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Windsurfen und Segeln auf dem Roten Meer

{GALERIE} katamaran_windsurf_tour.jpgWindsurfing-kiel.de bieten im nächsten Jahr einen klasse Windsurftrip auf einem Katamaran ins Rote Meer an. Das wird der Windsurf-Trip 2007!

Vom 24. Februar bis 03. März haben neun Windsurfer die Möglichkeit auf einem 14 Meter langen Katamaran inklusive eigenem Freestyle-Trainer auf dem Roten Meer zu windsurfen. Abgelegt wird in El Gouna (Infos unter www.el-gouna.de). Dann ist die Crew immer für ca. 2-3 Tage auf dem Wasser. Dort wird mitten im Meer an Riffen fest gemacht, gewindsurft und übernachtet. Falls mal kein Wind zum Windsurfen sein sollte, kannst du mit Delphinen schwimmen, angeln gehen oder du machst dir einfach einen Cocktail und legst dich ins Netz vom Katamaran.

Der Katamaran bietet Platz für 10 Personen. Der Stauraum für das Windsurfmaterial ist natürlich begrenzt. Jeder Teilnehmer hat die Möglichkeit ein Board und drei Segel mitzunehmen.

Weitere Informationen zum Windsurf-Trip gibt es auf www.windsurfing-kiel.de oder unter team@windsurfing-kiel.de.

Ab in die TonneNicht so gutGeht noch besserGanz gutEcht gut!Hammer!!!! (7 Stimmen, durchschnittlich: 4,29 von 6)

Wild Wild West

Jericoacoara ist in aller Munde. Ob nun Freestyle-Pros oder Wave-Einsteiger, seit der Entdeckung des Spots 1999 zieht es jedes Jahr mehr und mehr Windsurfer an diesen Spot im Norden Brasiliens. Im Dezember 2005 machte sich ein internationales Dreamteam auf den Weg, diese Oase für Windsurfer genauer zu erkunden!

{GALERIE} wilwildwest1.jpgAls mich Anfang Dezember Nathalie von der Surf & Action Company aus München anrief, hatte ich meinen Frieden mit einer Überwinterung im kalten Deutschland eigentlich schon gemacht. „Hast du Lust, nach Brasilien zu fliegen?“ Das ist eine Frage, die man sich nicht zwei Mal stellen lassen sollte! „Ich bin dabei!“, schoss es aus mir heraus. Bereits eine Woche später saß ich im Flieger Richtung Brasilien.

{GALERIE} wilwildwest2.jpgMit mir an Bord ein Dreamteam der internationalen Windsurfpresse: Lord Gary von Boards UK, Josh von Windsurfer USA, Arnaud vom Planchmag Frankreich, Mart von Motion Holland und Julian Schlosser als Fotograf. Mit der TAP Air Portugal landeten wir in Fortaleza. Von dort aus hat man zwei Möglichkeiten nach Jeri zu kommen: Der erste Weg ist ein 4×4-Jeep, um die restlichen 300 Kilometer zurücklegen. Die ausgebaute Straße endet allerdings rund 100 Kilometer vor Jeri, sodass die letzten eineinhalb Stunden direkt an der Wasserkante am Strand und durch Dünen fahrend wirklich ein Erlebnis sind. Dieses Vergnügen hatten wir allerdings erst auf der Rückreise. Auf dem Hinweg wurden wir standesgemäß mit einem Helikopter nach Jericoacoara geflogen. Und wer ein bisschen Knete übrig hat, sollte sie an dieser Stelle investieren! Auf dem einstündigen Flug entlang der Küste kann man nicht nur Fortaleza von oben sehen, sondern auch die atemberaubende Landschaft und die endlosen Strände besonders gut entdecken.

{GALERIE} wilwildwest3.jpgDass Fliegen die weitaus komfortablere Alternative ist, brauche ich an dieser Stelle nicht zu erwähnen. In Jericoacoara angekommen, landet man direkt auf dem Strand. Das sieht nicht nur wichtig aus, es fühlt sich auch wichtig an und spätestens in diesem Moment hat sich die Kohle gelohnt …

Jeri ist eigentlich eine alte Fischersiedlung an der Nordostküste Brasiliens, genauer gesagt in Ceará, knapp unterhalb des Äquators. Was sich wie ein fruchtiger Sundowner auf Eis anhört, ist in Wirklichkeit das Paradies. Hier hatte Gott während der Schöpfung extrem gute Laune. Die Sonne scheint 15 Stunden am Tag, die Atmosphäre ist entspannt, das Wasser warm, das Essen lecker, die Preise günstig, die Menschen freundlich, der Wind bläst konstant zwischen 20 und 30 Knoten und die gemäßigten Wellen hören nicht auf, an den blendend weißen Strand zu rollen. Mein erster Eindruck? Windsurfers-Paradise!
Das Letzte, was man in Jericoacoara benötigt, ist ein Neoprenanzug, das Erste, was man sich vor Abflug in rauen Mengen einpacken sollte, Sonnencreme. Ob nun aus reiner Gewohnheit oder blinder Ignoranz, ich hatte es in diesem Jahr genau andersherum gehalten.

{GALERIE} wilwildwest4.jpgSo fand ich mich Mitte Dezember in einem Paradies mit dem nach Kokosnussrum und Ananasscheiben klingenden Namen Jericoacoara in Brasiliens Norden wieder, musste jedoch feststellen, dass ich in typisch deutscher Manier falsch gepackt hatte und nun mit zwei Paar langen Jeans (für die „kalten” Nächte) und einem 3/2-Neoprenanzug (gegen das kalte Atlantikwasser) bei knapp 32 Grad im Schatten und 27 Grad Wassertemperatur unter Palmen stand. „Wetter”, dachte ich da so bei mir. Ein kleiner Tipp am Rande: Für zwei Wochen Jeri reichen drei Boardshorts, fünf T-Shirts und ein Trapez. Mehr brauchst du wirklich nicht!

Obwohl Jeri bereits vor knapp 15 Jahren von ein paar verrückten Backpackern entdeckt wurde, ist die touristische Entwicklung dank seiner schwer zugänglichen Lage noch relativ entspannt verlaufen. So leben auch heute nur insgesamt 1.500 Seelen in dem Dörfchen, das original so aussieht, als wäre es einem Westernfilm entsprungen. Zwar ist die aktuell gültige Währung nicht mehr ausschließlich roher Fisch, aber Geldautomaten und Banken gibt es bis heute nicht in Jeri. Man sollte sich also bereits am Airport in Fortaleza mit genügend Reals eindecken, um den Urlaub zu überstehen. Nicht dass man davon viele brauchen würde, denn eine Portion Thunfischsteak mit Beilagen, die hier in Deutschland eine ganze Familie satt machen würde, kostet in Jeri umgerechnet fünf Euro! Kein Grund also zu meckern. Kriminalität ist in Jeri ebenfalls ein Fremdwort. In den letzten zehn Jahren gab es genau ein Verbrechen. Einer Touristin wurde aus dem Appartement ein Fotoapparat geklaut. Da in diesem Dörfchen aber jeder jeden kennt, war der Dieb nach zwei Stunden gefasst. Bei einem Entschuldigungsabendessen lernten sich Täter- und Opferfamilie besser kennen und sind gute Freunde geworden … Auch aus diesem Grund hat es bis vor wenigen Jahren keine Polizei in Jeri gegeben. Mittlerweile haben sich die Gewerbetreibenden des Ortes aber zusammengetan und finanzieren zwei Polizisten, die definitiv den entspanntesten Job auf diesem Planeten haben! Kriminalitätsrate: Null Prozent, Aufklärungsrate 100 Prozent …
Die gesamte Gegend um Jericoacoara wurde vor einigen Jahren zum Naturschutzgebiet erklärt, weshalb der Bau von neuen Gebäuden und Straßen stark von der Regierung überwacht, wenn nicht sogar verboten wird. Obwohl die Bewohner von Jeri seit knapp acht Jahren sogar Elektrizität haben, gibt es immer noch keine Straßenlaternen und somit wird der Weg von Fortaleza nach Jeri einzig und allein vom Himmel beleuchtet. Einen sensationelleren Sternenhimmel bekommt man heutzutage wohl kaum mehr zu Gesicht. Der weiße Sandstrand gleicht einer Filmkulisse und das Meer glitzert türkis in der Sonne, während sich am rechten Rand die Palmen im aufkommenden Wind biegen. Spätestens jetzt ist man in der absoluten Ruhe angekommen – wäre da nicht der Wind!

