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Windsport Kids Testival ein voller Erfolg

Am 19. und 20. Juli fand das erste Windsport Kids Testival in Gold auf Fehmarn statt, die erste Windsurf-Testveranstaltung nur für Kinder. Und trotz des durchwachsenen Wetters auf der Sonneninsel war der Andrang surfinteressierter Kinder und Eltern riesig.

Der Veranstalter, Windsport Fehmarn, hatte im Zuge der Eröffnung des ersten reinen Kinder Surfshops in Europa, Windsport Kids, zum Testen, Lernen und Spielen eingeladen. Über 500 Familien fanden den Weg nach Gold, um sich das große Spektakel anzuschauen. Zusammen mit Surfen&Segeln Gold und dem Windsurfing Journal präsentierte der Kids Shop spezielles Kinder Surfequipment für den Nachwuchs. Vom Einsteigermaterial bis zu Segeln ab 0.8m² für die nächsten kleinen Surfprofis, war alles vor Ort und durfte ausgetestet werden. Für die zahlreichen Fragen der Kids stand der 13-malige deutsche Meister Bernd Flessner, sowie das Juniorenteam der Keiki Surfer zur Verfügung um alle Kids zu informieren. Das Modelabel Roxy hatte es dank der großen Nachfrage geschafft schon am ersten Tag über 250 T-Shirts zum Selbstbemalen zu verteilen. Das Interesse der kleinen (und größeren) Surfer war riesig. Neben der Möglichkeit, das neuste Material von JP, Fanatic, Neil Pryde, North Sails, Naish und Starboard zu testen, zogen besonders die kostenlosen Schnupperkurse und Freestylecamps die Kinder an. Teilweise reichte die Warteschlange bis über den Deich, um das erste Mal auf einem Windsurfboard zu stehen. Nach dem Kurs waren alle Kids fasziniert von diesem Sport, da sie selbst schon bei einer kleinen Briese über das Wasser glitten. Es wird sicher nicht lange dauern, bis uns „Erwachsenen“ die ersten dieser Nachwuchssurfer um die Ohren spocken und loopen, wie es in der Freestyleshow der Keiki Surfer eindrucksvoll demonstrierte wurde.

„Dieses war unser erstes Kids Testival überhaupt“, sagte uns der Windsport-Inhaber Kai Enseleit, „und trotz der Tatsache, dass das Event nur regional beworben wurde, waren wir schon fast am Limit“. Und fügt im Nachsatz hinzu, dass das Kids Testival dank der riesigen Nachfrage im nächsten Jahr noch größer werden soll.

Weitere Bilder und Termine für 2009 unter www.windsportkids.de
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Girls just wanna have fun!

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Es war ein ziemlich windreicher Sommer in Norddeutschland, als ich vor Jahren meinen Mann kennen lernte. Allein diese Tatsache war schuld daran, dass wir uns beinahe nach wenigen Wochen wieder trennten. Er, Windsurfer kurz vor seinem ersten Jobantritt, fuhr damals mit seinen Jungs für ein paar Stunden Wind „mal eben” nach Nord-Dänemark, um sich dort bei peitschendem Regen und brüllenden acht Beaufort aus Nordwest die Knochen zu zerlegen. Ich hingegen stand kurz vor meinem Abschluss und verbrachte die Tage in der Uni und die wenigen freien Abendstunden chillend am Strand. Dass ich meinen neuen Freund in jenem Sommer immer nur sporadisch sah und ihn mit dem blanken Hans und seinem Neoprenanzug tagtäglich zu teilen hatte, stieß mir mächtig übel auf. Also nahm ich mein Schicksal selbst in die Hand und entschied mich, Windsurfen zu lernen. ‘Girls just wanna have fun!’ weiterlesen

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Old School vs. New School

Old school powerhalse.

..oder die gute alte Zeit. “Die achtziger Jahre waren das langweiligste Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts.” Oldschooler Ange

Das meint jedenfalls Florian Illies! Für den Buchautoren und seine „Generation Golf“ mag das zutreffen, für die Surfwelt waren die Achtziger hingegen die Dekade, in der sich alles veränderte, und zwar gewaltig. ‘Old School vs. New School’ weiterlesen

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Surfisticated

produktubersicht_web.jpg„Don’t hate, Celebrate!“

Ein ganz besonderes Lebensgefühl vereint uns alle, uns Boarder. Ob nun Kiteboarder, Wakeboarder, Wellenreiter oder Windsurfer, jeder von uns erlebt und versteht dieses Gefühl, den Rush, den Kick.

Die nächste Ära des Boardsports ist angebrochen. Watermen, allen voran Laird Hamilton, Mike Waltze, Robby Seeger, Dave Kalama, Rush Randle und viele andere machen es lange vor und wählen das Board nach den Bedingungen. Bei einem perfekten Break geht es mit dem Surfboard in das Lineup, bei perfektem Flachwasser in Laborbedingungen kiten, bei keinem Wind Tow-Time mit dem Wakeboard und mit dem Windsurfer bei side-offshore in glassy logo-high Wellen – as you like it. Also nicht mehr nur eine Disziplin, sondern mehrere oder alle. Ganz gleich, ob wir nun unsere Schirme aufpumpen, die Segel aufriggen oder unser restliches Sex Wax zusammen kratzen, träumen wir eben alle den gleichen Traum: Mit unserem Brett, ganz gleich welches, abzugehen auf dem Wasser, mit dem Wind und den Wellen.

Daher sagt das neue Brand Surfisticated „Don’t hate, Celebrate!“ Alle sollen das Surfen lieben, ganz gleich auf welche Art und Weise und sollten es auch zeigen. Schließlich würde jeder sein letztes Hemd für den perfekten Ride geben. Surfisticated präsentiert das einzige Boardershirt für jede Welle und Windrichtung. Die Styles sind fett und zeigen, was wir denken: Wir lieben Boards! Wir lieben Surf!

Für die erste Aktion hat Surfsiticated - „Don’t hate, Celebrate!“ - Shirts entworfen, die jedem Boarder aus der Seele sprechen. Schauen und kaufen auf www.surfisticated.tv.

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Finding Nemo: Was macht Frank Baensch eigentlich auf Hawaii ?

{GALERIE} Garzke/Franova{GALERIE} Garzke/FranovaWer hat eigentlich das Gerücht in die Welt gesetzt, dass alle Bewohner Hawaiis ausschließlich surfen und den lieben langen Tag am Strand den Aloha-Spirit leben?

Wir kennen einen, der zwar ein ausgezeichneter Windsurfer ist, aber dennoch ein für ihn weit wichtigeres Ziel im Leben verfolgt, als ausschließlich One-handed-Backloops in Jaws zu springen. Der Deutsche Frank Baensch ist Meeresbiologie in Ohau und züchtet seltene Meereszierfische, für die er auch gerne mal eine Surfsession am Diamond Head unterbricht.

FM: Wolltest du schon immer Meeresbiologe werden?

FB: Nee, das hat sich immer geändert. Erst war’s Bauer, dann Taucher und, wenn ich mich recht erinnern kann, als Letztes Veterinär.

{GALERIE} Garzke/FranovaFM: Du hast deine eigene Firma auf Hawaii. Was genau macht ihr bei „Reef Culture Technology“?

