile gibt es schöne Frauenanzüge in allen Größen, die kuschelig und warm sind und zudem auch noch gut aussehen. Also ist dieses Thema auch kein Grund mehr, nicht windsurfen oder surfen zu gehen.

Was ist es dann, was Mädels davon abhält, surfen zu gehen? Ich glaube, das Problem liegt häufig bei den Mädels selbst. Hört sich vielleicht komisch an, aber vielleicht kann die ein oder andere das Folgende nachvollziehen. Meistens ist es ja so, dass der Typ surft, die Freundin nicht. Weil es langweilig ist, immer am Strand zu sitzen, will man es auch lernen. Sieht ja auch gut aus! Der Freund beginnt, Anfängerstunden zu geben. Fehler 1! Bei den meisten Pärchen führt das zu Stress. Sie lässt sich nichts sagen, er ist total ungeduldig und hat vergessen, wie lange seine ersten Schritte gedauert haben. Ich finde, dass man sich besser was von anderen sagen lassen kann als von seiner liebsten Person. Ich würde jedem Mädel empfehlen, einen Surfkurs zu machen, ob sie nun einen surfenden Freund hat oder nicht. Die Surflehrer(innen) sind aufs Beibringen geschult und in der Schule gibt es das optimale Material, um anzufangen.
Sind die ersten Schritte geschafft, der Wasserstart gelernt und die ersten Fußschlaufenversuche gestartet, geht’s ab zum ersten gemeinsamen Surftrip. Die Freundin bekommt meist das alte Board, die alte Gabel und den uralten Lappen, der im Keller schon halb verschimmelt in der Ecke stand, und müht sich damit ab. Fehler 2! Warum gibt der Freund seiner Freundin, die endlich Spaß an der Sache gefunden hat, den ausrangierten Kram? Aber genauso gut kann man sich fragen, weshalb informiert sie sich nicht selbst, welches Segel weniger Druck hat, um nicht ständig überpowert zu sein oder welches Board besser dreht? Es gibt überall Leute, die sich riesig freuen, wenn mehr Mädels auf dem Wasser sind, und die gerne bereit sind, gute Tipps zu geben. Ich bin immer richtig happy, wenn ich nicht alleine unter Männern an der Nord- und Ostsee surfen gehe.

Ich denke, es ist wichtig, dass das Bewusstsein, dass Frauen meistens nicht mit dem Trimm der Jungs fahren können, noch mehr gefördert wird. Wir sind eben anders und haben meistens nicht die Power der Jungs. Macht aber nichts, da es ja das passende Material gibt. Ich ertappe mich auch manchmal dabei, ewig mit den gleichen Einstellungen rumzufahren, obwohl es schon eine einfachere und eventuell Kraft sparendere Variante gibt.

Hier ein paar Tipps, wie man den Trimm ohne großen Aufwand optimieren kann:
Zunächst eine eigene Gabel fahren. Ihr seid alle unterschiedlich und fahrt andere Trapeztampenlängen als die Jungs. Probiert aus, was am besten passt. Nicht zu kurz nehmen, da man ansonsten weniger Kontrolle über das Segel hat und sich bei Überpower-Wind weniger reinlegen kann.

Macht die Gabel höher. Dadurch lässt sich das Rigg viel besser kontrollieren. Auch die Fußschlaufenposition ist wichtig: Nicht zu weit vorne montieren, da ihr ja leichter seid. Die Fußschlaufen an sich kann man meist auch in einem engeren Abstand fahren, da man kleiner ist. Das Board ist zwar etwas nervöser, aber ihr steht besser auf dem Brett.

Zur Mastfußposition: Nicht mit von Männern festgelegtem „Frauentrimm“ zu weit vorne fahren, da das Board bei unserem Gewicht ansonsten auf dem Wasser klebt und nicht richtig frei wird.

Kleinere Finnen als die der Männer fahren.

Als Mädel sollte man auf keinen Fall Onshore-Wavesegel kaufen. Diese bauen viel zu viel Druck auf und sind nicht mehr kontrollierbar. Flache Sideshore-Wavesegel bis sechs Quadratmeter sind die beste Wahl.

Und wenn alles passt, gibt es nichts Schöneres, ob bei Nieselregen oder türkisem Wasser mit Sonnenschein, auf dem Board zu sein, den Wind zu spüren und übers Wasser zu flitzen.
Steffi Wahl

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Tiffany Ward

{GALERIE} girlsgall_3.jpgTiffany Ward wurde am 11. Dezember 1979 in Park City, Utah, geboren und hat das geschafft, wovon viele träumen. Innerhalb von zwei Jahren hat sie sich durch harte Arbeit, intensives körperliches und geistiges Training und natürlich durch Talent in die Liga der Windsurfprofis gearbeitet.