{GALERIE} wilwildwest5.jpg An meinem ersten Morgen am Strand angekommen, überkam mich die altbekannte Nervosität: „Schnell aufs Wasser, wer weiß, wie lange der Wind noch anhält!” Als mir dann ein vollkommen entspannter André Paskowski über den Weg lief, dämmerte es mir langsam. Als er mich auch noch mit dem Kommentar „Hey, Digger, ganz ruhig! Ich bin seit sieben Wochen hier und hatte jeden Tag Wind! Da kannst du deine Uhr nach stellen! Um 9:00 Uhr geht’s los, um 17:00 Uhr geht’s runter!” begrüßte, wusste ich: Hier bleibe ich. Am besten für immer.

Die Windbedingungen in Jericoacoara sind wirklich sensationell. So etwas habe ich persönlich noch nicht erlebt. Man kann wirklich jeden Tag aufs Wasser, sind doch immer mindestens vier bis fünf Beaufort. Während unserer Woche bin ich nie größer als 5.4 qm gefahren, was in Relation zu einem Windsurfer mit „normalem” Gewicht bedeutet, dass ein 4.7er die richtige Wahl wäre. Der Wind kommt vom Atlantik und bläst zwischen Juni bis Januar jeden Tag konstant cross bis cross-offshore. Dazu schieben sich ein bis eineinhalb Meter hohe Wellen vom Horizont her an den Sandstrand, sodass selbst ungeübte Wave-Surfer keine Angst haben müssen, von Wellenmonstern gefressen zu werden. Im Gegenteil. Die warmen Wellen sind geradezu Vertrauen erweckend und das Material übersteht jeden Wipe-out ohne Bruch.
Wie bei allen Wave-Revieren ist auch dieser Spot stark von den Gezeiten abhängig. Bei auf- und ablaufendem Wasser hat man am meisten Spaß. Bei totaler Ebbe sollte man 200 Meter Richtung Norden in eine kleine Bucht ausweichen, da dort die Wellen einen Tick höher sind als an der Spitze der Bucht. Beide Spots sind nur einen Steinwurf von der Surfstation „Clube dos Ventos” entfernt. Der Clube wurde 1999 von dem brasilianischen Windsurfer Fabio Nobre gegründet. Damals kutschierte der smarte Surfer, der das Potential des Spots als Allererster erkannte, einzelne Windsurftouristen an den Strand von Jericoacoara, bis er genügend Geld zusammen hatte, um dort seine erste Leihstation zu bauen. Mit seinem Esel namens Robby Naish transportierte er das Material damals noch von seinem Hotel im Dörfchen an den Strand. Mittlerweile ist der Club zu einem ordentlichen Center mit Restaurant, Shop, Internetcafé und Surfschule gewachsen und liegt in der allerbesten Lage direkt an der Poleposition der Bucht, sodass Robby Naish in den Ruhestand geschickt werden konnte. Das Materialangebot bei Fabio ist so groß, dass man keine Angst haben muss, nicht den richtigen Stuff fahren zu können. Nagelneues Starboard, JP- und Neil Pryde-Material stehen den Aktiven zur Verfügung. Während der Pausen kann man sich entspannt in wirklich stylischem Ambiente ausruhen und mittags die Super-Küche am Buffet genießen.

Alle, die nicht auf Wellenexperimente stehen, finden hinter dem Shorebreak eine schöne Freeridepiste. Selbst die blutigsten Anfänger kommen in Jericoacoara auf ihre Kosten, denn keine 30 Minuten entfernt liegt der „Paradise Lake”, ein Süßwasser-See, der sich über neun Meilen erstreckt und für Schotstart, Halse und Wasserstart genügend Übungsfläche bietet. Ein Spot also für die ganze Familie! Trotzdem spielt die Musik am Strand von Jeri. Nicht nur, weil es dort einfach wunderschön ist und das Wasser mit seinen 27 Grad Barfuß- und Boardshortsqualitäten zeigt – es gibt auch überhaupt keine Gefahren im Wasser. Keine Strömungen, keine Riffe, keine Haie; zumindest hat man bisher keine Haie gesichtet. Die einzige Gefahr droht in Jeri im Sand der Straßen. Da ab und zu Schweine durchs Dorf getrieben werden, die schon mal einen Haufen hinterlassen, machen Geschichten über kleine Würmer in Jeri die Runde, die sich in der Fußsohle einnisten, Eier legen und dann die Kontrolle über den gesamten Körper übernehmen. Okay, Letzteres war vielleicht ein wenig übertrieben und persönlich kennen gelernt habe ich auch keinen „Befallenen”, trotzdem kann man diese Gefahr ganz leicht durch das Tragen von Schlappen umgehen!

{GALERIE} wilwildwest6.jpg Zum Glück gibt es in Jericoacoara keine Fünf-Sterne-Bettenbunker wie in vielen anderen Touri-Hochburgen. Wer nach Jeri kommt, lebt einfach, aber gemütlich. Es gibt diverse Übernachtungsmöglichkeiten in kleinen, feinen Bungalows. Für diejenigen, die nur das Beste vom Besten wollen, hat Jeri seit Dezember auch noch etwas parat. Direkt neben der Surfstation von Fabio ist die Anlage Pousada Jeriba. Das Dreamteam war eingeladen, als die allerersten Gäste die Appartements näher zu untersuchen. Trotz kritischer Blicke gab es aber auch gar nichts, was man an ihnen hätte aussetzen können. Superausgestattet mit großzügigen Badezimmern und Schlafräumen haben alle Appartements einen einmaligen Blick von den großen Balkonen auf die Bucht von Jeri. Ein schöner Pool mit angeschlossenem Whirlpool lädt am Ende eines harten Windsurftages zum Entspannen ein. Beim Frühstück sitzt man direkt an der Wasserkante und genießt den einmaligen Blick. Diese Anlage ermöglicht in Verbindung mit dem direkt angrenzenden „Clube dos Ventos” definitiv die schönste Art des Urlaubs in Jeri.

Es steht außer Frage, dass man sich in Brasilien befindet, denn das Nachtleben ist trotz der überschaubaren Stadtgröße einfach super. Die Bewohner haben den Rhythmus im Blut und lassen daher kaum eine Party aus. Es gibt also keine Entschuldigung, sich vom Feiern fernzuhalten. Der Abend beginnt mit einem kühlen Sundowner in den Dünen und dem Blick aufs Meer. Danach geht es weiter in eines der ausgezeichneten Restaurants, von denen es mehr als genug gibt. Ob Sushi oder Pizza, dieser kleine Spot bietet eine erstaunlich kosmopolite Küche. Es ist mehr die Qual der Wahl als das allgemeine Hungergefühl, das nach dem Surfen die Seele plagt. Hat man sich aber für ein Lokal entschieden, kann man sicher sein, dort den besten Service und das leckerste Essen für kleines Geld zu bekommen. Voll gefuttert und angeschäkert kann man anschließend durch die zahlreichen Bars ziehen, um sich dort ganz der einheimischen Kultur hinzugeben und der Völkerverständigung zu frönen. Am besten geht dies mit dem Nationalgetränk Caipirinha oder auch mit Capetas (ein Drink mit Wodka, Guarana, Dosenmilch, Schokolade und Eis). Wer sich am Tag noch nicht beim Windsurfen ausgepowert hat, kann nachts auf den Straßen von Jericoacoara Vollgas geben, um gegen 5:30 Uhr die Sonne vom Strand aus zu begrüßen. Da Jericoacoara am nördlichsten Ende von Ceará liegt, befindet sich sowohl an seiner Ost- als auch an seiner Westseite das Meer. Somit ist Jeri einer der wenigen Spots in Brasilien, an denen man die Sonne sowohl über dem Meer auf- als auch untergehen sehen kann. Ziemlich cool, oder nicht?