FB: RCT entwickelt Meereszierfisch-Zuchtprotokolle. Fast alle Meereszierfische werden heutzutage noch gefangen. Wir spezialisieren uns auf die Gruppen, die häufig im Handel vorkommen und noch nicht gezogen sind. So ist uns zum Beispiel nach fünf Jahren Forschung die Zucht von Zwergkaiserfischen gelungen.

FM: Und warum sollte man das wollen?

FB:. Verglichen zu den Süßwasserfischen, von denen über 90 Prozent gezogen sind, werden fast alle Meereszierfische wild gefangen. Die Zucht der meisten Meeresfische ist schwieriger durch ihren komplizierten Lebenszyklus. Die Auswirkungen des Rifffischfangs sind destruktiv. Riff-Lebensgemeinschaften werden zerstört, seltene Meeresfischarten werden ausgerottet und ein großer Prozentsatz der gefangenen Fische stirbt. Durchschnittlich einer von zehn überlebt den Transport vom Riff über die verschiedenen Händler zu dem Aquarianer. Forschung über die Nachzucht unser Meerestiere ist zentral für die Gesundheit unser Meere.

FM: Ich habe gehört, dass du eine Menge von deinem Vater gelernt hast. Ist er nicht auch ein großer Fischfutterlieferant?

{GALERIE} Garzke/FranovaFB: Mein Vater hat vor über 50 Jahren das erste Zierfischflockenfutter entwickelt (TetraMin). Damals konnte man die meisten Fischarten nur umständlich mit Lebendfutter erhalten. TetraMin hat vielen Menschen ermöglicht, in die Aquaristik einzusteigen, weil man mit dem Futter leicht Fische gesund und auf Dauer halten konnte. Ich bin natürlich durch ihn in die Fischwelt eingestiegen. Mit drei Jahren war ich angeblich schon ständig mit dem Kopf im Aquarium. Mein Vater hatte ein sehr umfangreiches Wissen, besonders was die Natur betraf. Dieses hat er gerne an andere Menschen weitergeben. Ich hatte das Glück, sein Sohn zu sein!

FM: Aufgewachsen bist du aber nicht auf Hawaii, oder?

FB: Nein, vor 30 Jahren ist mein Vater mit meiner Mutter auf die Bahamas ausgewandert. Geboren bin ich in Hannover. Osnabrück steht immer noch als erster Wohnort in meinem Pass.

FM: Auf den Bahamas hast du angefangen zu surfen?
{GALERIE} Garzke/Franova{GALERIE} Garzke/Franova FB: Ja, genau, meine Mutter brachte es mir vor 27 Jahren bei. Mensch, das ist ja lange her! Und ich habe es gehasst! Ich habe in den ersten Jahren geschrien wie ein verrücktes Huhn, so erzählt man es mir jedenfalls. Mein damaliges Material war schwer und hart zu steuern und wir hatten meist ablandigen Wind. Das führte oft zu nichts Gutem. Aber die Herausforderung und Verbindung mit dem Meer haben mich immer wieder aufs Brett zurück gebracht, bis es mir nach ein paar Jahren und mit besserem Material endlich Spaß gemacht hat.

FM: Welche Erfindung beim Windsurfing ist für dich unentbehrlich geworden?

FB: Windsurfing hat sich in den letzten 30 Jahren unglaublich entwickelt. Ich habe auf einem Plastic/Styropor-Windsurfer mit Holzcenterboard, Dreiecksegel, Holzgabelbaum und Holzextension gelernt. Der ganze Tanker wog bestimmt 25 Kilo. Ich glaube, damals gab es noch keine Trapeze, Fußschlaufen, Segel mit Battens oder Epoxy-Bretter. Jedenfalls bestimmt nicht in meiner Gegend. Wer könnte diese Entwicklungen heutzutage schon entbehren?

FM: Was gefällt dir so gar nicht an der Entwicklung des Windsurfens?

{GALERIE} Garzke/FranovaFB: Eigentlich gar nichts. Allerdings verfolge ich heutzutage den Sport nicht mehr so wie früher. Hier auf Oahu haben leider viele das Windsurfen aufgegeben. Man fühlt sich oft fast einsam auf dem Wasser. Es wäre schön, ein bisschen mehr Nachwuchs zu sehen.

FM: Wie kam es eigentlich dazu, dass ihr nach Hawaii gezogen seid?

FB: 1991, während meines Bachelor Studiums in Florida, hatte ich die Chance über das College hier für einen Monat einen Marinebiologiekursus zu machen. Hawaii hat mich natürlich schon immer durchs Surfen gelockt, aber so eine tolle Kombination von Menschen, Wetter, Meer und Lebensstil hatte ich nicht erwartet. Keine Frage. Dies war mein Platz. Schon ein Jahr später, nach meinem College-Abschluss, war ich an der Universität für ein Aquaculture Master Studium eingeschrieben und da ging es natürlich nachmittags nach dem Unterricht aufs Wasser.

FM: Wie kam es dann, dass du ins Naish-Team aufgenommen wurdest?

FB: Als ich nach Hawaii zog, hatte ich einen Brettsponsor aus Florida. Die funktionierten zwar gut zum Springen und für Tricks, taugten aber nichts in der Welle. Naish Customs war hier die unangefochtene Nummer 1 in der Welle. Nach einem Jahr auf einem gebrauchten Naish haben mich Rick und Carol Naish mit Brettern unterstützt. Die nächsten drei Jahre war ich viel mit Ezzy Segeln unterwegs. In der Zeit haben Robby und ich öfter zusammen gesurft. Eines Tages hat er mich gefragt, ob ich interessiert wäre, seine Segel zu fahren. Natürlich habe ich mir diese Chance nicht entgehen lassen.

FM: Hast du denn als Windsurfer auch Erfolge feiern können?

FB: Kleine Erfolge hier und da, aber eigentlich habe ich mich nie aufs Contestfahren spezialisiert. Ich war durch das Studium weniger flexibel als meine Freunde, die World Cups fuhren. Mein einziger PWA-Contest war 1994 auf Barbados. Wir hatten zwölf Tage Flaute und mussten die ganze Zeit am Beach rumhängen. Die Erfahrung hat mich von der ganzen Contest-Szene sehr abgestoßen. Zu viel Zeitverlust liegt mir nicht.

FM: Wie oft bist du jetzt noch auf dem Wasser bei deinem Job? Wir haben gehört, dass du höchstens drei Stunden surfen gehen kannst, weil dann die kleinen Fische Hunger haben und auf Papa Frank warten!

FB: Das kommt immer drauf an, wie die Bedingungen sind. Während der Zuchtmonate (April bis Dezember) ist meine Zeit sehr knapp. Die Routine erlaubt mir gute zwei Stunden auf dem Wasser. Meist gehen die Kleinen vor und ich halte mich daran. Aber wenn die Bedingungen so richtig gut werden, wird’s kritisch. Meine höchsten Verluste stimmen ziemlich oft mit den Tagen überein, wo wir so richtig dicke Wellen hatten …

FM: Die armen Fische. Und wo findet man dich bei richtig guten Bedingungen?

FB: Am Diamond Head. Der Spot ist zehn Minuten von meinem Zuhause entfernt und hat sehr abwechslungsreiche Bedingungen. Es macht mir nach zwölf Jahren immer wieder Spaß da zu surfen.

FM: Was ist dein nächstes Lebensziel?

FB: Ich arbeite zurzeit an meiner Doktorarbeit. Danach will ich mich mehr dafür einsetzen, die Vernichtung der Riffe zu verhindern. Und zwar nicht nur durch die Nachzucht, sondern auch durch das Einrichten von Naturschutzgebieten. Zumindest dort, wo so etwas noch möglich ist.