Bereits mit zweieinhalb Jahren hatte Tiffany durch ihre surfenden Eltern Kontakt zum Medium Windsurfen und bereits mit acht Jahren surfte sie ihr kleines Mickey-Mouse-Rigg über den Deer Creek, direkt vor ihrer Haustür. Tiffany bekam von ihren Eltern den Surf-Virus vererbt, die sie immer unterstützten und ihr zum High-School-Abschluss ihre erste Reise nach Maui schenkten. „Als ich am Kahului Airport ankam und kurz drauf meine erste richtige Welle ritt, wurde ich vollständig süchtig nach dem Sport, nach Maui, den Lebensbedingungen dort und den Wellen.“ Doch auch Tiffany weiß die Naturgewalten zu respektieren: „Das zweite Mal, als ich auf Hookipa surfte, riss ich mir mit meiner Finne eine fünf Inch große Verletzung in meinen linken Oberschenkel, die mit 55 Stichen genäht werden musste. Diese Narbe betrachte ich heute als mein persönliches Opfer an die Inselgötter und als ewiges Memento an die Naturgewalten.“

Jeden Tag surfte Tiffany fortan auf Maui und als sie mit der legendären Jennifer Henderson zu trainieren begann, machte sie enorme Fortschritte. Jen wurde gleichzeitig Mentor und Freundin und trainierte Tiffany für ihre erste PWA Worldtour in 2002, bei der sie erfolgreiche Fünfte wurde. „Es ist das A und O in dieser Branche, jemanden zu haben, der einem sagt, wie der Hase läuft.“

Heute lebt die 25-Jährige immer noch, oder besser gesagt, schon wieder auf Maui inmitten der Windsurf-Community. Ihre bodenständige, optimistische und energiegeladene Art hat ihr zu diversen Top-Sponsoren wie Gaastra, Starboard, Dakine, Chinook und Reef verholfen. Tiffany ist eine absolut professionelle Windsurferin, die sowohl in einem der coolsten Windsurf-Mekkas der USA lebt und gleichzeitig als Gourmetkoch ein eigenes Catering-Unternehmen leitet, denn kochen kann Tiffany mindestens so gut wie Windsurfen! „Wenn ich meine Windsurfkarriere der letzten zwei Jahre rückblickend betrachte, muss ich immer staunen, wie viel ich erreicht habe. Mit eiserner Disziplin und harter Arbeit habe ich das geschafft, wovon viele träumen. Und ich habe meinen eigenen Traum verwirklicht. Jeden, der ebenfalls solche Ziele hat, würde ich ermuntern, dasselbe zu tun und vor allem niemals aufzugeben!“

Ab in die TonneNicht so gutGeht noch besserGanz gutEcht gut!Hammer!!!! (5 Stimmen, durchschnittlich: 3,2 von 6)

Nayra Alonso

{GALERIE} girlsgall_7.jpg1999 begann Nayra Alonso mit dem Windsurfen und ist seitdem davon gefesselt – sie kann es einfach nicht mehr lassen. Zu ihren Anfängen sagt Nayra: „Es war und ist wie ein innerer Drang. Shopping oder Partys interessierten mich schon immer wenig und ich merkte schnell, dass mein Platz auf dem Wasser ist.“

Nayra machte extrem schnell Fortschritte auf dem Brett. Das lag zum einen an den super Windbedingungen auf ihrer Heimatinsel Gran Canaria. Zum anderen daran, dass sie 100 Prozent hinter dem stand, was sie tat. Nayra nutzte jede Gelegenheit, um an den Strand zu kommen. Manchmal gab ihr eine Freundin einen Lift, an anderen Tagen fuhr sie mit ihren Cousins. Manchmal musste sie sich sogar das Auto von ihrem Bruder stehlen … (keine Sorge Nayra – er wird das hier jetzt nicht lesen!) Sobald der Wasserstart einigermaßen saß und Nayra zurück zu dem Punkt am Strand kam, an dem sie vorher gestartet war, verlegte Nayra ihren Lieblingsspot nach Vargas, wo es mehr Wellen gibt. Ab diesem Zeitpunkt war es endgültig um sie geschehen. Nayra gefiel allem die Herausforderung, dass man jeden Tag etwas Neues ausprobieren konnte. Mal waren die Wellen hoch, mal ganz klein, mal war der Wind super böig, mal relativ schwach. Nach und nach lernte Nayra immer mehr Leute aus der Szene kennen und sie gingen Tag für Tag zusammen surfen. „Eines Tages realisierte ich, dass für mich das Surfen zum wichtigsten Teil meines Lebens geworden war. Alles andere wurde zweitrangig“, schwärmt Nayra mittlerweile von ihrem Lebensmittelpunkt. „Ich verdanke viel meinen Freunden, die mir so viel beibrachten, den Moreno-Schwestern, die mich inspirierten und natürlich meinen Sponsoren! Und jetzt steh ich hier und habe den coolsten Job der Welt. Dafür bin ich unendlich dankbar.“

Nayras Lebensmotto hat sie aus einem Goya-Video: „Go for your dreams!“ Und frei nach diesem Motto wird sie wohl auch die kommenden Jahre durch die Welt surfen.