Wenn man sich erst einmal an den erschreckenden Gedanken gewöhnt hat, dass man in Jericoacoara in der Tat jeden Tag acht Stunden Windsurfen gehen könnte, kann man an einem Tag auch ruhigen Gewissens etwas anderes in der Gegend unternehmen. Wieder einmal geht es um die Qual der Wahl: Sandboarding, Kitesurfing, Segeln, Paragliding, Reiten, Motorcross-Touren oder … Man sollte nicht meinen, dass überhaupt jemand auf die Idee käme, einen simplen Spaziergang zu unternehmen! Abschreckend oder nicht: Gehen ist die einzige Methode, dahin zu gelangen, wo noch nicht einmal ein 4×4-Jeep hinkommt. So sollte man zum Beispiel unbedingt eine Dünenwanderung unternehmen. Ja – auch wenn ihr jetzt entsetzt den Kopf schüttelt – das ist ein MUSS! Denn hat man nach zwei bis fünf Stunden wandern erst einmal die letzte Düne erklommen, zeigt sich eine Fata Morgana der besonderen Art: Vor einem liegt ein Süßwassersee mit einer Bar! Den Rückweg kann man entweder zu Fuß zurücklegen oder aber man reitet auf einem Esel in die Nacht. Und wenn er nicht gestorben ist, könnte es auch Robby Naish sein.

Irgendwann geht leider auch der schönste Urlaub zu Ende und so mussten wir nach sieben Tagen Jericoacoara leider wieder die Heimreise antreten. Mit 100 Prozent Sonnen- und Windtagen geht dieser Trip für das Dreamteam als einer der besten in die Geschichte ein.

Wir können dir diesen Spot wirklich nur ans Herz legen. Wenn du Interesse an einer Reise bekommen haben solltest, empfehlen wir dir eine Buchung bei der Surf & Action Company. Mit diesen Experten an deiner Seite kannst du dich vom ersten Tag an entspannen und den einmaligen brasilianischen Lifestyle in dich aufsaugen.

Surf & Action Company: www.surf-action.com / info@surf-action.com / +49 (0) 89 / 628167-0

Ab in die TonneNicht so gutGeht noch besserGanz gutEcht gut!Hammer!!!! (25 Stimmen, durchschnittlich: 4,84 von 6)

Itoma - Schiff Ahoi

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ITOMA – wer hat nicht schon einmal von diesem Boot gehört, das seit Jahren unaufhaltsam seine Kreise um die Kapverdischen Inseln zieht. Durch die unzähligen Berichte in internationalen Magazinen hat man fast schon das Gefühl, man würde das Boot kennen. Aber wenn man an Bord geht, merkt man schnell, dass wirklich kein Artikel dieser einzigartigen Oase auf dem Meer gerecht wird.

Mitte Januar bot sich für mich eine einmalige Chance. Zusammen mit den Chefredakteuren der führenden, europäischen Windsurfmagazine ging die Reise auf Einladung von North Sails (ja, so etwas kann man ruhig offen Bestechung nennen) Richtung Kapverdische Inseln. Unser erstes Ziel war die Hauptinsel Sal, genauer gesagt das schöne Hotel „Morabeza“ in Santa Maria. Als aufmerksamer Leser des Free-Magazins hast du sicherlich gerade ein Djavu, oder?! Richtig, es ist fast auf den Tag genau ein Jahr her, als ich das letzte Mal von dieser Insel berichtete und du den entsprechenden Artikel über die Inseln Sal und Boa Vista im Free-Magazin lesen konntest. Deshalb spare ich mir an dieser Stelle auch nähere Details über die Daten der Inselgruppe, denn du könntest dir bei Interesse einfach die Ausgabe Nummer 18 von unserer Homepage windsurfing.free-mag.de kostenlos als PDF downloaden.
Wir blieben dieses Mal nicht auf der Insel, denn das Ziel unserer Reise war die legendäre ITOMA.

{GALERIE} kapverden2.jpgEs war 23:00 Uhr, als wir aus dem Flieger stiegen, und sofort wurde mir eine Veränderung zum Vorjahr deutlich: Wind und zwar so richtig! Nachdem ich meine Fähigkeiten als VIP-Caddy durchs Schleppen überdimensionaler Boardbags mehrfach unter Beweis stellen durfte, ging es sofort ab in die nächstbeste Kneipe, um auf einen windreichen Urlaub zu trinken. Björn Dunkerbeck, der uns während des siebentägigen Trips Gesellschaft leisten sollte, kam zwar eine Maschine später an, hatte aber ganz offensichtlich kein Problem damit, sich in Schallgeschwindigkeit auf unser Niveau zu begeben, was ihn mir auf Anhieb sympathisch machte.

Am nächsten Morgen zeigte sich Sal von einer Seite, die ich im vergangenen Jahr nicht kennen lernen durfte. Sechs Windstärken, zwei Meter Welle, Sonnenschein. Was soll man mehr dazu sagen? Dank der freundlichen Unterstützung vom Club Mistral und vor allem auch von der Planet Windsurfing Station konnten wir nicht nur die neuesten Segel aus der North Sails-Palette testen, sondern uns gleichzeitig auch an den aktuellen Boards von Mistral und Fanatic erfreuen. Der Spot am äußeren Ende der Bucht funktioniert tatsächlich, auch wenn er sicherlich entspannter ist, wenn die Wellen höher als drei Meter sind. Das hört sich vielleicht paradox an, ist aber so, denn je kleiner die Wellen, desto dichter brechen sie an der Küste. Wenn man nicht rechtzeitig zum Button Turn ansetzt, kann es schon mal vorkommen, dass die im Wasser liegenden Felsen die Finne abrasieren und die nachfolgende Welle einen unsanft auf das Gestein spült. Wenn ihr wissen wollt, wie sich das anfühlt, könnt ihr euch vertrauensvoll an Raoul Joa, Brandmanager von North Sails, wenden … Beeindruckt war ich an unserem ersten Tag aber nicht nur von den tollen Bedingungen. Es ist doch wirklich ein großer Unterschied, ob du einen Fahrer mit der Qualität eines Björn Dunkerbecks auf einem Video bzw. Foto siehst oder ihn live, fünf Meter neben dir auf dem Wasser bewundern kannst. Merkwürdigerweise sind die Wellen immer gerade dort, wo er sich platziert. Während ich minutenlang auf der Suche nach einem guten Set war, hatte Björn schon drei Wellen abgeritten. Auf den unmöglichsten Wellen machte er Aireals oder drehte Cut Backs auf dem Kamm, dass man nur mit den Ohren schlackern konnte. Wie schön war es da doch zu sehen, dass auch er mal bei einer Wende oder Halse ins Wasser fiel! Im Großen und Ganzen liegen aber Welten zwischen einem ambitionierten Freizeitsurfer und einem 35-fachen Weltmeister und das beruhigt dann auch ein wenig.