FM: Eine letzte Frage: Welches Talent hättest du gerne?

FB: Ich habe überhaupt keinen Tanzrhythmus! Das hätte ich auf den Bahamas gut gebrauchen können …

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The Volwater Way

{GALERIE} Peter_by_John_Carter09.jpgSeine Windsurfkarriere begann wie die von vielen. Auf einem riesigen Brett, mit viel zu großen Segeln und einer Schnur, die seine Eltern an der Terrasse festgebunden hatten. Doch dieser Junge konnte etwas vorweisen, was die anderen nicht hatten: Talent, Ausdauer und Eltern, die ihn bei Wind und Wetter in seiner Leidenschaft unterstützten.

Jetzt, 21 Jahre später, ist Peter Volwater (31) schon mehr als zehn Jahre Hollands bekanntester Allround-Profiwindsurfer. Er ist in der PWA der zurzeit erfolgreichste Windsurfer aus dem Land des Käses. Grund genug, ihn dir einmal genauer vorzustellen. Unser Lieblingsmitarbeiter Mart Kuperij, der gleichzeitig Chefredakteur beim holländischen Windsurfmag „Motion“ ist, und sein Leibeigener Marcelino Lopez trafen Peter auf ein Bierchen.

{GALERIE} Peter_by_John_Carter01.jpg{GALERIE} Peter_by_John_Carter02.jpg{GALERIE} Peter_by_John_Carter03.jpg{GALERIE} Peter_by_John_Carter04.jpg{GALERIE} Peter_by_John_Carter05.jpg{GALERIE} Peter_by_John_Carter06.jpg{GALERIE} Peter_by_John_Carter07.jpg{GALERIE} Peter_by_John_Carter08.jpg{GALERIE} Peter_by_John_Carter12.jpg

FM: Wie kam es, dass du mit Windsurfen angefangen hast?

PV: Meine Eltern gingen immer segeln, aber als mein Bruder durch das Nachbarskind Kontakt zum Windsurfen bekam, wurde das Boot bald uninteressant. Ich war zehn Jahre alt und schon vollkommen abhängig von diesem Sport. Mein Vater belieferte Ten Cate und eines Tages brachte er einige Polyethylen-Bretter mit nach Hause, die wegen Schönheitsfehlern nicht verkauft werden konnten. Wir hatten ein Ferienhaus am „Uitgeestermeer” in Holland, wo wir immer die Sommerferien verbrachten. Am Anfang machten meine Eltern mein Board immer an einer Schnur an unserer Terrasse fest, damit ich nicht zu weit hinaussurfen konnte. Wenn der Wind richtig ablandig war, machten die Leute bei uns im Garten über die gespannte Schnur immer schöne Schleuderstürze.

FM: Du hast den Ruf, vor allem in der Luft ein richtig Guter zu sein. Ist das deine Lieblingsdisziplin beim Windsurfen?

PV: Auf jeden Fall! Als ich 14 Jahre alt war, sah ich auf dem IJsselmeer einen Typen bei Windstärke 8 so unglaublich hoch springen, dass ich schwer beeindruckt war. Dieser Typ fuhr alleine auf diesem großen See, machte eine geile Show und hatte totale Kontrolle. Jumps von drei Metern fand ich damals unglaublich hoch. Da stand ich also, ein kleiner Bub, und dachte, verdammt, das will ich auch! Also lernte ich auf dem Uitgeestermeer springen. Und klar, wenn man auf flachem Wasser schon gut springen kann, kann man in der Welle zweimal so hoch springen!

FM: Wann war dir klar, dass du richtig gut werden könntest?

PV: Mit 14 Jahren machte ich bei einem Slalomwettkampf in Aalsmeer mit und wurde Zweiter. Das brachte mir eine Menge Respekt von den älteren, gesponserten Jungs ein. Ich besaß zu der Zeit ein 5,8 Freeride-Segel und ein Ten Cate Fury und damit machte ich alles: Slalom, Wave … Als die schwereren Jungs schon mit 5,0 fuhren, war ich noch immer mit meinem 5,8er unterwegs. Als ich 17 war, gewann ich die „Gouwzee Surfpool”. Im selben Jahr wurde ich von Peter Stuyvesant Travel zu meinem ersten World Cup nach New Caledonia eingeladen. Ich reiste damals mit Lucienne Ernst und dem Coach Dick Veltman. Es war ein Drama. Wir sollten damals 10.000 Gulden (fast 10.000 DM) bezahlen, um die Boardbags mitnehmen zu können! Also buchten wir auf eine andere Maschine um. Einmal auf der Insel gab es überhaupt keinen Wind. Ich glaube, in der Woche wurde genau ein Rennen gefahren. Für mich genug, um zu sehen, dass ich viel langsamer war als alle anderen. Eine gute Lehrstunde. Jeder fuhr Custom Boards und war den ganzen Tag damit beschäftigt, sein Material zu tunen. Ich hatte normale Standardboards und -segel, da war mal gar nichts getuned. Es war also ganz gut, dass kein Wind war und ich nicht gefahren bin!

{GALERIE} Peter_by_John_Carter10.jpgFM: Und weiter?

PV: 1994 gewann ich die Europäischen Meisterschaften in Tarifa und wurde im internationalen F2-Team aufgenommen, von dem ich zum jährlichen Photoshooting nach Maui eingeladen wurde. Das war eine ziemlich heftige Erfahrung, als ich auf einmal neben Björn Dunkerbeck stand. Wir hatten ein Haus am Wasser bei Sprecksville. Björn war natürlich der Mann und ich ein Rookie, der gerade dazugekommen war. Ich stand ziemlich unter Hochspannung – der erste Photoshoot mit einem Heli, man will coole Moves zeigen … Die Erfahrung war auf jeden Fall einmalig. Zusammen mit Seb van den Berg und Elton IJpma sind wir ein Jahr später nach Südafrika gezogen, um zu überwintern. Wir haben viel gelacht und sind sehr oft gesurft. Ich kann auf jeden Fall sagen, dass ich eine super Zeit hatte. Viele schöne Erinnerungen sind geblieben. Ich bin durch diese Zeit zu dem Windsurfer geworden, der ich jetzt bin. In Südafrika gewann ich den „Archers Wave Classic“ gegen Eric Groenewoud im Finale. Das war 1997, glaube ich. Er war zu dieser Zeit der Ruler. Von ihm habe ich damals den Willy Skipper gelernt. Es war etwas ziemlich Besonderes, gerade dort zu gewinnen. Wir hatten viel Wind – ich hatte ein 4,5er Segel – und es gab riesige Wellen in Whitsands. Im Finale lief alles flüssig. Groenewoud machte seine Pushloops, ich meine hohen one-handed Backloops und Doppelloops – ach, das war ein herrliches Finale, das ich übrigens auch noch auf Video habe.

FM: Du hast viel Support von deinen Eltern gehabt, oder?

PV: Unglaublich viel. Es ist ziemlich schwer, ans Wasser zu kommen, wenn man keinen Führerschein hat. Wenn ich surfen gehen wollte, brauchte ich nur fragen. Meistens machten wir eine Zeit zum Abholen ab. Ich kann mich noch an einen eiskalten Herbsttag in Schellinkhout erinnern. In meinem Enthusiasmus fragte ich meine Mutter, ob sie mich erst um vier abholen könnte; also saß ich am Ende zwei Stunden am See und bin fast erfroren. Die meisten meiner Freunde hatten natürlich nicht so einen Chauffeur. Für sie war es daher fast unmöglich, viel zu surfen und wirklich gut zu werden.