Ab in die TonneNicht so gutGeht noch besserGanz gutEcht gut!Hammer!!!! (3 Stimmen, durchschnittlich: 3,67 von 6)

Unsere sieben Hot-Spots für Frauen, die sich aufs Wasser trauen

1. Gold / Fehmarn – Schleswig-Holstein
Gold ist der optimale Spot für alle Surfeinsteigerinnen. Der Einstieg geht über Kieselsteine und das gesamte Gebiet ist ein Stehrevier mit maximaler Wassertiefe von 1,50 Meter. Also aufgepasst: Wer die Halse noch nicht sicher beherrscht, sollte vorher schnell abspringen, bevor die Finne stecken bleibt und abbricht! Weitere Pluspunkte für Gold: Der Spot funktioniert bei allen Windrichtungen und die nahe gelegene Surfschule verleiht Material für ein paar Euro.

2. Meldorfer Speicherkoog / Nordfriesisches Wattenmeer – Schleswig-Holstein
Im ufernahen Bereich eignet sich der See als Stehrevier für Anfänger. Praktischerweise wird auf dem Rasen aufgeriggt und dann zu zwei Einstiegsstellen getragen. Von den Steinen sollte man sich nicht stören lassen. Der Speicherkoog funktioniert wegen der umliegenden flachen Landschaft bei allen Windrichtungen. Auch hier gibt es zwei Surfschulen am Ufer, bei denen ihr Material leihen könnt.

3. Kaarster See – Nordrhein-Westfalen
Der Kaarster See liegt zwischen Mönchengladbach und Düsseldorf an der A52. Das Gelände ist Vereinseigentum, wer jedoch charmant fragt, darf auch mal aufs Wasser. Direkt am Wasser kann man sein Material auf einer großen Wiese aufbauen. Beste Windrichtungen sind SW und NO. Bei anderen Windrichtungen kann der Wind schon mal sehr böig sein. Positiv: Das Wasser bleibt auch bei starkem Wind schön flach.

4. Marder Berg / Steinhuder Meer – Niedersachen
Direkt am Nordufer des Steinhuder Meers bietet der Spot als Stehrevier ideale Voraussetzungen für Einsteigerinnen. Windtechnisch ist der Spot bei Nordost- bis Südwestwind ideal, bei W bis N liegt er allerdings in der Windabdeckung. Im Sommer kann Seegras schon mal zu einem Problem werden. Verleihstationen und Surfschulen findest du am Ufer zu genüge, Campingplatz und Hotel liegen close-by. Ein idealer Spot für ein schönes Windsurf-Wochenende!

5. Hvide Sande / Ringkøbingfjord – Dänemark
Der Rinkøbingfjord ist das bekannteste Flachwasserrevier in Dänemark und wird von vielen der „Freundinnen-See“ genannt, weil hier die männlichen Surfcracks ihre Freundinnen gerne „abstellen“ … Nichtsdestotrotz kann man auf dem See hervorragend seine Manöver üben, bis man selbst die großen Wellen sicher rippt! Rings um den Fjord finden sich bei allen Windrichtungen geeignete Strände, der beste Startplatz liegt auf der Westseite kurz vor Hvide Sande. Alles in allem ein wirklich toller Spot!

6. Ammersee – Oberbayern
Generell ist der Ammersee nicht das windsicherste Surfrevier. Bei SW-W und ordentlich Wind mutiert die Herschinger Bucht zu dem Wavespot Bayerns. Wer allerdings auf der A96 die Ausfahrt Inning nimmt, landet beim Stehrevier „Steegen“, wo man (frau) prima Wasserstart üben kann. Bei östlichen Winden lohnt sich ein Abstecher ans Westufer nach Eching (Surfschule) oder Utting. Auch dort kann man die ein oder andere schöne Surfsession genießen.

7. Bodensee / Langenargen – Baden-Württemberg
Langenargen liegt am nordöstlichen Seeufer des Bodensees. Ganzjährig herrschen Westwinde vor. Von Frühjahr bis Sommer bläst oft ein guter Ostwind oder, je nach Wetterlage, Föhn, der meist für ein wenig Kabbelwasser sorgt. Kommt der Wind ablandig an, profitiert man als Anfänger von einer ruhigen Flachwasserpiste, auf der jeder Beachstart auf Anhieb klappt! ;-)

8. Laboe – Kieler Förde / Schleswig-Holstein
Das Stehrevier vor Laboe ist ein guter Beginner-Spot. Bei dem Ostuferspot am Ausgang der Kieler Förde kann man bei Winden ab SSW aufs Wasser gehen. SW bis NO ist hier surfbar, aber interessant ist der Strand eigentlich nur bei Südwest bis West. Vorsicht ist geboten, da das Wasser teilweise nur 30 Zentimeter tief ist und auch ein Muschelriff einem schnellen Ritt ein jähes Ende bereiten kann. Vor Ort befinden sich eine Surfschule mit eigenem Parkplatz direkt auf dem Strand, Kioske und viele Restaurants. Als Bonusprogramm bietet der Spot eine einzigartige Kulisse vor dem U-Boot U-995, welches direkt am Strand liegt und über die Surfer wacht. Laboe ist der Geburtsort des Free-Magazins und unter anderem auch deshalb der wichtigste und schönste Ort in diesem Universum.

Ab in die TonneNicht so gutGeht noch besserGanz gutEcht gut!Hammer!!!! (8 Stimmen, durchschnittlich: 3,63 von 6)