Aber nicht nur auf dem Wasser ist Björn eine Klasse für sich. Ich war sehr gespannt auf diese Reise, um mir endlich mal persönlich ein Bild von ihm machen zu können. Und wenn ich sage, ich habe mich gewundert, ist das sehr milde ausgedrückt. Das Bild, das häufig die Medien von ihm zeichnen, ist nach meiner Interpretation das eines unnahbaren, erfolgssüchtigen Menschen, der ohne Rücksicht auf seine Umwelt dem Ziel hinterher eifert, der Beste der Besten zu sein. Nicht selten wurde er der „Terminator“ genannt, was sein Image weiter in diese Richtung kanalisierte. Ob womöglich diese Beschreibung früher zutreffend war, mag ich nicht beurteilen. Ich weiß nur, dass er heute alles andere als unnahbar ist, sondern absolut aufgeschlossen und kommunikativ.

Im Grunde hätte er es doch gar nicht nötig, sich mit Furznasen wie Chefredakteuren von Windsurfmagazinen sieben Tage auf ein Boot zu begeben. Ich glaube, dass er tatsächlich Spaß daran hat, Gleichgesinnte zu treffen, um gemeinsam windsurfen zu gehen. Wenn er vor einer Windsurfstation pausierte, kamen innerhalb von Sekunden diverse Surfer, die ein Autogramm oder ein gemeinsames Bild mit ihm wollten. Der ein oder andere berichtete dann auch noch von seinen selbst gebauten Finnen, die aufgrund neuester NASA-Technologie das Wasser nicht mehr berührten. Und auch solche Geschichten hörte er sich mit aller Seelenruhe an. Natürlich kann man jetzt sagen, das sei genau sein Job – als Windsurfprofi lebst du von deinen Fans und musst solche Kontakte pflegen.

{GALERIE} kapverden4.jpgTrotzdem wäre zumindest ich persönlich spätestens nach dem achten „Kannst - du - bitte - von - Björn - für - Klaus - Bärbel - schreiben“ nicht mehr so entspannt. So ging der erste Tag voller neuer Eindrücke und Einsichten zu Ende. Der zweite Morgen und wie bei jedem Windsurfer im Urlaub schoss mir als Erstes die Frage durch den Kopf, ob der Wind noch da sei. Er war da und die Wellen waren auch höher. So hoch, dass sich der Einstieg vor der Club Mistral Station als Lotteriespiel entpuppte. Drei Meter Shorebreak, hohl brechend bei nur einem Meter Wassertiefe und böigem Wind sorgten für zusätzliche Adrenalinstöße beim Versuch, die aufgewühlte Brandungszone zu durchqueren. Man benötigte von der Club Mistral Station zum Wavespot nur zwei Schläge hart am Wind. Acht Minuten später war ich dort und zum ersten Mal sah ich die ITOMA aus nächster Nähe. Sie ankerte nah am Spot und nach zwei Stunden Windsurfen nutzte ich die Gelegenheit für eine Pause auf dem Schiff. Vom Land aus gar nicht mal so groß aussehend ändert sich der Blickwinkel schnell, je näher man an die ITOMA herankam. Um es kurz zu machen: Das Bötchen ist wirklich riesig! Wenn 16 Leute entspannt darauf Platz haben sollen, muss es das wohl auch sein, aber beeindruckt war ich trotzdem. An einer Leine macht man mit einem Karabinerharken das Material fest. Die Ladefläche am Heck fasst bequem 20 Riggs und mindestens genau so viele Boards. Der Name der ITOMA setzt sich aus den drei Anfangsbuchstaben der Besitzer zusammen: Imre Tamasi, Thomas Eichenbaum und Max Haider. Wir hatten das Vergnügen, Imre und Max als Crew zusammen mit ihrem „Mädchen für alles“, Robert, als Besatzung zu haben.
{GALERIE} kapverden5.jpg Solltest du mal die Gelegenheit haben, auf die ITOMA zu kommen, lass dir auf alle Fälle die Fotoalben über die Bauphasen des Bootes zeigen, denn das 23 Meter lange und über zehn Meter breite Boot haben die drei Eigentümer in zwei Jahren alleine gebaut – lässt man mal die acht Ungarn weg! Insgesamt verfügt die ITOMA über 350 Quadratmeter Fläche. In den sechs Doppel- und zwei Zweibettkabinen, die sich in den geräumigen Rümpfen befinden, hat mit 220 cm Stehhöhe sogar Tarzan Platz. Zwei Luken sorgen für ausreichend Frischluft, was insbesondere Franzosen mit Darmproblemen zugute kommt. Dank der Seewasseraufbereitung braucht das Schiff keine riesigen Wassertanks. Mit 20 Knoten ist die ITOMA schneller als die Biene Maja. Zwei Generatoren sorgen für 220 Volt Strom. Wer sich vor den spärlichen sanitären Anlagen auf Booten fürchtet, wird von der ITOMA eines Besseren belehrt. Für je zwei Kabinen sind eine separate Dusche mit Warm- und Kaltwasser sowie ein WC vorhanden. Insbesondere Letzteres wissen wir nach diesem Trip zu schätzen, bekam doch das ein oder andere Teammitglied Montezumas Rache zu spüren und verbrachte einen Großteil seiner Zeit unter Deck.

{GALERIE} kapverden3.jpgDer dritte Tag barg ein weiteres Highlight. Wir fuhren an einen Speedstrip, der sich nördlich von Punta Preta befand. Dort angekommen hatten wir das erste Mal die Möglichkeit, Björns Speedmaterial zu testen. Dank der GPS-Geräte konnte man seinen Topspeed messen und so gingen wir einer nach dem aufs Wasser. Schnell war abzusehen, dass Björn nicht ohne Grund auch aktueller Weltmeister im Speedwindsurfen ist. Bei fünf bis sechs Windstärken fuhr er locker aus der Hüfte 41 Knoten, was sich schnell als unerreichbar herausstellen sollte. Trotzdem ist Speedwindsurfen der absolute Wahnsinn. Ich stand vorher noch nie auf einem Board, das sich mit 50 cm Breite und irgendwas um die 70 Liter Volumen unter meinen Füßen und dem dazu gehörenden Körper mit 105 Kilo wie ein Wasserski anfühlt. Ohne 120 Prozent Druck im Segel machte ich als U-Boot mit ausgefahrenem Seerohr keine gute Figur. Aber erst einmal im Gleiten auf Raumschotkurs ist Speedwindsurfen sensationell! Man hat das Gefühl, man fährt 180 km/h, der Fahrtwind treibt einem die Tränen in die Augen und die kleinen Windwellen merkt man nur noch als Schläge im Unterwasserschiff. Und ein Gedanke kreist einem ständig durch den Kopf: Jetzt bloß nicht stürzen! Mit einem Topspeed von 38,33 Knoten hielt ich als Zweiter zumindest die deutsche Fahne hoch und durfte mich fortan die „grüne Speed-Wurscht“ nennen. Mir dicht auf den Fersen war die französische „Speed-Frikadelle“ Arnaud Deschamps vom „Planchmag“ mit 38,15 Knoten. Unsere Kollegen aus Spanien und Italien waren uns aufgrund ihrer Kinderkörper unterlegen, wogen doch beide so viel zusammen wie Arnaud oder ich jeweils alleine.

Die nächsten vier Tage verbrachten wir auf dem schwimmenden Luxusliner. Wir fuhren an Spots, die man im Grunde nur vom Seewege aus erreichen kann. Wenn nirgendwo eine Welle lief, fand Max trotzdem immer noch etwas Brauchbares und so konnten wir jeden Tag das machen, weshalb wir angereist waren: Windsurfen.