FM: Was sind deine Stärken?

PV: Wellen mit Wind von links, Slalom, extreme Bedingungen, Erfahrung und Fitness.

FM: Welche Menschen haben dich inspiriert?

PV: Robby Naish, Jason Polakow und Josh Angulo haben den geilsten Style, wie ich finde. Mark Angulo war früher sehr kreativ und ist der Erfinder von vielen schönen Manövern. Zurzeit fahren Kauli Seadi und Boujmaa Guilloul in meinen Augen sehr progressiv.

FM: Lässt du dich dadurch beeinflussen? Pushloop-Tabletops zum Beispiel – versuchst du die auch?

PV: Solche Sachen lerne ich langsamer als diese jungen Hüpfer. Ich brauche dafür doch schon ein bisschen mehr Zeit. Klar, ich versuche diese neuen Moves, aber in einem Heat macht man doch eher die Sachen, von denen man weiß, dass man sie auch landen kann. Obwohl, in Guincho hatte ich dieses Jahr einen Heat gegen Brawzhinio. Es war sehr ausgeglichen, bis er einen perfekten Air Dieter machte. Ich musste etwas dagegen setzen. Ist man jünger, befindet man sich noch öfter im Zugzwang und muss größere Risiken eingehen.

FM: Wie bereitest du dich auf Wettkämpfe vor?

{GALERIE} Peter_by_John_Carter11.jpgPV: Vorbereitung ist alles. Ich trainiere oft bei den Bedingungen, wie es sie beim Event auch gibt, und tune mein Material richtig gut. Mit Musik versuche ich, in die richtige Stimmung zu kommen. Ich höre gerne System of a Down oder Tool, aber jeder hat seine eigenen Präferenzen. Ansonsten versuche ich, meinen Heat schon vorher zu visualisieren. Manchmal kriege ich ein Gefühl von Ekstase, wenn ich mir vorher vorstelle, wie ich mich fühle, wenn alles in meinem Heat gut geht. Wichtig für die Ausdauer ist, sich richtig zu ernähren. Es kann aber auch passieren, dass man am besten nach einer Party fährt, weil man dann vielleicht relaxter ist.

FM: Hast du Erfahrungen damit?

PV: Na klar, ich habe schon oft gute Leistungen nach einer durchfeierten Nacht gezeigt. Wenn ich Party gemacht habe, denke ich nur an meinen Heat, konzentriere mich vollkommen auf die Moves, dass ich nicht reinfalle und alles heil überstehe – pures Überleben also …Man ist dadurch weniger nervös und abgelenkt. Der Nachteil ist natürlich, dass man generell weniger Energie hat, den Tag zu überstehen.

FM: Machst du beim Slalom wieder mit? Wie sehen deine Chancen in dieser Disziplin aus?

PV: Auf Sylt bin ich letztes Jahr Sechster im Slalom geworden und musste mir den ersten Platz im Waveriding mit einem anderen Fahrer teilen. Im Super-X wurde ich Fünfter. Ich finde es super, wieder Slalom zu fahren. Es ist Fun und ein objektiver Wettkampf ohne Jury. Wer als Erster über die Ziellinie fährt, gewinnt. Wenn man keine Wellen hat finde ich es bei richtig Hack sowieso geiler, einfach sauschnell hin und her zu fahren, anstatt auf meinem Wavebrett herumzuturnen. Insgesamt wäre ich dieses Jahr mit einem Platz unter den ersten Dreien unglaublich zufrieden. Aber die Top 5 sollten machbar sein. Ich bin gut vorbereitet und beim Slalom weiß ich, dass ich besser halse als die meisten anderen Teilnehmer.

FM: Erzähl doch mal von einem deiner letzten Trips!

PV: Ich war einmal mit den Fotografen Gilles Calvet, Scott McKercher und Thomas Traversa auf Cocos Islands, wo echte „Indo-Bedingungen“ herrschten. Die Palmen blockierten den Wind und wir mussten mit unserem Windsurfmaterial nach draußen schwimmen und in den großen Wellen duckdiven. Wenn man aber mit seinem großen Brett und Segel eine Welle bekam, hatte man eine unglaublich saubere Welle zum Abreiten mit zehn Bottomturns.

FM: Hast du an solchen Spots manchmal Angst?

PV: Ja, klar. Auf Cocos waren die Wellen an einem Tag unglaublich hoch und gefährlich. Dazu kommt, dass es ein superscharfes Riff unter diesen Wellen gibt. Aber im Prinzip waren diese Gefahren noch ziemlich überschaubar. Man muss nur wissen, wie man fällt. Was risikoreiche Bedingungen angeht, glaube ich sowieso, dass Pozo auf Gran Canaria bei 50 Knoten Wind gefährlicher ist. In Jaws hatte ich mal richtig die Hosen voll! Da werden die Beine wie Spaghetti, wenn du eine Welle abfährst. Wir fuhren damals durch den Haden von Kahului raus, da war der Swell schon doppelt masthoch. Es brach auf beiden Seiten vom Hafen und man konnte direkt in die Barrel gucken. Wir saßen mit sechs Leuten in so einem kleinen Fischerboot, das auf dem Swell auf und ab schaukelte. Wir fuhren an der äußeren Seite Ho’okipas vorbei, wo es ebenfalls doppelt masthoch brach und der Spray noch mal drei Meter in die Luft ging. In dem Moment überlegte ich mir, was wohl passierte, wenn der Motor von unserem Kutter ausfiele. Irgendwann kamen wir bei Jaws an. Ich kannte den Spot nur aus Filmen. Völlig nervös baute ich auf dem kleinen Boot mein Segel auf. Robby Naish war schon auf dem Wasser. Ich habe in einer Dreiviertelstunde zehn Wellen geritten. Ich war so gestoked. Irgendwann musste ich aufhören, weil ich einfach nicht mehr konnte.

FM: Du reist ziemlich viel. Fühlst du dich noch irgendwo zu Hause?

PV: Nirgends ist es, wie zu Hause. Auch für mich. Zu Hause ist, wo deine Familie und deine Freunde sind. Jetzt ist das die Niederlande, Australien und Maui. Irgendwann werde ich wählen müssen. Wenn ich einige Wochen zurück bin und meine Freunde gesehen habe, spüre ich den Drang, wieder wegzugehen. Das Gefühl von „Zuhause“ geben mir ein bisschen mein Laptop, mein Rucksack, meine Tasche und meine Surfsachen. Wenn ich einmal Frau und Kinder habe, wird sich das vielleicht ändern.

FM: Hast du zurzeit eine Partnerin?

PV: Ich habe jemanden kennen gelernt, die vielleicht gut zu mir passt. Ich finde es ziemlich schwierig, eine gute Beziehung zu führen, weil ich mit der Tour ziemlich beschäftigt bin. Sie ist ein bisschen eine Mach-Welt. Du bist mit den Jungs alleine und Frauen anmachen gehört irgendwie dazu. Da habe ich mich nie zurückgehalten. Aber irgendwann wird man ruhiger. Vor einigen Jahren hatte ich eine Beziehung mit einem Mädchen aus Wien. Ich fand es schön, dass sie aus einer „anderen Welt” kam. Als Windsurfprofi sitzt man auf einer Insel, die PWA World Tour heißt. Sie hatte ein Leben wie viele andere Menschen und das empfand ich als sehr angenehm. Aber die Entfernung hat letztendlich einen Strich durch die Beziehung gemacht.

