Für Windsurf-Weltmeister Philip Köster beginnt die Titelverteidigung

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Waveriding-Saison startet auf Gran Canaria / Der dreifache Weltmeister Philip Köster wieder Titelfavorit / Junge deutsche Wellenreiter mit guten Aussichten / Auch Dunkerbeck am Start 

Die internationale Windsurf-Szene schaut am kommenden Wochenende gebannt nach Gran Canaria. Dort gehen in Pozo (3. – 9. Juli) zum ersten Mal in dieser Saison die Waverider im Rahmen der PWA World Tour an den Start. Einer der großen Favoriten in der Königsdisziplin ist der dreifache Weltmeister Philip Köster, der auf der kanarischen Insel lebt. Der 22-jährige Deutsche hat hier in der vergangenen Saison den World Cup gewonnen und will mit einem guten Ergebnis zum Auftakt seine Ambitionen auf den vierten WM-Titel unterstreichen.

Seit Jahren erstmals wieder im Waveriding startet auch ein Dunkerbeck – Liam Dunkerbeck will in der Juniorenklasse sein Können zeigen. Der Zwölfjährige ist der Sohn von Windsurf-Legende Björn Dunkerbeck, der erst kürzlich auf der Nachbarinsel Fuerteventura mit dem Gewinn seines 42. WM-Titels gezeigt hat, dass er das Windsurfen nicht verlernt hat. „Ich freue mich, dass mein Sohn Liam seinen ersten PWA Wettkampf mitfährt. Natürlich werde ich ihn vor Ort so gut es geht unterstützen“, sagt Björn Dunkerbeck, der in seiner Karriere selbst sieben Mal Waveriding-Weltmeister wurde.

Neben Philip Köster sind aber auch andere deutsche Wellenreiter in Pozo für vordere Plätze gut. Klaas Voget ist mit seinen 37 Jahren der Älteste im deutschen Waveriding-Team. Der Hamburger hat im Winter in Chile und auf Hawaii trainiert, wurde in Deutschland vom Wind aber meistens im Stich gelassen. „Es war bisher wie verhext. Auch in Dänemark hatte ich nur selten gute Bedingungen, um Waveriding zu trainieren. Das ist schade, denn Wasserzeit ist sehr wichtig im Windsurfen“, so der Hamburger.

Für Voget sind Philip Köster und der Spanier Victor Fernandez Lopez die großen Titel-Favoriten im Waveriding, auch mit den Ex-Weltmeistern Marcilio Browne aus Brasilien und Thomas Traversa aus Frankreich ist zu rechnen. Im deutschen Aufgebot setzt Voget auf die Youngster Alessio Stillrich (21) und Moritz Mauch (20), die ebenfalls auf Gran Canaria leben. „Alessio befindet sich in bestechender Form und hat wieder einen großen Sprung nach vorn gemacht. Er kann in Pozo für eine Überraschung sorgen. Moritz ist im Wellenreiten top, jetzt muss er noch beim Springen nachziehen“, erklärt Voget.

Er selbst schaut im Herbst seiner Karriere nicht mehr auf die Gesamtwertung der PWA Weltserie, in der er sich in den vergangenen neun Jahren achtmal unter den besten Zehn platzierte. Der Wellenreiter wünscht sich noch einmal ein Top-Ergebnis so wie beim größten Windsurf-Event der Welt auf Sylt, wo er 2008 und 2009 mit einem dritten und zweiten Rang seine größten Erfolge feierte.

Auch in diesem Jahr will der 37-Jährige beim Mercedes-Benz Windsurf World Cup (30. September bis 09. Oktober) auf Deutschlands nördlichster Insel angreifen. „Die Bedingungen vor Sylt sind speziell, aber ich kenne mich bei meinem Heim-World-Cup gut aus. Warum soll es dort nicht noch einmal mit dem Podium klappen?“

Doch bis dahin hat der Hamburger noch einige Chancen, sich auf der PWA World Tour mit guten Ergebnissen zu belohnen. Die erste bietet sich auf Gran Canaria, wo sein bestes Resultat ein fünfter Rang war. Klaas Voget: „Das wäre zum internationalen Saisonstart ein toller Einstand. Doch das Niveau im Waveriding ist so hoch, dass für mich nach der etwas holprigen Vorbereitung ein Top-Ten Platz zum Auftakt schon ein Erfolg wäre.“