Ab in die TonneNicht so gutGeht noch besserGanz gutEcht gut!Hammer!!!! (3 Stimmen, durchschnittlich: 3,67 von 6)

Unsere sieben Hot-Spots für Frauen, die sich aufs Wasser trauen

1. Gold / Fehmarn – Schleswig-Holstein
Gold ist der optimale Spot für alle Surfeinsteigerinnen. Der Einstieg geht über Kieselsteine und das gesamte Gebiet ist ein Stehrevier mit maximaler Wassertiefe von 1,50 Meter. Also aufgepasst: Wer die Halse noch nicht sicher beherrscht, sollte vorher schnell abspringen, bevor die Finne stecken bleibt und abbricht! Weitere Pluspunkte für Gold: Der Spot funktioniert bei allen Windrichtungen und die nahe gelegene Surfschule verleiht Material für ein paar Euro.

2. Meldorfer Speicherkoog / Nordfriesisches Wattenmeer – Schleswig-Holstein
Im ufernahen Bereich eignet sich der See als Stehrevier für Anfänger. Praktischerweise wird auf dem Rasen aufgeriggt und dann zu zwei Einstiegsstellen getragen. Von den Steinen sollte man sich nicht stören lassen. Der Speicherkoog funktioniert wegen der umliegenden flachen Landschaft bei allen Windrichtungen. Auch hier gibt es zwei Surfschulen am Ufer, bei denen ihr Material leihen könnt.

3. Kaarster See – Nordrhein-Westfalen
Der Kaarster See liegt zwischen Mönchengladbach und Düsseldorf an der A52. Das Gelände ist Vereinseigentum, wer jedoch charmant fragt, darf auch mal aufs Wasser. Direkt am Wasser kann man sein Material auf einer großen Wiese aufbauen. Beste Windrichtungen sind SW und NO. Bei anderen Windrichtungen kann der Wind schon mal sehr böig sein. Positiv: Das Wasser bleibt auch bei starkem Wind schön flach.

4. Marder Berg / Steinhuder Meer – Niedersachen
Direkt am Nordufer des Steinhuder Meers bietet der Spot als Stehrevier ideale Voraussetzungen für Einsteigerinnen. Windtechnisch ist der Spot bei Nordost- bis Südwestwind ideal, bei W bis N liegt er allerdings in der Windabdeckung. Im Sommer kann Seegras schon mal zu einem Problem werden. Verleihstationen und Surfschulen findest du am Ufer zu genüge, Campingplatz und Hotel liegen close-by. Ein idealer Spot für ein schönes Windsurf-Wochenende!

5. Hvide Sande / Ringkøbingfjord – Dänemark
Der Rinkøbingfjord ist das bekannteste Flachwasserrevier in Dänemark und wird von vielen der „Freundinnen-See“ genannt, weil hier die männlichen Surfcracks ihre Freundinnen gerne „abstellen“ … Nichtsdestotrotz kann man auf dem See hervorragend seine Manöver üben, bis man selbst die großen Wellen sicher rippt! Rings um den Fjord finden sich bei allen Windrichtungen geeignete Strände, der beste Startplatz liegt auf der Westseite kurz vor Hvide Sande. Alles in allem ein wirklich toller Spot!

6. Ammersee – Oberbayern
Generell ist der Ammersee nicht das windsicherste Surfrevier. Bei SW-W und ordentlich Wind mutiert die Herschinger Bucht zu dem Wavespot Bayerns. Wer allerdings auf der A96 die Ausfahrt Inning nimmt, landet beim Stehrevier „Steegen“, wo man (frau) prima Wasserstart üben kann. Bei östlichen Winden lohnt sich ein Abstecher ans Westufer nach Eching (Surfschule) oder Utting. Auch dort kann man die ein oder andere schöne Surfsession genießen.

7. Bodensee / Langenargen – Baden-Württemberg
Langenargen liegt am nordöstlichen Seeufer des Bodensees. Ganzjährig herrschen Westwinde vor. Von Frühjahr bis Sommer bläst oft ein guter Ostwind oder, je nach Wetterlage, Föhn, der meist für ein wenig Kabbelwasser sorgt. Kommt der Wind ablandig an, profitiert man als Anfänger von einer ruhigen Flachwasserpiste, auf der jeder Beachstart auf Anhieb klappt! ;-)

8. Laboe – Kieler Förde / Schleswig-Holstein
Das Stehrevier vor Laboe ist ein guter Beginner-Spot. Bei dem Ostuferspot am Ausgang der Kieler Förde kann man bei Winden ab SSW aufs Wasser gehen. SW bis NO ist hier surfbar, aber interessant ist der Strand eigentlich nur bei Südwest bis West. Vorsicht ist geboten, da das Wasser teilweise nur 30 Zentimeter tief ist und auch ein Muschelriff einem schnellen Ritt ein jähes Ende bereiten kann. Vor Ort befinden sich eine Surfschule mit eigenem Parkplatz direkt auf dem Strand, Kioske und viele Restaurants. Als Bonusprogramm bietet der Spot eine einzigartige Kulisse vor dem U-Boot U-995, welches direkt am Strand liegt und über die Surfer wacht. Laboe ist der Geburtsort des Free-Magazins und unter anderem auch deshalb der wichtigste und schönste Ort in diesem Universum.

Ab in die TonneNicht so gutGeht noch besserGanz gutEcht gut!Hammer!!!! (8 Stimmen, durchschnittlich: 3,63 von 6)

Sieben Tage und sieben Nächte in Irland

{GALERIE} 7tage7naechte1.jpgManchmal braucht es schon besondere Umstände, um einen Trip zustande zu bringen, und es sollte auch dieses Mal nicht anders kommen. Während eines Freestyle-Contests im Engadin wurde in der langen Wartezeit, die solche Contests so an sich haben, mit unserem englischen Freund Oly die Idee eines Irland-Trips geboren.

Die Idee geisterte schon einige Zeit in meinem Gehirn herum, aber dieses Mal schien endlich alles zusammenzupassen. Freunde, die mitwollten, der richtige Zeitpunkt und die richtige Location. Mit dem angeregten Gespräch und der immer attraktiveren Idee war es auch um Pesche Vogt geschehen, der ohne lange Diskussion gleich mit von der Partie war. Und so brauchte „gut Ding“ nicht immer Weile und wir fixierten den Trip mit einem Abflugdatum in zwei Wochen.
In der Zwischenzeit lag noch der Lago di Garda ION Photocontest auf dem Programm, wo wir als ALTSTAR TEAM an den Start gingen. Am Lago dauerte es nicht lange und wir hatten auch noch die „Italo Gang“ mit Fede La Croce vom Trip begeistert. Fede organisierte noch kurzerhand den italienischen Haus- und Hof-Fotografen Fiore, der alles dokumentieren sollte, und fertig waren die Italiener. Inzwischen beinhaltete unsere Reisegruppe sechs Personen: drei Italos, einen Ösi, einen Swissly und einen Brite. Doch damit nicht genug. Oly warb gleich zwei weitere Teilnehmer an; seine Frau Renata und ein weiterer Monty-Python-Engländer schlossen sich uns kurzerhand an. Neuer Zwischenstand war also: drei Italos, ein Ösi, zwei Swissly und mittlerweile zwei Briten.

Unsere Destination Brandon Bay zeigte uns schon in diversen Wettervorhersagen, was wir zu erwarten hatten: Massiver Swell und orkanartiger Wind ließen das Herz gleich schneller schlagen. Wenn er dann auch wirklich kommt – schließlich kennt man ja die Zurechnungsfähigkeit der Wettervorhersagen …

In Irland gelandet mussten wir uns den Weg nach Brandon Bay in Dunkelheit per Karte und Linksverkehr erahnen. Ich muss dazu anmerken, dass die Straßen in Irland absolut irre sind. Da wird eine kurvige, schmale Straße mit 100 km/h beschildert, was dann mit dem voll beladenen Fiat Punto ohne Dachträger und einem Innenraum, aus dem man gerade noch rausschauen kann, richtig spannend werden kann. Ankunft um 3:00 Uhr morgens. Im Haus noch eine Entspannungs-Ziggi, dann schlafen und sehen, was der nächste Tag so bringt. Am nächsten Morgen ein erster Blick aus dem Wohnzimmerfenster, eine der schönsten Aussichten seit langem. Was man allerdings nicht sieht, ist die Lufttemperatur, die zwar erträglich ist, aber ein bisschen Eingewöhnungszeit verlangt.