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Fußball, Finnen & Bella Italia

{GALERIE} Pio_by_Eric_Aeder00.jpgPio Marrasco wurde 1970 in Neapel geboren. Bereits mit 19 Jahren war er das erste Mal auf Maui. Neben Fußball war seine wahre Leidenschaft schon immer das Windsurfen. In seiner Freizeit ist er jede freie Minute mit seinen Freunden zu den unterschiedlichen Spots gefahren. Ende 1989 ist er nach Maui gegangen, um dort den Sommer zu verbringen. Daraus wurden neun Monate. Mit viel Glück ergatterte er ziemlich schnell einen Job bei den Jungs der Maui Fin Company, die ihm zeigten, wie man Finnen shaped. Das ist jetzt mittlerweile über 16 Jahre her …

FM: Sag mal Pio, hast du eigentlich einen Beruf oder so was in der Art erlernt?

PM: Ich habe bereits mit neun Jahren Fußball gespielt. Mit 14 kam ich in die „Unter-16-Liga“ von Neapel, mit 16 in die „Unter-18-Liga“. Ich habe bei meinen Eltern gelebt und Fußball gespielt – mehr nicht. 1986/87 war für Neapel eine ziemlich gute Zeit. Damals spielte sogar Maradona für Neapel. Leider habe ich mir um die Schule nie einen Kopf gemacht, aber so ist das wohl. Fußball und Windsurfen – mehr gab es für mich nicht.

FM: Bist du vor Neapel im Mittelmeer gesurft?

{GALERIE} Pio_by_Eric_Aeder01.jpgPM: Ja, genau. Da unten gibt es ein paar nette Spots. Leider sind alle nur mit dem Auto erreichbar. Also musste ich immer meine älteren Kumpels anbetteln, die schon ein Auto hatten: „Los, bitte holt mich ab, lasst uns windsurfen gehen!” Aber viel Zeit hatte ich dafür eben nie. Wenn ich nicht trainierte, war ich in der Schule. Es war schon schwer, für das Windsurfen Zeit abzuknapsen. Meistens konnte ich nur in den Sommerferien richtig surfen gehen. Allerdings hat man in Italien das Problem, dass man mit den thermischen Winden auskommen muss, und so habe ich nie richtig in Wellen windsurfen können.

FM: Du warst also beim Training, dann kam der Wind und du bist schnell an den Strand gehetzt?

PM: Nein, dann hätten die mich gefeuert. Aber ich hatte den Wind immer im Blick.

FM: Hattest du auch Kontakt zu Maradona?PM: Ja, klar. Ich war zwar in dem Juniorteam, aber zweimal die Woche haben wir auf demselben Platz trainiert. Wir haben nie ein offizielles Spiel zusammengespielt, dafür war ich zu jung. Doch die Donnerstagnachmittag-Spiele sind mir in guter Erinnerung geblieben. Wir haben eine Menge Zeit mit den „großen Jungs” verbracht.

FM: Trotzdem keine schlechte Entscheidung nach Hawaii zu ziehen, oder?

PM: Absolut nicht! Ich liebe Hawaii und habe mit den Jungs wie Francisco, Kauli und Keith hier eine Menge Spaß. Wir sind ein Team, haben gerade zusammen ein Video gemacht und unsere Büros liegen alle im selben Gebäude. Wenn Wind ist, gehen wir zusammen windsurfen. Der eine designed die Finnen, der andere die Boards, der nächste die Segel.

{GALERIE} Pio_by_Eric_Aeder02.jpgFM: Mittlerweile bist du der Boss der MFC. Wie viele Leute arbeiten für dich?
PM: Derzeit sind es nur ich und der Typ, der die Maschinen bedient. Alle Produkte, die wir designen, werden ja mit CNC-Maschinen gefertigt. Dann gibt es noch ein Mädel, das mir bei der Buchhaltung hilft. Jetzt arbeiten wir mit einem neuen Vertrieb in Berlin zusammen, mit denen wir jetzt Surffinnen, Windsurffinnen, Sonnenbrillen, Trapeze, Boardbags und Fußschlaufen – das ganze Programm – vertreiben. Diese Zusammenarbeit mit Sunset ist wirklich gut. Die machen den gesamten Vertrieb mit den Shops in den einzelnen Ländern, sie kümmern sich um die Kunden und die Bestellungen. In Hawaii konzentrieren wir uns ausschließlich auf das Team Management, die Entwicklung und das Design.

FM: Was habt ihr für verschiedenen Finnen im Angebot?
PM: Wir arbeiten mit den verschiedenen Teamfahrern zusammen. So ist zum Beispiel unsere Wave- und Freeride-Linie in enger Zusammenarbeit mit Francisco Goya entstanden. Das sind Highend-Finnen, die aus einer Form gemacht werden. Natürlich machen wir auch noch Finnen aus Laminat, wo man den Shape aus einer Polyesterplatte rausshapen muss. Aber seit neuestem benutzen wir die Composit-Technologie, die man auch beim Bau von Yachten, Snowboards oder Helikoptern verwendet. Wir können nun mit dieser Technologie an einer Finne weitere Entwicklungen vornehmen. Die FPT (Fin Prepreg Technology) von Francisco zum Beispiel hat das dünnste Profil auf dem Markt. Normalerweise haben die Finnen einen Profildurchmesser von 10-11 mm. Unsere hat einen Durchmesser von 8,8 mm und das wiederum macht die Boards schneller. Okay, sie ist teurer als die anderen, aber sie hat auch einen hohen Carbonanteil. Außerdem benutzen viele Board-Firmen unsere Finnen für ihre Boards. Ich designe viele Finnen für andere Firmen wie Fanatic, Tabou und BIC. Eine weitere Finnenserie, die ich mit Keith Tabou entwickelt habe, nennt sich BS. Keith’ Style ist total anders als Franciscos. Demnach haben wir für ihn andere Finnen designed. Francisco ist eher ein Frontfood-Wave-Rider, Keith hingegen eher ein Backfood-Rider. Die Finne für ihn ist ein bisschen dicker und flexibler an der Spitze, denn er gibt immer viel Druck auf den hinteren Fuß. Insgesamt komme ich auf zwölf verschiedene Modelle in unserem Hause.

{GALERIE} Francisco_Goya_by_Eric_Aede.jpgFM: Wie soll sich ein normaler Surfer, der vielleicht dreimal im Monat zwischen Mai und September aufs Wasser kommt und jetzt nicht dein Know-how hat, zurechtfinden?
PM: Als Erstes schaust du dir die Bedingungen an, in denen du meistens surfen gehst. Dann guckst du dir dein Brett und das Volumen des Bretts an und drittens macht das Segel eine Menge aus. Wenn du ein ziemlich großes Board hast, sagen wir mal ein FreeWave mit 100 Litern, dann wärst du verrückt, wenn du eine 19-cm-Wavefinne daranbaust. Das Board würde zwar funktionieren, aber es wäre nicht optimal. Schau dir also an, was der Boardhersteller empfiehlt. Wenn du immer ein 5.5er Segel fahren wirst, solltest du eine 25-28 cm lange Finne benutzen. Auch dein Gewicht spielt eine große Rolle. Wenn du eher schwer bist und über 75 Kilo wiegst, kannst du bestimmt immer 2 cm längere Finne benutzen als ein normaler Durchschnittssurfer. Mittlerweile gibt es so viele Hersteller und verschiedene Modelle, da ist es unsere Aufgabe als Hersteller, den Kunden zu zeigen, was sie wann brauchen. Ich bekomme so viele E-Mails zu diesem Thema und ich versuche sie, egal, wo ich mich gerade befinde, alle zu beantworten. Die Kunden sind für mich das Allerwichtigste. Sie glauben an dein Produkt und halten große Stücke auf dein Design. Manchmal bekomme ich auch E-Mails von den Leuten, die bei mir Finnen gekauft haben, die mir Fotos von den Orten schicken, wo sie gerade surfen waren.