{GALERIE} 7tage7naechte2.jpgTag 1
Da wir alle doch schon einige Trips auf unserem surferischen Buckel haben, fällt es uns nicht sehr schwer, die richtigen Plätze zu finden. Allerdings muss man einräumen, dass unser Timing nicht immer das beste ist, denn der erste Tag bringt außer kniehohen Wellen und sehr böigem Wind nicht viel, was uns aber nicht von einer netten ersten Session abhält.

Tag 2
Die Briten kommen! Am späten Nachmittag gibt es eine sehr coole Session. Sideoffshorewind und Wellen, die gegen Ende unserer Session immer höher und besser werden. Es regnet zwar in Strömen, was aber der Windsurfer-Qualität nichts anhaben kann. Fotograf Fiore zeigt sich dabei als der härteste von uns allen, da er drei Stunden lang in bitterer Kälte und Nässe den Finger am Abzug hält. Gegen 6:00 Uhr abends wird es langsam dunkel und für uns ist es Zeit, sich einer anderen irischen Tradition zu widmen: dem Nationalgetränk GUINESS. Zusammen mit „fast local“ Olly, der nach zwei Guiness chronisches Nasenbluten bekommt, überleben wir eine anregende Tour durch Brandon Bays Pubs.

Tag 3
Leicht verkatert, aber voller Motivation wagen wir den Blick durch unser Panoramafenster. Wir erstarren im Schock in der Ansicht absoluter Flaute und Swell, der mehr an die eigene Badewanne erinnert. Nach den erfolgreichen Versuchen, den lästigen Kater vom Vorabend wieder loszuwerden, cruisen wir deshalb um die Halbinsel herum, schießen einige Lifestyle-Bilder und filmen die absolut faszinierende Natur. Die ist in Irland so dermaßen schön, dass man ohnehin alle 50 Meter anhält und filmt, Bilder macht oder mit offenem Mund nur so da steht und vergisst, was man eigentlich machen wollte.

Tag 4
Der Wind kehrt zurück, aber leider reicht es nur für eine halbe Stunde Leichtwind-Waveriding am untersten Ende der Bucht von Brandon Bay. Wahrscheinlich hätte es auch für eine Stunde gereicht, aber als Spotneulinge kann es schon mal passieren, dass man am falschen Ende etwas zu lange verweilt. Naja, wem sag ich das … Aber besser so, als gar nicht.
Gegen Abend geht es nach Trallee zum Wetterchecken und natürlich zu einer weiteren Pubtour. Man muss dazusagen, dass eine Pubtour praktischerweise auch gleich das Abendessen beinhaltet, da ein Guiness schon so viele Kalorien hat wie ein typischer österreichischer Schweinebraten mit Knödel und Soße.
Trallee ist die größte Stadt in der Umgebung und es kann an manchen Tagen sogar passieren, dass sich mehr als zehn Menschen in den Pubs aufhalten. Das soll natürlich nicht heißen, dass sonst niemand in die berühmt berüchtigten Pubs geht, sondern nur, dass es anscheinend deutlich mehr Pubs als Einwohner pro Quadratkilometer gibt.

Tag 5
Es wird stürmisch! Der erste Blick aus dem mittlerweile schon berühmt gewordenen Panoramafenster ist nicht wirklich notwendig, da der Sturm nicht zu überhören ist. Wir haben Wind und das nicht zu knapp! Der nähere Anblick der Spots ist dann etwas frustrierend. Es rollen masthohe Lines in die Bucht, die von 60 oder mehr Knoten Wind total zerpflügt werden. Nun geht das große Warten los. Alle acht von uns hängen mehr oder weniger den ganzen Tag am Wohnzimmerfenster und beobachten das Naturschauspiel in der Hoffnung, dass es doch noch windsurfbare Bedingungen werden.
Am frühen Nachmittag wird es mir zu langweilig und ich beschließe, einen Versuch zu starten. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Warmer Anzug und 4.0er Segel – etwas Kleineres habe ich gar nicht mit – sind schnell hergerichtet und es geht los. Den ersten Schlag mache ich noch voll motiviert weit über den Break hinaus. Dort angekommen bin ich allerdings sehr happy, dass ich mich noch irgendwie zurück Richtung Strand retten kann. Draußen pustet ohne Übertreibung der stärkste Wind, den ich je erlebt habe und ich danke nochmals allen guten Geistern, dass ich wieder zurückgekommen bin. Nach diesem intensiven Erlebnis spiele ich noch ein bisschen an der Inside zwischen den Böen herum. Kollege Franz probiert es auch noch kurz, muss aber ebenfalls feststellen, dass auch Windsurfen seine Limits hat.
Leider hatten wir in unserer kleinen Reisegruppe keine Speedfreaks dabei, denn die hätten auf der ablandigen Seite sicherlich einige Rekorde gebrochen.

Tag 6
Irischer Regen. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.

Tag 7
Unsere Italogang reist ab. Mit dabei leider auch unser Fotograf Fiore, dem wir alle nochmals danken wollen, dass er dabei war und sich für gute Action-Shots bei Kälte und Regen verausgabt hat. Mit der Abreise endet auch unser kleiner Reisebericht einer coolen Woche, die in allen Belangen äußerst abwechslungsreich war.

Wir, Pesche, Oly, Andy, Renata und ich, hatten noch eine Woche vor uns, die uns noch richtig schöne, klassische Brandon-Bay-Conditions brachte.

Ab in die TonneNicht so gutGeht noch besserGanz gutEcht gut!Hammer!!!! (5 Stimmen, durchschnittlich: 5,4 von 6)

Mauritius

{GALERIE} mauritius1.jpg„Zuerst wurde Mauritius geschaffen, dann das Paradies. Aber das Paradies war nur eine Kopie von Mauritius.“

Die oft zitierte Lobeshymne des Schriftstellers Mark Twain, den auch der Club Mistral in seinem Katalog als Aufhänger nutzt, war vielversprechend. Mauritius, eine kleine, grüne Insel inmitten des Indischen Ozeans, etwa 800 Kilometer von Madagaskar entfernt, sollte diesen Sommer für zehn Tage unser Arbeitsplatz werden.

Wir, das waren ein paar Glückliche des Teams Hifly (Andy Pusch, Florian Jung, Heidi Wunram), Thorsten Indra als Fotograf und natürlich unser Teamchef Marc Behrens. Er war es, der nach Durchforsten aller meteorologischen Daten Mauritius als Destination für unsere Mission gewählt hatte. Und die Mission hieß: Ablichten aller neuen Hifly Boards für den Katalog 2006.

Nach unseren Informationen war seine Spot-Wahl perfekt. Von Juni bis August versprechen die Windstatistiken 85 Prozent Gleitwind über vier Beaufort, die mittlere Wasser- und Lufttemperatur liegt bei 25 °C und die Sonne scheint ohne Unterlass. Obwohl die Vokabel „Scheinen“ kaum auszudrücken vermag, was die Sonne in Mauritius wirklich tut: Sie strahlt, sie leuchtet, sie lässt die grüne, üppige Natur der Insel in ungekannten Farben schimmern. Die Fotos der Reisekataloge versprachen uns türkisfarben schillerndes Wasser, einen tiefblauen Himmel und einen fast smaragdgrünen Regenwald, der die Hügel der Insel bedeckt. Die perfekte Kulisse also für einen Foto-Shoot, aber natürlich auch für einen unvergesslichen Windsurf- und Kite-Trip. Dass es sich für uns nicht um einen Urlaubstrip, sondern um einen Arbeitsurlaub handeln sollte, wurde uns allerdings schon beim Check-in in Frankfurt in Erinnerung gerufen. Über 500 Kilogramm Material wollten verladen werden und wir hatten fast ein schlechtes Gewissen, als der Pilot im Flieger die Durchsage machte: „Ladies and Gentlemen, wir entschuldigen uns für die Verspätung, die durch das Verladen von Surfmaterial entstanden ist, und begrüßen das Team Hifly an Bord.“

Nach zwölf Stunden Nachtflug landeten wir am International Airport von Mauritius mit dem leicht zu merkenden Namen „Plaisance-Sir Seewoosagur Ramgoolam“. Die warme, feuchte Luft roch nach Zuckerrohr und ein leichter Wind ließ die Palmen im Wind schaukeln. Zum Glück war Benoît, der Importeur von Hifly auf Mauritius, mit ein paar seiner Leute zur Stelle und half uns beim Transport des Materials. Wir hieften alles auf einen kleinen LKW und los ging es Richtung Spot. Benoît wählte alle möglichen kleinen Sträßchen, um uns schon auf dem Hinweg einen kleinen Eindruck von der Schönheit der Insel zu vermitteln. Und ganz nebenbei gab er uns auch noch eine kleine Zusammenfassung von der Geschichte Mauritius’, von Politik, Wirtschaft und Kultur. Benoît war eine bessere Informationsquelle als jedes Buch, was wir vor unserer Reise hätten lesen können. Er selber sei Nachkomme von belgischen Siedlern, die schon zur Zeit der Galionsschiffe auf die Insel gekommen waren, erzählte er uns. Und wie so viele waren auch seine Vorfahren von der Schönheit dieses kleinen Stück Landes so fasziniert, dass sie geblieben waren.

Mauritius, das zur Zeit der ersten Besiedlung durch die Holländer unbewohnt gewesen sein soll, ist im Laufe der Zeit zu einem kleinen, kulturellen Melting-Pot geworden. Denn den Holländern folgten die Franzosen, die wiederum 1810 von den Engländern abgelöst wurden, und erst 1968 wurde das kleine Land in die Unabhängigkeit entlassen. Den größten kulturellen Einfluss übten aber nicht die europäischen Siedler, sondern die von ihnen auf die Insel gebrachten Arbeiter aus: Inder, Chinesen und Afrikaner, die vor und nach Abschaffung der Sklaverei mehr oder weniger freiwillig auf die Insel gekommen waren, um auf den Zuckerrohrplantagen zu schuften oder um Geschäfte zu machen. 68 Prozent der Bevölkerung sind indischer Herkunft (davon 51 Prozent Hindus und 17 Prozent Muslime), gefolgt von den Kreolen (27 Prozent), Chinesen (3 Prozent) und Europäern (2 Prozent). Diese ethnische Vielfalt spiegelt sich sowohl in den oft wunderschönen Gesichtern der Einwohner wieder, als auch in den verschiedenen Sprachen und sogar in der Vielfalt der Gebäude. Moscheen stehen neben Hindu-Tempeln und Kirchen; die Leute auf der Straße sprechen kreolisch, französisch und sogar indisch und chinesisch. Niemand würde glauben, dass Englisch die Amtssprache ist.

Benoît erklärt uns auch, dass der bunte Straßenschmuck zur aktuellen Wahlkampagne gehört, dass die Häuser alle nur halb fertig gebaut sind, um Steuern zu sparen, dass viele Mauritier wegen steigender Lebenskosten und Verfall der Zuckerrohrpreise ins Ausland abwandern … Wie gesagt, nach anderthalb Stunden Fahrt, waren wir um einiges schlauer und kamen endlich am Spot an!

{GALERIE} mauritius3.jpgDer „Hauptspot“ der Insel (es gibt genau genommen auch nur diesen) liegt zu Füßen des Berges „Le Morne Brabat“ im Südwesten der Insel. Der westliche Teil des Strandes ist öffentlich, es folgt der Club Mistral und der Strand des Indian Resort Hotels, einer bescheidenen Viereinhalb-Sterne-Anlage, die unser Teamchef durch geschickte Verhandlungen dazu bewegt hatte, uns fast kostenfrei zu beherbergen. Wir bezogen schnell unsere Suiten, machten das Material fertig und schauten kurz beim Club Mistral vorbei, um uns über die aktuellen Bedingungen von Strömung, Gezeiten und Swell zu informieren.
Einige Surfer waren im türkis schillernden Wasser der Lagune unterwegs, die rundherum von Korallenriffen umschlossen ist. Wir versuchten auszumachen, wo denn die mystische Welle „One Eye“ bricht, die ihren Namen übrigens wegen einer Höhle im Berg „Le Morne Brabant“ trägt und vom Wasser aus wie ein Auge aussieht. Die schnelle, supercleane Welle, die auf ein kaum von Wasser bedecktes Korallenriff bricht, ist auf jeden Fall den Locals und Experten vorbehalten. Ich zählte mich weder zu den einen noch zu den anderen und war ganz froh, dass auch Andy und Flo mit Respekt von der Welle sprachen.

{GALERIE} mauritius4.jpgAber der Wettergott wollte an diesem ersten Tag sowieso nicht, dass wir „One Eye“ surften. Der Swell kam aus S-SW statt S-SO, sodass die Channels, durch die man aus der Lagune kommt, zu waren. Wir beschränkten uns also auf eine Freestyle-Session in der Lagune. Flo und Andy zeigten ihr ganzes Repertoire: Chachos, Flacas, Grubbies, Spock 540 one-handed und andere Moves, die ich nicht so wirklich verstand – ich merkte, dass es noch viel zu lernen gab. Auf jeden Fall war es nicht unangenehm, den Spot erstmal langsam kennen zu lernen, da die Bedingungen doch nicht so ganz easy sind. Das Wasser in der Lagune ist an einigen Stellen bei Ebbe so flach, dass man kaum fahren kann, und vor allem die Strömungen in der Nähe der Channel sind unangenehm. Die Leute vom Club Mistral raten deshalb jedem Neuankömmling, sich täglich am Club über die Bedingungen zu informieren.

Abends nach der ersten Session und müde von der langen Reise schafften wir es gerade noch, das Buffet zu plündern und fielen erschöpft in unsere Betten. Der nächste Tag begann genauso paradiesisch wie der erste: „Welcome to the paradise of the Island Mauritius.“ Ich fühlte mich wie in einer Werbekampagne für ein besseres Leben. Leider kam der Swell immer noch aus der falschen Richtung und brach close-out auf das Riff, sodass wir wieder nicht in die Wellen konnten. Freeride stand auf dem Programm und obwohl wir alle uns eher beim Freestyle und in der Welle wohlfühlen, hatte das Freeriden in dieser unglaublichen Szenerie fast etwas Meditatives. Wenn dann noch ein Rochen unter eurem Brett durchgleitet oder ihr das Glück habt, Delfine zu sehen, kann das fast eine Wave-Session ersetzen.
Diesen Abend waren wir etwas fitter. Nachdem Flo seine zehn Gänge am Buffet geschafft hatte, gab es an der Hotelbar brasilianischen Samba und mauritische Tänzerinnen. Ich weiß nicht, was das größere Spektakel war: die Show oder Flo und Andy bei einer Art Bauchtanz …

{GALERIE} mauritius5.jpgAm folgenden Tag hatte der Swell endlich auf die richtige Richtung gedreht und wir konnten in die Welle. Für „One Eye“ war die Ebbe zu tief, deswegen entschieden wir uns für Manawa, das etwa zwei Kilometer draußen gelegene Riff. Der Swell war nicht sehr hoch und der Wind leider sehr schwach, doch für eine Wellenabreit-Session langte es. Die Sets kamen in sauberen Serien reingelaufen und wir waren ganz alleine auf der Welle. Leider wurde der Wind immer schwächer, sodass wir zusehen mussten, wieder gegen die Strömung an den Strand zu kommen. Ich war wirklich froh, dass man mir erst später von dem Meeresgraben hinter dem Manawa-Reef erzählte, der wohl die Wahlheimat einer ganzen Auswahl an Hai-Familien sein soll.