{GALERIE} Kauli_by_PWA_Carter.jpgFM: Wie kann ich mir eine Zusammenarbeit mit den Teamfahrern vorstellen. Designst du extra Finnen für die Jungs oder bekommen sie leicht modifizierte Standard-Modelle?
PM: Das funktioniert so: Kauli kommt zu mir und sagt: „Pio, irgendwie fühle ich mich beim Bottomturn nicht so richtig sicher mit meinem Board. Ich glaube ich brauche eine größere Base oder ein bisschen mehr Flex.” Also setzen wir uns in meinem Büro zusammen und entwerfen ein Modell. Ich drucke die Umrisse aus und dann diskutieren wir das Ganze wieder und wieder durch. Insgesamt designen wir bestimmt drei oder vier Prototypen. Dann produzieren wir die Finnen mit Maschinen, Kauli und die Jungs setzen sie auf dem Wasser ein. Man kann also sagen, dass sie meistens Prototypen auf dem Wasser benutzen und keine Finnen von der Stange. Aber auch das kommt vor, denn wenn sich die Prototypen bewährt haben, gehen wir damit in Produktion. Die Prototypen die Francisco derzeit seit drei bis vier Monaten probiert, sind für 2008! Wir können ja nicht alle ständig Prototypen fahren. Das würde ja ein Vermögen kosten.

FM: Wie oft geht ihr eigentlich surfen?
PM: Was für eine Frage: jeden Tag! Vom Büro brauche ich keinen zehn Minuten, bis ich am Wasser bin. Heute haben wir alle gearbeitet. Dann rief Keith an und sagte, es sei Wind. Also haben wir uns alle am Strand getroffen und sind surfen gewesen. Als es anfing zu regnen, sind wir wieder zurück an die Arbeit gegangen.

FM: Ihr surft nicht, wenn es regnet?
PM: Nö, denn der Wind geht dann eh meistens runter.

FM: Ihr seid leicht verwöhnt!
PM: Ich weiß! Aber wirklich, der Wind war weg und darum sind wir zurück ins Büro gegangen. Man hat hier wirklich keinen Stress. Wenn du aufstehst und es ist Wind, dann weißt du, dass der auch später noch da sein wird. Wir sind schon sehr verwöhnt. Da hast du Recht. Manchmal gehen wir an den Strand und dann sind da nur Drei-Fuß-Wellen. Dann gehst du lieber an den Schreibtisch, weil sie dir zu klein ist.

{GALERIE} maradona.jpgFM: Wie lebt es sich als Italiener auf Maui?
PM: Gar nicht mal so übel. Ich reise aber auch viel nach Hause und bin immer drei bis vier Monate zu Hause in Italien. Ich mag es hier, keine Frage. Ich habe tolle Freunde und gehe viel surfen. Aber ich koche immer mein eigenes Essen, ich bringe meinen Kaffee aus Neapel mit und lasse mir Pasta schicken. Ich vermisse meine Heimat sehr. Ich würde lügen, wenn ich sagte, dass ich meine Familie und meine Freunde und das wunderschöne Italien nicht vermisste. Aber in meiner Heimat kann ich einfach nicht das machen, was ich hier tun kann.

FM: Schön zu hören, dass du Heimweh nach Europa hast, auch wenn du im Paradies lebst.
PM: Ja, das stimmt schon. Aber ich komme aus dem Süden Italiens und dort hat man sehr starke Wurzeln zu seiner Heimat. Das bekommt man einfach vererbt. Das Essen, die Leute, das Leben, die Kultur – selbst der Fußball fehlt einem, wenn man nicht dort sein kann. Ich spiele hier zwar auch Fußball, aber das sonntägliche Fußballturnier auf dem Schotterplatz hinterm Haus gibt es eben nur in Italien. Man kann eben nicht alles haben.

FM: Du bist also ganz und gar Italiener im Herzen und noch kein Stück amerikanisiert.
PM: Oh ja!

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Windsurf: Interview mit Jonas Schmidt

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Jonas-Jessyn Schmidt

Geburtstort: Dannenberg (Wendland)

Geburtstag: 28. Mai 1981

Beruf: Student (Sport und Englisch auf Lehramt) / Windsurfprofi

Wohnort: Kiel

Lieblingsfarbe: Rosa

Hanseboot 2005. Ich war von meinen Sponsoren Starboard und Hot Sails „eingeladen“ worden, für sie auf der „hanseboot Free-Magazin Beach Lounge“ ein wenig Messearbeit zu leisten. Während einer Präsentation auf der Bühne, alle eingeladenen Hersteller waren gerade dabei, ihre Segel für die nächste Saison zu präsentieren, fiel mir ein neues Gesicht zwischen den Vertretern auf. Als es an der Reihe war, sein Produkt zu präsentieren, stolperte er mit seinem Naish-Tuch in der Hand in Richtung Mikrofon und sagte etwas, was mir sinngemäß folgendermaßen in Erinnerung blieb: „Hallo, ich bin Jonas und ich habe nicht viel Ahnung von Segeln. Ich bin schließlich Teamfahrer und fahre die Dinger nur.“ „Ah“, dachte ich, „das hat Potential.“

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Als wir abends zusammen feiern waren, wollte ein Türsteher Jonas nicht (oder zumindest nicht kostenlos) den Eintritt gewähren. Jonas war einfach an der Kasse vorbeigegangen. Der Türsteher sagte ein paar Mal etwas zu ihm, bis Jonas entgeistert erwiderte: „Entschuldige, aber ich verstehe dich einfach nicht. Du sprichst so ein gebrochenes Deutsch!“ Unnötig zu sagen, dass wir dann woanders hin mussten. Aber ja, der Junge hat Potential.


Das beweist er nicht nur an der Bar und auf der Bühne, sondern auch auf dem Wasser. Als einer der besten, deutschen Freestyler behauptet er von sich selbst, in der Welle noch nicht sonderlich gut zu sein. Im Frühjahr in Kapstadt konnte ich dieses Statement nicht bestätigen. Die meisten Surfer, die wie Jonas in der Welle fahren, würden herumlaufen und ununterbrochen davon reden, wie geil sie sind. Grund genug den sympathischen Herren mit dem leichten Understatement zum Interview zu bitten.

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T: Hallo Jonas, du bist beim Ocean Jump ja etwas ungünstig aufs Ohr gefallen und hast es geschafft, dein Trommelfell zu reißen. Wie geht es dir?

J: Moin Torben! Es tat zum Glück nie richtig weh und es stört auch nicht. Aber die Ärzte haben mir davon abgeraten, weiter zu springen, und ich soll circa drei Wochen nicht ins Wasser.

T: Ärgert dich das?