In den nächsten Tagen erwischten wir noch einmal einen besseren Tag in Manawa, mit medium Swell und 4.7er Segeln. Auch diesmal langte der Wind nicht für eine Jump-Session, dafür aber für gute Wellenritte, Aerials, Goiter und Co. Es war natürlich schade, dass wir keinen „richtigen“ Wave-Tag zum Jumpen erwischten, aber Wellenabreiten in den Wellen von Mauritius ist auch grandios. Und das auch ohne Segel: Mit zwei mauritischen Locals, Arnaud und Roger, gingen wir an ein paar Tagen vor dem Windsurfen wellenreiten. Die beiden Brüder haben eine Wellenreitschule in Tamarin und gehören zu den besten Ridern der Insel. Sie zeigten uns auf den Wellen von „One-Eye“, dass die neuen PP Wellenreiter von Hifly richtig radikal sein können. Meistens machten wir jedoch Freeride und Freestyle.

Da wir fast ständig auf dem Wasser waren, blieb leider auch wenig Zeit zum Sightseeing. Eine Schande bei einer so tollen Insel, aber wir waren ja zum Arbeiten da und nicht zum Urlaubmachen.

{GALERIE} mauritius2.jpgWenigstens an einem Tag liehen wir für ein paar Stunden ein Auto und schauten uns die Orte an, die uns Felix und Jean-Marc vom Club Mistral als „must haves“ genannt hatten. Wir besuchten die Cascade Chamarel, die Gorges de la Rivière Noire und Grand Bassin, den heiligen See. Eine ganze Reihe hinduistischer Tempel ziert hier das Ufer und im Wasser finden sich überall Opfergaben: Essen, Räucherstäbchen, Bilder und Statuen, und zwar alle zerbrochen, so wie es anscheinend der Brauch will.

Letzten Endes gingen die Tage, auch wenn sie oft sehr anstrengend waren, wie im Flug vorbei. Auch wenn man es vielleicht nicht glauben mag, ein Foto-Shoot hat nichts mit freiem Fahren zu tun und ist wirkliche Arbeit! Und trotzdem waren wir wohl alle etwas traurig, als wir das kleine Paradies wieder verlassen mussten und unser Flugzeug vom Airport Richtung Deutschland startete.

Praktische Tipps :
Beste Windzeit : März bis Dezember mit einem Peak von Juni bis September
Beste Swellzeit: März bis Dezember
Durchschnittstemperatur : 25 °C Luft und Wasser. Etwas kühler von April bis Oktober und etwas wärmer in den anderen Monaten.

Spots :
Le Morne ist „The Spot“, im Südwesten der Insel gelegen; der Wind kommt O-SO (sideshore von links) und man fährt zunächst in einer ziemlich flachen Lagune. Nach etwa 600 Metern beginnt das Riff, das die Lagune fast rundherum einschließt. Am inneren Riff brechen kleine bis moderate Wellen, zwei Kilometer weiter draußen, am Manawa-Riff, wird es dann größer. Hier sollte man besser nicht alleine hinfahren. Auf der Westseite des Spots bricht die bekannteste Welle der Insel: „One Eye“. For experts only! Die Leute vom Club Mistral vor Ort empfehlen jedem Neuankömmling, sich erst einmal beim Club über die Conditions zu informieren. Sie kennen den Spot in- und auswendig und werden euch alle wichtigen Tipps geben. Die Bedingungen und Strömungen werden leicht unterschätzt und der Club hat das einzige Rettungsboot, also stellt euch gut mit ihnen. In der Lagune ist es eigentlich ungefährlich. Allerdings bleibt bei Ebbe oft wenig Wasser zwischen Finne und einigen Riff-Blöcken, die durch Bojen markiert sind. Für empfindliche Füße empfehlen sich Surfschuhe. Abgesehen davon langt ein Shorty (April bis Oktober) oder sogar die Boardshorts im Gepäck. Und dann sagte man uns noch, dass sonntags die Locals gerne alleine in ihren Wellen sind …Östlich neben d

em Indian Resort schließt sich der Anfänger-Kitespot an: eine kleine Lagune, in der das Wasser extrem flach ist. Die besseren Kiter fahren in der Lagune vor dem Club.Die folgenden Spo

ts werden der Vollständigkeit halber genannt und sind nur für Entdecker-Naturen interessant, die länger auf Mauritius bleiben; der Wind ist überall schwächer und eigentlich fährt niemand an diesen Spots. Also, bitte nicht alleine!
- Palmar: Freeride-Spot im Osten der Insel.

- Ile aux Cerfs: große Lagune, schön zum Lightwind-Kiten und Freeriden
- Souillac: funktioniert bei Ostwind. Riffwelle, viel Strömung und kein Rettungsboot!
- Tamarin: Wellenreitspot mit Schule; funktioniert bei N-NO auch mit dem Schirm oder zum Freeriden, mit Maxi 20 Knoten. Der Beach La Preneuse etwas weiter südlich ist ein guter Startpunkt für eine Downwind-Session bis nach Le Morne.

Wohnen:
- Indian Resort: Viereinhalb-Sterne-Hotel direkt am Beach. Sehr schön, viel Komfort. Das Budget ist vielleicht nicht für jeden etwas, obwohl das Resort sein Geld wert ist: vier Restaurants (französisch, indisch, italienisch, Buffet), Thalasso-Therapie, Pool, Fitness-Center, Tennisplätze etc. Infos beim Club Mistral.
- Pik Pik 1+2 : etwas günstigere Appartementanlage, etwa drei Kilometer vom Spot entfernt. Auch hier Garten, Schwimmbad, Tennisplätze, Grillmöglichkeiten etc. Möglichkeit, Fahrräder zu leihen, um ohne Mietwagen an den Beach zu kommen. Infos beim Club Mistral.
- Ropsen Appartements und Villas : Appartements ab 15 Euro die Nacht. Tel.: +230 255 55 46.

Ausgehen:
Restaurants: Es gibt eine große Auswahl für alle Budgets und Geschmäcker, allerdings nicht direkt am Spot, sondern Richtung Flic en Flac. Im Club Anna kann man für 25 Euro gediegen dinieren, andererseits findet man auch kleine, lokale Restaurants, wo man für drei Euro satt wird. Die Insel ist insgesamt nicht wirklich billig, aber wenn man bedenkt, dass das mittlere Einkommen bei 180 Euro liegt, ist klar, dass man auch wirklich günstig über die Runden kommen kann.
Bars/ Discos: Zum Ausgehen muss man nach Flic en Flac (ca. 20 Minuten von Le Morne entfernt). Richtig viel gibt es auch hier nicht, ganz brauchbar sind die Buddha Bar mit elektronischer Musik, der ziemlich touristische Club „Arena“ oder auch der Club „Summer Beach“. Hier seid ihr meist die einzigen Nicht-Locals; die Musik ist typisch kreolisch.

Ab in die TonneNicht so gutGeht noch besserGanz gutEcht gut!Hammer!!!! (3 Stimmen, durchschnittlich: 5,33 von 6)