J: Na ja, es war ein geiler Event und es hat viel Spaß gemacht. Leider ist das mit dem Ohr ziemlich am Anfang passiert. Ich wäre gerne öfter über die Rampe gesprungen, aber da kann man nichts machen.

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T: Gut, dann zum eigentlichen Interview: Du surfst noch gar nicht so lange, oder?

J: Nein, ich hab zum ersten Mal 1997 auf Amrum auf einem Windsurfer gestanden. Meine Mutter hat mir damals in den Sommerferien einen Surfkurs geschenkt. Am zweiten Tag war es tierisch windig und es waren ein paar Locals draußen, die Loops und so gesprungen sind, und das wollte ich unbedingt auch können.

T: Du bist sehr schnell auf ein hohes Niveau gekommen. Hast du vorher irgendeinen Sport leistungsmäßig gemacht?

J: Ja, ich habe Leichtathletik mehr oder weniger professionell betrieben. Ich habe jeden Tag zwei bis drei Stunden trainiert und bin auch mal Niedersachsenmeister in der Halle geworden. Mein Körper ist aber offenbar nicht für Profisport gemacht. Ich bin ziemlich oft krank gewesen, habe Pfeiffersches Drüsenfieber bekommen und lag eine Weile im Krankenhaus. Das Fieber hat ziemlich auf die inneren Organe geschlagen und die Ärzte hatten Angst, dass nicht nur die Nieren und die Milz angegriffen würden, sondern dass es auch aufs Herz gehen könnte. Daraufhin habe ich meine Leichtathletik-Karriere an den Nagel gehängt. Im Sommer 2000 war ich wieder auf Amrum und bin danach einfach nach Kiel gezogen, um mein Abi zu machen und um mehr surfen zu können.

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T: Die Prioritäten lagen in dieser Reihenfolge?

J: Könnte sein, dass ich da gerade was verwechselt habe …

T: Du bist Ende der elften Klasse ganz allein nach Kiel gezogen?

J: Zunächst sah es so aus, aber dann hat meine Mutter überraschend einen Job in Kiel bekommen und wir sind beide umgezogen.

T: War Contestsurfen immer dein Ziel? Bist du ein Wettkampftyp?

J: Irgendwie schon. Bei allen Sportarten, die ich gemacht habe, habe ich irgendwann an Wettkämpfen teilgenommen. Der DWC war mir zunächst egal, ich bin direkt in die EFPT eingestiegen. Das war 2004 und ich bin im ersten Jahr gleich Siebter in der Jahresrangliste geworden. Im Jahr darauf bin ich die DM auf Sylt mitgefahren und Dritter geworden.

T: Das sind sehr gute Ergebnisse, dafür, dass du erst vier bzw. fünf Jahre zuvor surfen gelernt hast. Welche Tour gefällt dir besser, DWC oder EFPT?

J: Die EFPT ist sehr gut organisiert, es sind nur nette, junge Leute am Start und es gibt viel Preisgeld. Ein Kern von 20 bis 25 Leuten fliegt und fährt quer durch Europa, um an guten Spots zusammen zu trainieren und gegeneinander anzutreten. Das ist schon echt gut, aber eben auch teuer. In Schweden und Frankreich beispielsweise gibt es staatliche Sportförderungen und die Surfer bekommen die Trips bezahlt. In Deutschland ist das leider nicht so einfach. Dem Staat sind Surfer egal und Geldgeber aus der Industrie zu finden, ist extrem schwierig. So kann man als deutscher Teilnehmer eigentlich nur mit dem Preisgeld die Kosten decken. Das macht einen Contest natürlich etwas unentspannt, denn wenn man nicht ins Preisgeld fährt, bleibt man auf den Kosten sitzen. Beim DWC gibt es kein Preisgeld und die meisten Leute sind „alte Säcke“ aus dem Ruhrgebiet, die hobbymäßig surfen, das Ganze aber „bier-ernst“ nehmen. Beim Worldcup wird so gut wie nie Einspruch von einem Fahrer gegen eine Entscheidung eingelegt, im DWC protestieren ständig irgendwelche Leute. Meistens geht es nicht mal um viel. Da wird ein tierischer Stress gemacht, nur weil jemand gerne von Platz 18 auf 17 rutschen möchte.

T: Beim Freestyle zählt nicht, wer als Erster durchs Ziel kommt, sondern wer von den Judges am besten bewertet wird. Judges bewerten immer etwas subjektiv. Läuft das deiner Meinung nach meist fair ab oder gibt es oft unverständliche Entscheidungen?

J: In der EFPT läuft es meist sehr gut. Es haben sich schon oft Fahrer neben die Judges gesetzt und inoffiziell mitbewertet. Judges und Fahrer waren fast immer einer Meinung. Es geht natürlich nicht immer alles gut. Besonders am Silverplaner See kommt es wohl öfter zu Ungereimtheiten … Beim DWC läuft es meistens auch sehr gut. Aber Fehlentscheidungen wird es immer geben – in beiden Serien. Das ist eben so, wir sind alle nur Menschen.

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T: Nach dem letzten DWC auf Norderney habe ich im Internet Diskussionen verfolgt, in denen es darum ging, ob man Freestyle vom DWC trennen und eine eigene deutsche Freestyleserie ins Leben rufen sollte. Ich war nicht auf Norderney und kann nicht sagen, ob die Bedingungen zum Freestylen gut gewesen wären. Du warst da, was hältst du von solchen Diskussionen?

J: Im Allgemeinen ist der DWC gut organisiert. Sicher könnte man mehr Freestyleeliminations starten und man wundert sich, warum ständig nur Slalom oder Racing gefahren wird. Das ist aber alles gar nicht so einfach, wie man denkt. Denn man kann nicht innerhalb von 30 Minuten einfach die Disziplin wechseln und der Wind ist ja meist sehr inkonstant. Auf Norderney waren die Bedingungen schwierig, es war genau auflandig und daher ziemlich wellig. In den Bedingungen wären die meisten wohl eh nicht zurechtgekommen. Vielleicht wäre es trotzdem gut gewesen, es zu probieren, denn viele wirklich gute, neue Fahrer waren angereist. Diese hätte man sicher zu weiteren Contests gelockt, wenn die Organisation gezeigt hätte, dass sie Bock auf Freestyle hat und dass man wirklich versucht, so viel Freestyle wie möglich zu fahren.

T: Junge Fahrer sind ein gutes Thema. Besonders aus der Karibik kommen gerade viele sehr junge Talente.

J: Das ist richtig. Im Freestyle benötigt man nicht so viel Erfahrung wie in der Welle bzw. man hat wesentlich öfter gute Freestyle- als gute Wavebedingungen und so sammelt man schneller Erfahrungen. Junge Talente werden mittlerweile stark von der Industrie gefördert, besonders Starboard reißt sich fast ein Bein aus, um die Kids zu unterstützen.

T: Siehst du das durchweg positiv?

J: Im Prinzip schon. Es ist immer gut, wenn junge Leute gefördert werden. Es gibt auch Beispiele, die zeigen, dass manche Kids mit Ruhm und Geld nicht umgehen können, abheben oder anfangen, Drogen zu nehmen. Im Freestyle geht es momentan heiß her, ein Star von heute kann morgen schon weg sein. Auch darauf sollten die Kids vorbereitet werden.

T: Alles klar. Jetzt musst du noch schnell Folgendes erklären. Als wir uns kennen lernten, hast du mir erzählt, du studierst Sport auf Lehramt, willst aber nicht Lehrer werden. Muss ich die Frage noch deutlicher formulieren?

J: Äh, was?

T: Wenn du nicht Lehrer werden willst, WARUM um alles in der Welt studierst du dann auf Lehramt?!

J: Ach so. Ich denke mal, dass ich mit Sport und Englisch so ziemlich alles werden kann.

T: Arzt? Pilot? Anwalt? Formel-1-Fahrer?

J (lacht): Das nicht gerade, aber meiner Meinung nach sind die Fächer eine gute Grundlage. (Jonas denkt nach) Und so schlimm ist es vielleicht auch nicht, als Sportlehrer in einer Turnhalle zu enden.

T: Ich hatte mal einen Sportlehrer, der hat mir eine 4 gegeben, weil ich seine Tasche nicht getragen habe. Das hat er wörtlich zu meinem Vater gesagt, als der sich wunderte, dass meine einzige 1 vom Zeugnis verschwunden war.

J: Da siehst du’s, auch als Sportlehrer kann man Spaß haben!

Ab in die TonneNicht so gutGeht noch besserGanz gutEcht gut!Hammer!!!! (3 Stimmen, durchschnittlich: 4,67 von 6)

Tarzan und Jane

{GALERIE} tarzanjane2.jpgMartin van Geenhoven ist nicht nur ein guter Windsurfer, sondern arbeitet nebenbei auch noch erfolgreich als Fotomodell. Unlängst erreichten uns Bilder von seinem letzten Windsurf-Fotoshooting. Wir waren doch leicht verwundert, als unzählige Aufnahmen seine Freundin Krystelle und nicht ihn zeigten. Ganz offensichtlich hatte der gebuchte Top-Fotograf Erik Aeder eine Menge Freude an dem Shooting. Na gut, dachten wir uns. Wenn Erik das so wollte, könnt ihr es haben …

Martin van Geenhoven ist in einer kleinen Stadt namens Laval, ganz in der Nähe von Montreal aufgewachsen. Schon als kleiner Junge wurde er von seinem Vater, einem Windsurfer, an den „schönsten Sport der Welt“ auf dem Two Mountains Lake in Quebec herangeführt. Windsurfen ist ein Sport, der in Kanada{GALERIE} tarzanjane4.jpg eher selten praktiziert wird, sind doch im nördlichsten Norden von Nordamerika die Winter lang und vor allem kalt. Auch im Sommer hat man es nicht leicht als windsurfender Kanadier, denn die Winde sind zwar häufig stark, aber ziemlich unkonstant. Und dennoch wusste Martin schon nach seinem ersten Wettkampf mit zwölf Jahren, dass nur der Beruf des professionellen Windsurfers sein Leben erfüllen würde.

Martin quälte sich durch seine letzten Schuljahre, immer mit einem Auge am Fenster, die Bewegung der Baumwipfel fest im Blick. „Jeder Windhauch hat mich nervös gemacht.“ Nach der Schule heuerte Martin in einem Windsurf-Shop in seiner Heimatstadt an und hatte das Glück, dass sein Boss außerdem Besitzer eines gut laufenden Windsurfcamps im sonnigen Margarita war. So arbeitete er im Sommer in dem kanadischen Shop und verbesserte im Winter in Margarita seine Windsurf-Skills. Seine Arbeit im Laden und seine Kontakte zum Club erleichterten ihm vor allem auch die Sponsorensuche.

Nachdem er in Margarita fast jede Woche an einem Contest teilgenommen hatte, zeigte sich, dass aus ihm tatsächlich ein ganz passables Windsurftalent geworden war.
{GALERIE} tarzanjane5.jpg Im Sommer 1995 entschied sich Martins Vater nach Gorge, dem Windsurfmekka der USA, in den Urlaub zu fahren. Dass es bis dahin eine 48-Stunden-Autoreise war, kratzte den alten Herrn überhaupt nicht und so packten die beiden ihre Sachen und machten sich auf den Trip von Montreal nach Oregon. Für Martin war dies das Highlight des Sommers. Wie lange hatte er schon davon geträumt. Gorge – das war die Chance für alle jungen Windsurftalente. Hier hatten alle amerikanischen Windsurfbrands ihre Niederlassungen und hier musste man sich profilieren, wenn man ein geachtetes Windsurftalent werden wollte. Schon im darauf folgenden Sommer reiste Martin erneut nach Gorge, in der Hoffnung, sein Talent unter Beweis stellen zu können. Kurzerhand kaufte er sich einen alten Bus und machte sich auf die Reise. In Oregon nahm Martin an allen Wettkämpfen teil, die ausgeschrieben waren. Mit Erfolg. Am Ende der Saison lag der junge Kanadier auf dem zweiten Platz, direkt hinter Web Petrick. Martin wusste also, dass er es schaffen konnte. Er wusste, dass er das Zeug zum Pro hatte und dennoch stürzte ihn dieser zweite Platz in eine ernste Krise. Wie sollte er ohne Kohle weiterkommen? Nach diesem Sommer lud ihn jedoch einer seiner Sponsoren ein, einen Monat auf Maui zu verbringen, um dort erstmals in ernsthaften Wave-Bedingungen zu trainieren.

{GALERIE} tarzanjane3.jpgAls er im darauf folgenden Sommer von Freunden nach Valencia eingeladen wurde, bekam Martin die Chance, die PWA Tour, die zum selben Zeitpunkt in Costa Brava stattfand, aus der Nähe zu betrachten und sein Können im Freestyle unter Beweis zu stellen. Die Zeit war reif, selbst an der PWA Tour teilzunehmen. Während der gesamten Tour herrschten perfekte Bedingungen und Martin gibt heute offen zu: „Ich war von mir selbst überrascht, dass ich auf dem neunten Platz endete.“

Wieder zurück in Kanada, kümmerte sich Martin darum, mehr Sponsorengelder zu bekommen, um alle Freestyleevents mitfahren zu können. Mit Erfolg. Seit mehreren Jahren lebt und surft der frankophone Kanadier nun im Winter auf Maui und im Sommer auf Gran Canaria. Ein Traumleben. Seit zwei Jahren hat Martin auch sein privates Glück gefunden. Das kanadische Model Krystelle bereichert mittlerweile sein Leben – auch am Strand. Denn obwohl Martin seit Jahren ausschließlich allein nach Maui fliegt, hat er in diesem Jahr seine Freundin zum Fotografieren mitgenommen. Seine Idee ist es, neue Bilder für die sonst sehr mit 0815-Action-Shots bestückten Magazine zu produzieren und damit den wahren Fun des Sports zu transportieren.

{GALERIE} tarzanjane1.jpgZiel dieser löblichen Kampagne ist es, immer mehr Leute aufs Wasser zu holen. „Ich freue mich, wenn ich den schönsten Sport der Welt promoten kann und ich freue mich natürlich noch mehr, wenn mich Krystelle mit ihren reizvollen Reizen so tatkräftig dabei unterstützt“, so Martin. Recht hat er! Denn welcher Windsurfer hat schon so viel Glück für das eigene Hobby so tatkräftige Unterstützung zu erhalten? Und uns persönlich gefällt diese Art der Kommunikation des Windsurfsports besonders gut!

Ab in die TonneNicht so gutGeht noch besserGanz gutEcht gut!Hammer!!!! (9 Stimmen, durchschnittlich: 3,89 von 6)